Formel E

Veni, vidi, vici: Das e-Formel.de Fahrer-Rating zum Rom E-Prix 2021

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Red-White-Green-Mercedes-Confetti-Celebrations-Car

Wie erwartet sorgte die neue Streckenführung der Formel E in Rom für jede Menge Action. Auf der welligen Piste im EUR-Bezirk konnten sich Jean-Eric Vergne und Stoffel Vandoorne als Sieger den beiden Rennen am Samstag und Sonntag feiern lassen. Doch wie gut haben sich die anderen Fahrer geschlagen?

Im e-Formel.de Fahrer-Rating bewerten unsere Redakteure nach jedem Rennwochenende der Saison 2021 die Leistung aller Fahrer und Teams. Außerdem haben wir für unser Voting wie immer Unterstützung von einem externen Medienkollegen erhalten. Dieses Mal war es Sat.1-Kommentator Eddie Mielke - vielen Dank!

Die Fahrer-Bewertungen zum Rom E-Prix

Stoffel Vandoorne | 9.3 Punkte

Rennergebnis: DNF / Platz 1
Fahrerwertung:
Platz 4

Nach der Pole-Position am Samstag dürfte Stoffel Vandoorne wohl auf ein besseres Resultat gehofft haben. Durch ein ungestümes Manöver von Andre Lotterer (Porsche) schied der Mercedes-Pilot jedoch bereits in Runde 2 aus dem Kampf um den Sieg aus. Anschließend zeigte er dennoch eine eindrucksvolle Aufholjagd von Platz 13 auf Rang 6. Leider endete sein Rennen kurz vor Schluss in der Mauer, als er dem verlangsamenden Lucas di Grassi (Audi) auswich und abseits der Ideallinie einen Gullydeckel erwischte, der sein Fahrzeug aushebelte.

Unglücklicherweise traf er dabei ausgerechnet seinen Teamkollegen Nyck de Vries. Die "Silberpfeile" schlugen nach einem langen Reparatur-Abend für die Mechaniker jedoch eindrucksvoll zurück. Zwar bereiteten Vandoorne sonntags auch glückliche Umstände (Cassidys Dreher, Wehrleins Attack-Mode-Timing) den Weg an die Spitze des Feldes. Doch als der Belgier die Führungsposition erreicht hatte, kontrollierte er souverän das Renntempo und hatte seine Rivalen zu jedem Zeitpunkt des Rennens im Griff.

FAZIT: Abermals ein starkes Rennwochenende von Vandoorne, der sich in Rom zum vierten Sieger im vierten Saisonrennen krönte.

Mitch Evans | 8.0 Punkte

Rennergebnis: Platz 3 / Platz 6
Fahrerwertung:
Platz 2

Samstags erreichte Evans nach einer Aufholjagd von Startplatz 12 das Podium, sonntags reichte es von derselben Position "nur" für Rang 6. Der Neuseeländer ging dabei besonders schonend mit seiner verfügbaren Energie um und hätte für die Schlussphase noch einige Reserven gehabt. Das späte Safety-Car machte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung. Nichtsdestotrotz liegt Evans nach vier Rennen auf Rang 2 der Fahrermeisterschaft.

FAZIT: Kann Evans diese Konstanz aufrechterhalten, könnte er schon bald die Führung in der Fahrer-WM von seinem traditionell weniger konstanten Teamkollegen Sam Bird übernehmen.

Lucas di Grassi | 7.8 Punkte

Rennergebnis: DNF / DNF
Fahrerwertung:
Platz 18

Am Rennsamstag fuhr der Brasilianer ein sehenswertes Rennen: Im ersten Drittel profitierte er vom Vandoorne/Lotterer-Unfall sowie von einer Durchfahrtsstrafe gegen Oliver Rowland (Nissan). Anschließend fiel er bei einer Attack-Mode-Aktivierung hinter Jean-Eric Vergne (DS Techeetah) zurück. In kontaktreichen Duellen gegen Robin Frijns (Virgin) und Nyck de Vries (Mercedes) kämpfte sich di Grassi zurück und übernahm mit einem beherzten Überholmanöver schließlich rund sieben Minuten vor Schluss abermals die Spitze. Dann brach seine Antriebswelle.

Die Enttäuschung über das daraus resultierende "DNF"-Ergebnis konnte er am Sonntag nicht wettmachen. Bei einem Verteidigungsmanöver kollidierte er mit seinem Langzeitrivalen Sebastien Buemi (Nissan). Der Schweizer schob di Grassi - zu diesem Zeitpunkt auf Rang 8 - auf der Startgeraden an und bugsierte ihn in die Betonmauer. Mit einem beschädigten Fahrzeug gab der Audi-Fahrer das Rennen kurz darauf auf.

FAZIT: Die Startplätze 4 und 13 sowie zwei vorzeitige Ausfälle lassen di Grassis Wochenende in der Statistik deutlich schlechter aussehen, als es war.

Sam Bird | 7.7 Punkte

Rennergebnis: Platz 2 / DNF
Fahrerwertung: Platz 1

Im Samstagsrennen von Rom erreichte Sam Bird den zweiten Platz. Gemeinsam mit Mitch Evans komplettierte er damit das erste Doppel-Podium in Jaguars Formel-E-Teamgeschichte. Am Sonntag reichte seine Pace nur für Duelle im Mittelfeld aus.

Mit einem ungestümen Manöver kostete er Nico Müller (Dragon) einige Positionen, ehe er nach einem Unfall mit Nyck de Vries in der letzten Runde des Rennens ausschied. Bei der Kollision war Bird mehr oder minder chancenlos, allerdings hätte seine fahrerische Leistung an diesem Tag wohl ohnehin nur für Platz 10 gereicht.

FAZIT: Samstags auf Spitzenniveau, doch am Sonntag war der Wurm drin.

Jean-Eric Vergne | 7.2 Punkte

Rennergebnis: Platz 1 / Platz 11
Fahrerwertung:
Platz 8

Im Samstagsrennen von Rom spielte Formel-E-Routinier Jean-Eric Vergne seine gesamte Erfahrung aus: Beinahe das gesamte Rennen duellierte er sich mit Lucas di Grassi, ehe die Antriebswelle des Audi-Fahrers brach und Vergne die Führung endgültig übernehmen konnte.

Sonntags zeigte sich ein anderes Bild: Bei fünf überholten Fahrzeugen (ausgehend von Startplatz 20) kann wohl kaum von einer "Aufholjagd" nach dem Regen-Qualifying die Rede sein, auch wenn er dank Strafen gegen seine Konkurrenten letztlich als Elfter gewertet wurde. Vergne hatte zudem mit seinem Fahrzeug und einer falschen Attack-Mode-Konfigurierung zu kämpfen. Laut Kommunikation am Teamfunk konnte er offenbar zwar den 235-kW-Modus aktivieren, der Motor rief aber nicht die entsprechende Leistung ab.

FAZIT: Hellstes Licht und dunkelster Schatten für Vergne in Rom. Vor Valencia liegt noch etwas Arbeit vor DS Techeetah.

Alexander Sims | 7.2 Punkte

Rennergebnis: DNF / Platz 2
Fahrerwertung:
Platz 9

Alexander Sims zählt zu den eher unscheinbaren Piloten im Formel-E-Fahrerfeld - dabei muss sich der Brite gar nicht verstecken. Samstags schied er mit einem defekten Fahrzeug nach fünf Minuten aus, doch am Sonntag brillierte Sims schon im Qualifying. Die Zielflagge sah er dank einem intelligenten Manöver gegen einen unaufmerksamen Pascal Wehrlein (Porsche) auf Platz 2. Es ist sein bestes Ergebnis seit seinem Sieg in Diriyya 2019.

FAZIT: Schade eigentlich, dass Sims die Pace des Rom-Sonntags nicht öfter abrufen kann.

Pascal Wehrlein | 7.2 Punkte

Rennergebnis: Platz 7 / Platz 3
Fahrerwertung:
Platz 6

Porsche-Neuzugang Pascal Wehrlein war trotz einer Podestplatzierung nicht ganz zufrieden mit seiner Rom-Leistung. In der ersten Hälfte beider Rennen zeigte der Deutsche jeweils gute Pace, die jedoch (übrigens wie bei seinem Teamkollegen Lotterer) mit abnehmendem Energiestand immer schlechter wurde.

Hinzu kommt eine peinliche Unaufmerksamkeit am Ende der Full-Course-Yellow-Phase, bei der er eine Position an Alexander Sims verlor. In Interviews und der Pressekonferenz nach dem Rennen zeigte sich Wehrlein enttäuscht über die verpasste Gelegenheit zum Rennsieg, schließlich führte er den E-Prix zwischenzeitlich an.

FAZIT: Gewiss wäre mehr möglich gewesen, doch Wehrlein darf zufriedener mit seinem dritten Platz sein. Zumal er der einzige Fahrer der Formel E ist, der bislang in jedem Rennen konstant punktete.

Maximilian Günther | 6.5 Punkte

Rennergebnis: Platz 9 / Platz 5
Fahrerwertung:
Platz 15

BMW scheint den verkorksten Saisonstart in Diriyya hinter sich gelassen zu haben. Während Jake Dennis ein Wochenende zum Vergessen erlebte, erreichte Maximilian Günther an beiden Renntagen die Super-Pole und im Rennen die Top 10. Ein kurioser Dreher kostete ihm am Samstag ein besseres Ergebnis. Sonntags verlor er durch eine verpasste Attack-Mode-Aktivierung eine Menge Zeit und die Chance auf ein mögliches Podium.

FAZIT: Günther war nach dem Wochenende mit der "Punkteausbeute zufrieden, auch wenn am Sonntag noch etwas mehr drin gewesen wäre." Besser als er selbst kann man es wohl nicht zusammenfassen.

Edoardo Mortara | 6.3 Punkte

Rennergebnis: DNF / Platz 4
Fahrerwertung:
Platz 7

Vor der Saison stand Edoardo Mortara unter einem gewissen Leistungsdruck. Als Venturi-Fahrer hatte der Schweizer schon im vergangenen Jahr dasselbe "Werkzeug" wie die Mercedes-Werkspiloten de Vries und Vandoorne zur Verfügung, schaffte es aber nur auf Platz 14 in der Fahrerwertung. 2021 scheint es besser für ihn zu laufen: Platz 2 und ein verpasster Start im Diriyya, nun ein weiterer vierter Rang in Rom.

Bereits nach vier Rennen hat Mortara 30 Punkte sammeln können - acht mehr als zu diesem Zeitpunkt in der letzten Saison. Hätte ihn die Technik am Rom-Samstag nicht im Stich gelassen (elektronisches Problem im Qualifying, Frontflügelschaden im Rennen), wären vielleicht sogar noch mehr Zähler möglich gewesen.

FAZIT: Es scheint so, als könnte Mortara in diesem Jahr mehr Potenzial ausschöpfen als im Vorjahr. Weiter so!

Robin Frijns | 6.3 Punkte

Rennergebnis: Platz 4 / Platz 18
Fahrerwertung: Platz 3

Am Samstag fuhr Robin Frijns zwischenzeitlich auf Position 2, fiel durch einen zu hohen Energieverbrauch und ein robustes Manöver von Lucas di Grassi jedoch bis auf Rang 4 zurück. Das gute Resultat konnte er am Sonntag leider nicht wiederholen: Im Qualifying küsste er zunächst eine Mauer. Dann bekam er eine Strafe für einen nicht genutzten Attack-Mode und - sehr zum Ärger einiger Konkurrenten - noch eine weitere, weil er während des Safety-Car-Starts zu viel Abstand zu seinem Vordermann gelassen hatte.

FAZIT: Top im ersten Rennen, Flop im zweiten. Trotzdem ist Frijns immer noch Gesamtdritter. Mal sehen, wie er in Valencia zurückschlagen kann.

Die weiteren Positionen im Fahrer-Rating:
Position Fahrer Note Ergebnis Samstag Ergebnis Sonntag
11. Rene Rast 6,2 Platz 6 DNF
12. Norman Nato 5,7 Platz 11 DSQ
13. Sebastien Buemi 5,3 Platz 5 Platz 10
14. Antonio Felix da Costa 5,3 DNF Platz 7
15. Oliver Rowland 5,3 Platz 12 Platz 16
16. Nick Cassidy 5,3 Platz 15 DNF
17. Tom Blomqvist 5,2 Platz 10 Platz 8
18. Nyck de Vries 5,0 DNF DNF
19. Andre Lotterer 4,5 Platz 14 Platz 15
20. Nico Müller 4,5 Platz 13 Platz 9
21. Alex Lynn 4,3 Platz 8 Platz 17
22. Sergio Sette Camara 3,8 Platz 16 Platz 12
23. Jake Dennis 3,2 DNF Platz 13
24. Oliver Turvey 2,3 DNS Platz 14

 

So hat die Redaktion abgestimmt:
Fahrer Tobias Bluhm Svenja König Timo Pape Elias Wilhelm Tobias Wirtz Eddie Mielke Durchschnitt
01. Stoffel Vandoorne 10 10 8 10 10 8 9.33
02. Mitch Evans 8 8 7 9 9 7 8.00
03. Lucas di Grassi 8 9 9 7 9 5 7.83
04. Sam Bird 7 9 8 9 8 5 7.67
05. Jean-Eric Vergne 7 7 8 9 6 6 7.17
06. Alexander Sims 7 7 7 8 7 7 7.17
07. Pascal Wehrlein 6 7 8 7 8 7 7.17
08. Maximilian Günther 6 6 7 7 7 6 6.50
09. Edoardo Mortara 6 5 6 8 7 6 6.33
10. Robin Frijns 7 6 6 7 7 5 6.33
11. Rene Rast 6 6 6 8 6 5 6.17
12. Norman Nato 6 5 7 6 6 4 5.67
13. Sebastien Buemi 5 4 6 6 6 5 5.33
14. Antonio Felix da Costa 5 5 6 5 6 5 5.33
15. Oliver Rowland 6 5 5 6 8 2 5.33
16. Nick Cassidy 7 6 6 5 4 4 5.33
17. Tom Blomqvist 4 4 7 6 5 5 5.17
18. Nyck de Vries 6 4 5 5 7 3 5.00
19. Nico Müller 4 5 5 4 5 4 4.50
20. Alex Lynn 5 5 4 5 6 1 4.33
21. Andre Lotterer 5 5 4 5 5 0 4.00
22. Sergio Sette Camara 5 3 4 4 4 3 3.83
23. Jake Dennis 2 6 3 3 3 2 3.17
24. Oliver Turvey 2 4 2 4 1 1 2.33

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