Formel E

Venturi: Ein Funken Hoffnung für Mexiko-Stadt

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Der Saisonstart verlief für Venturi alles andere als planmäßig. Nach einem neunten und zehnten Platz in Hongkong kam der monegassische Rennstall bei keinem der beiden folgenden ePrix in die Punkte. Während dem Deutschen Maro Engel beide Male technische Probleme einen Strich durch die Rechnung machten, kam sein Teamkollege Stephane Sarrazin nicht über zwei zwölfte Plätze hinaus. Venturi liegt mit insgesamt drei Zählern abgeschlagen auf dem vorletzten Platz der Team-Wertung - und über 100 Punkte hinter Spitzenreiter Renault e.dams.

Für das Team um Managerin Delphine Biscaye kommt Aufgeben jedoch noch lange nicht infrage. Kurz vor dem Mexico City ePrix, der am 1. April ansteht, keimt neue Hoffnung bei den Monegassen auf. Nicht nur soll in Sachen Fahrzeugsoftware ein großer Sprung gemacht werden - auch könnte die FIA kleinere Hardware-Updates erlauben.

Zögern vor dem Sprung ins kalte Wasser

Venturi vertraut als einziges Team weiterhin auf die Technologie von McLaren. Das britische Unternehmen lieferte in der ersten Saison standardmäßig alle Elektromotoren an die Teams aus, ehe die Entwicklung von Antriebssträngen ab Saison zwei den Herstellern übergeben wurde. Venturi baute damals auf eine Weiterentwicklung des McLaren-Aggregats - und blieb auch für Saison drei grundsätzlich bei dem Elektromotor aus Woking.

Dieser Schritt scheint sich allmählich als nicht die beste Entscheidung herauszustellen. Trotz überarbeitetem Inverter und neuer Bordelektronik scheint der McLaren-Antrieb etwas zu alt und ineffizient zu sein, um an der Spitze mitzufahren. Insbesondere im Vergleich mit den Aggregaten von Renault (e.dams und Techeetah) oder Schaeffler (ABT) liegt Venturi weit zurück. Besonders schwer gestalten sich offenbar Temperatur- und Energiemanagement.

Selbstverständlich gleicht der McLaren-Motor bei Weitem nicht mehr dem Aggregat aus Saison eins, in der die Formel E die E-Motoren des McLaren P1 nutzte. Doch die Weiterentwicklungen der Briten sind eher eine Evolution als eine Revolution. Seit Venturi in Saison zwei vor dem Sprung ins kalte Wasser zögerte, schwimmt die Konkurrenz davon. Genau dieses Spielen der sicheren Karte fällt Venturi nun auf die Füße.

Licht am Ende des Tunnels

Doch für Venturi-Fans gibt es Hoffnung. Schon in Mexiko-Stadt könnten sich die Aussichten der Schwarz-Roten ändern. So kündigte das Team für das zweite Amerika-Rennen der Saison große Updates in Sachen Software an. Und auch die bereits homologierte Hardware könnte laut einem Bericht auf der offiziellen Formel-E-Webseite (Tech Diary) von einem Upgrade profitieren. Das habe FE-Blogger Marc Priestley vom Team selbst erfahren.

Eigentlich sieht das FIA-Reglement vor, dass ein Antriebsstrang nach der Homologation im Frühjahr nicht mehr überarbeitet werden darf. Jedoch gibt es im technischen Reglement auch einen Abschnitt, der Verbesserungen auch nach der technischen Abnahme der Motoren erlaubt, wenn die Upgrades aufgrund von "Sicherheits- oder Zuverlässigkeitsbedenken" durchgeführt werden.

Sollte Venturi die FIA von den Bedenken überzeugen können, so könnte die Ausnahmeregelung aktiviert werden, sodass der Rennstall nachträglich kleinere Änderungen am Antriebsstrang vornehmen kann. Ob dies gelingt, werden wir wohl frühestens in Mexiko-Stadt erfahren.

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