Formel E

Ungewisse Formel-E-Zukunft für Stoffel Vandoorne nach Mercedes-Aus: "Muss entscheiden, was am besten zu mir passt"

Svenja König

Svenja König

Stoffel-Vandoorne-Mexico-Mirror

Im Anschluss an den Berlin E-Prix 2021 gab Mercedes seinen Abschied aus der vollelektrischen Formel E bekannt. Mercedes-Teamchef Ian James bestätigte zuletzt, dass vermehrt Gespräche mit McLaren-Boss Zak Brown über den Verbleib der Erfolgsmannschaft in der Elektroserie stattfänden. Es wird vermutet, dass das Team in Diensten des britischen Automobilherstellers mit Antrieben von Nissan antreten könnte. Doch auch bei Stammfahrer Stoffel Vandoorne hat die Zukunftsplanung bereits begonnen.

Insgesamt blicke der Belgier positiv in die Zukunft, auch wenn er noch keine konkreten Pläne habe, sagt er im Interview bei 'GPblog.com'. "Ich weiß mehr oder weniger, was ich machen will, und bin einer guten Situation, was meine Möglichkeiten angeht. Es verändert sich gerade viel in der Formel E: Mercedes beendet nach der Saison seinen Einsatz, daher wird es ein arbeitsreiches Jahr - auf der Strecke selbst, aber auch mit der Entscheidung über meine Zukunft."

Doch wie die Zukunft vieler Teammitglieder ist auch seine eigene eng mit dem Fortbestehen der aktuellen Mercedes-Truppe verbunden. "Hoffentlich ist die Zukunft vom Mercedes-Team bald klarer, dann werden sich auch meine Karrierepläne weiterentwickeln." Sollte sich McLaren entscheiden, die Erfolgsmannschaft aus Brackley zu übernehmen, läge eine Verpflichtung von Vandoorne aufgrund einer gemeinsamen Vergangenheit in Förderkadern und der Formel 1 nahe.

IndyCar als Alternative vorstellbar: "Definitiv eine tolle Erfahrung"

Nichtsdestotrotz befasst sich Vandoorne auch mit Alternativen: Eine Rückkehr in die Formel 1 ist weiterhin unwahrscheinlich, obwohl er noch immer Reservefahrer für Mercedes ist. Daher hat der 29-Jährige bereits neue Projekte ins Auge gefasst, beispielsweise einen Einstieg in die US-amerikanische IndyCar-Serie. Auch bei diesem Einsatz könnte er für McLaren an den Start gehen.

"Ich habe diesen Winter mit McLaren einen IndyCar-Test gemacht", sagt der ehemalige Formel-1-Pilot. "Das war definitiv eine tolle Erfahrung. Aber auch da ist es noch zu früh, um wirklich sagen zu können, ob es eine Option für mich ist. Und McLaren muss noch entscheiden, ob sie nächstes Jahr tatsächlich ein drittes Auto dort einsetzen werden. Danach muss ich entscheiden, was am besten zu mir passt."

Eine Entscheidung ist jedoch nicht vor der Jahreshälfte zu erwarten, denn noch liege der Fokus vollständig auf der Formel E. Dort gehört Vandoorne im Mercedes-Boliden nach dem Gewinn der Teammeisterschaft in der vergangenen Saison und dem Fahrertitel seines Teamkollegen Nyck de Vries zu den Favoriten. Zweifelsohne würde ein Titel seine Bewerbung bei potenziellen neuen Arbeitgebern befeuern.

Vandoorne: "Sind wir auf jeden Fall die Topfavoriten"

"Ich denke, wir haben eine gute Chance, beide Meisterschaften dieses Jahr erneut zu gewinnen", so der Mercedes-Pilot weiter. "Letztes Jahr hatte ich Pech und habe viele Punkte durch Zwischenfälle verloren. Dieses Jahr sind wir auf jeden Fall die Topfavoriten. Das ist ganz normal, wenn du letztes Jahr beide Meisterschaften gewonnen hast."

"Aber wir sollten die Konkurrenz nicht unterschätzen: Unser Schwesterteam Venturi ist sehr stark, und auch Teams wie Jaguar und Andretti haben ein gutes Auto und gute Fahrer. Die Unterschiede sind so gering, dass man vor dem Wochenende nie genau sagen kann, wer tatsächlich vorn sein wird", sagt der Vizemeister von 2020.

In der Elektroserie steht als nächste Station der Rom E-Prix als Auftakt zur Europarennen an. 2021 konnte Vandoorne dort seinen ersten Saisonsieg feiern. Wir sind gespannt, ob er das in diesem Jahr wiederholen kann.

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