Formel E

Lucas di Grassi nach Formel-E-Rekordsieg in London überglücklich: "Die besten Runden meines Lebens!"

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

London-Excel-Venturi-Andretti

Lucas di Grassi ist zurück auf dem "Olymp" der Formel E! Bei seinem Sieg im Sonntagsrennen des London E-Prix demonstrierte der Brasilianer das herausragende Renntempo seines Venturi-Renners, sicherte sich Position 6 in der Fahrer-WM - und egalisierte ganz nebenbei den Siegrekord seines langjährigen Rivalen Sebastien Buemi (Nissan).

Etwas mehr als 24 Stunden vor seinem Sieg im London E-Prix tobte di Grassi noch aufgebracht durch die Venturi-Garage. Zuvor hatte die FIA in der Samstagsqualifikation alle Rundenzeiten des Brasilianers gestrichen, da er auf einer Kühlungsrunde Mitch Evans (Jaguar) aufgehalten hatte. Statt einer Duellteilnahme blieb ihm somit nur Startplatz 22 und eine Fahrt zur Schadensbegrenzung. Diese beendete er mit Rang 9 - immerhin zwei Punkte.

Sonntags unterstrich di Grassi seine starke Qualifying-Leistung und qualifizierte sich neben Jake Dennis (Andretti) für die erste Startreihe. Es war sein bester Startplatz seit dem Mexico City E-Prix 2019. Im Rennen profitierte er dann von einer ausgeklügelten Attack-Mode- und Energiestrategie, um den Briten zu überholen.

"Es hängt alles davon ab, wie man den Attack-Mode und seine Energie einsetzt", erklärt der 37-Jährige nach dem Rennen. "Wir haben heute einen Energiepuffer aufgebaut, um dann zur richtigen Zeit Strom zu investieren und eine Lücke (zu Dennis) aufzubauen. Er hatte ohnehin ein paar Probleme mit seiner Hinterachse, das habe ich gesehen. In seinem zweiten Attack-Mode verstand ich, dass er nicht die nötige Pace hat."

Attack-Mode-Patzer von Dennis ausgenutzt: "Das perfekte Auto!"

Di Grassi habe somit "nur noch auf die passende Gelegenheit" warten müssen. Diese bekam er durch eine Unaufmerksamkeit von Dennis, der noch während eines laufenden Attack-Modes durch die Aktivierungszone fuhr und seinem Venturi-Rivalen somit die Führung überließ. "Nachdem er zum dritten Mal in den Attack-Mode ging, bin ich die besten drei, vier Runden meines Lebens gefahren, um eine Lücke aufzubauen."

"Das war wegen der wenigen Überholmöglichkeiten glücklicherweise genug. Der Kampf mit ihm war mega, aber das Team hat mir zu jeder Zeit das perfekte Feedback und ein perfektes Auto gegeben. Nach dem, was gestern passiert ist, verdienen wir das heutige Ergebnis sehr!"

Di Grassis Sieg in London ist der 13. seiner bisherigen Formel-E-Karriere. Er zieht in der Ewigen Statistik somit mit Sebastien Buemi (Nissan) gleich und egalisiert somit den seit 2019 bestehenden Rekord des Schweizers.

Durch die 25 Punkte für den Sieg sowie den Bonuszähler für die schnellste Rennrunde übernimmt di Grassi Position 6 im Gesamtstand der Fahrer. Seinem Team Venturi verhalf er, den Vorsprung auf DS Techeetah auszubauen: In der Team-WM liegt der Rennstall aus Monaco nun zwölf Punkte vor den Schwarz-Goldenen. Die nächste Gelegenheit für WM-Punkte bietet sich für di Grassi und Co. in zwei Wochen beim Saisonfinale in Seoul (13./14. August).

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