Formel E

"Unter dem Strich eine gute 1. Saison" - Porsche resümiert Debütjahr in der Formel E

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Mit 79 Punkten hat Formel-E-Neueinsteiger Porsche seine erste Saison in der Elektrorennserie auf dem achten Platz beendet. Andre Lotterer gelang es dabei mehrfach, echte Glanzlichter für die Zuffenhausener zu setzen. Nach seinen ersten elf Rennen in der Formel E zieht der Sportwagenhersteller ein positives Fazit.

Lotterer erreichte beim Saisonauftakt in Diriyya sowie beim ersten Berlin-Rennen jeweils den zweiten Platz, dazu die Pole-Position in Mexiko. In der Gesamtwertung ließ Porsche die Formel-E-Routiniers Mahindra, Venturi, Dragon und Nio hinter sich und wurde von Titelkandidat Jaguar nur um zwei Punkte geschlagen - das Team kann mit seiner Rückkehr in den Monoposto-Sport durchaus zufrieden sein, auch wenn es für den ersten E-Prix-Sieg noch nicht reichte.

Besser in die Formel E eingestiegen ist bislang nur Techeetah: Das aktuelle Meisterteam schloss seine Debütsaison 2016/17 auf Platz 5 ab, damals allerdings mit dem beinahe konkurrenzlosen Kundenfahrzeug von Renault, das in jener Saison insgesamt sieben Siege holte (sechs durch Sebastien Buemi im Werksteam, einer zum Saisonabschluss von Jean-Eric Vergne für Techeetah).

Einzig und allein die Tatsache, dass Lotterers Teamkollege Neel Jani nur ein Rennen unter den ersten Zehn beendete und mit acht Zählern lediglich Platz 20 in der Gesamtwertung belegte, trübt das positive Ergebnis für Porsche ein wenig. Doch der Hersteller hat bereits reagiert: In der kommenden Saison wird Pascal Wehrlein an der Seite von Lotterer an den Start gehen.

Lindesay: "Insgesamt sind wir sehr zufrieden"

"Unter dem Strich war es eine gute erste Saison für uns", zieht Lotterer ein positives Fazit nach dem ersten Jahr bei seinem neuen Team. "Wir hatten zwei zweite Plätze, einige starke Rennen und wenige nicht so gute. Es gibt noch immer viel über diese Serie zu lernen. Trotzdem war das ein vielversprechender Start. Ich denke, dass wir im nächsten Jahr noch stärker sein werden."

"Insgesamt sind wir sehr zufrieden", sagt Amiel Lindesay, der bei Porsche als Einsatzleiter für die Formel E zuständig ist. "Wir wussten, dass der Einstieg für uns als komplett neues Team (im Gegensatz zu Mercedes) eine große Herausforderung sein würde. Aber wir haben sie gemeistert. Der zweite Platz zum Auftakt in Diriyya hat uns gleich zu Beginn einen großen Motivationsschub gegeben."

Der Neuseeländer weiter: "Mindestens genauso wichtig waren die Erkenntnisse, die wir die gesamte Saison über gewonnen haben und von denen wir zukünftig profitieren werden. Die sechs Rennen innerhalb von neun Tagen in Berlin waren sehr intensiv, haben uns aber als Team noch stärker zusammengeschweißt. Wir freuen uns jetzt schon auf die neue Saison."

Enzinger: "Unser Ziel für die neue Saison sind Siege"

"Für uns ist in Berlin eine in vielerlei Hinsicht außergewöhnliche Saison zu Ende gegangen", resümiert Fritz Enzinger, Porsche-Motorsport-Leiter. "Wir haben unsere Premiere im rein-elektrischen Rennsport gefeiert – und aus dem Stand Erfolge errungen. Gleich beim Saisonauftakt stand Andre Lotterer als Zweiter auf dem Podium. Es folgte ein weiterer Podestplatz in Berlin. Bei acht von elf Events haben wir mit dem TAG Heuer Porsche Formel-E-Team Punkte gesammelt. Diese Bilanz ist für einen Neuling in der Formel E herausragend."

"Wir kamen ohne Erfahrungswerte aus einem Partner- oder Kundenteam in diese Meisterschaft und haben uns jedes einzelne Erfolgserlebnis gemeinsam erarbeitet", so Enzinger weiter. Er kündigt an: "Ab sofort gilt unsere volle Konzentration der Vorbereitung auf die kommende Saison. Wir haben viele Erfahrungen gesammelt, die uns für die bevorstehenden Aufgaben noch stärker machen werden. Fest steht: Porsche fühlt sich in der Formel E wohl. Unser Ziel für die neue Saison sind Siege."

Ein Formel-E-Sieg wäre nicht nur für Porsche, sondern auch für die beiden Fahrer der kommenden Saison ein neues Erlebnis: Für Lotterer und Wehrlein stehen als beste Platzierungen in der Rennserie bislang nur zweite Plätze zu Buche. Die neue Saison, die erstmals mit dem FIA-Prädikat einer Weltmeisterschaft ausgetragen wird, startet am 16. Januar 2021 in Santiago.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

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