Formel E

Vergne wettert nach Mexiko-Rennen: "Habe nichts falsch gemacht, und niemand wurde bestraft!"

Timo Pape

Timo Pape

Beim dramatischen Formel-E-Rennen von Mexiko-Stadt am vergangenen Samstag lief es für das Team DS Techeetah durchwachsen. André Lotterer erreichte das Ziel immerhin als Fünfter und nahm wichtige Punkte für die Meisterschaft mit. Teamkollege Jean-Eric Vergne hingegen war ein einen Unfall in der zweiten Runde verwickelt und belegte am Ende den dreizehnten Platz - seine zweite Nullnummer in Folge, nachdem der Meister zuvor 20 Rennen in Folge gepunktet hatte.

Nach dem Start vom achten beziehungsweise zwölften Platz war die Zielsetzung klar: um Punkte kämpfen und sich in der Gesamtwertung verbessern. Bereits in der ersten Runde überholte Vergne BMW-Pilot Alexander Sims, der aber direkt wieder an ihm vorbeifuhr. Wenige hundert Meter später kam es zum spektakulären Crash mit Nelson Piquet jr. Vergne hat seine eigene Sicht auf den Unfallhergang.

"Ich habe die Tür zugemacht und meine Spur gehalten", erklärt der Franzose bei 'Motorsport.com'. "Ich habe nichts falsch gemacht und am ganz normalen Bremspunkt gebremst - und er kam einfach über mich geflogen. Keine Ahnung, was er sich dabei gedacht hat. Vielleicht hat er die Kurve nicht gesehen, weil er so weit innen war. Er hat sich beim Bremspunkt total verschätzt. Aber ich will nicht schlecht über Nelson reden. Ich bin einfach froh, dass es ihm gut geht, denn es war ein heftiger Abflug. Trotzdem war es unnötig."

Piquet bewertet den Unfall etwas anders: "Es schien, als würde JEV schon zu diesem frühen Zeitpunkt Energie sparen. Ich dachte sogar, er hätte ein Problem, und ich fuhr auf die Innenbahn. Dann begann er, nach innen zu ziehen, aber ich hatte vor, die Kurve innen anzubremsen und zu überholen. Doch er rekuperierte ziemlich früh, was mich natürlich sehr überrascht hat. Als ich ihn traf, war ich im Grunde noch am Beschleunigen. Als es passiert ist, dachte ich noch, er hätte die Tür auf jeden Fall zu früh zugemacht. Nachdem ich die Bilder gesehen habe, gebe ich ihm nicht mehr zu 100 Prozent die Schuld."

Weiteres Ungemach für die DS-Piloten

In der folgenden Full-Course-Yellow-Phase wurde Lotterer von Edoardo Mortara und Jerome d'Ambrosio überholt - eigentlich unzulässig. Es folgte zum zweiten Mal in der Geschichte der Formel E eine rote Flagge. Das bedeutete gut eine halbe Stunde Pause für alle Beteiligten, während die Streckenposten die Unfallstelle aufräumten.

In dieser Zeit konnten die DS-Mechaniker das Fahrzeugheck von Vergne reparieren, das nur leichten Schaden genommen hatte. Als die Rennleitung den E-Prix wieder freigab, starteten Lotterer und Vergne vom achten und zehnten Platz. Nach einem Stoß von Mitch Evans im Stadion drehte sich Vergne, dann kollidierte er mit Tom Dillmann und fiel auf den 17. Platz zurück. Die beiden Piloten von DS Techeetah holten in der letzten Runde noch etwas auf und erreichten als Fünfter und 13. das Ziel.

"Drei Konkurrenten haben in der Full-Course-Yellow-Phase überholt, durch einen weiteren habe ich mich gedreht. Niemand wurde bestraft!", wettert Vergne. "Ich werde mit den FIA-Verantwortlichen sprechen, um zu verstehen, wie so etwas passieren konnte. Das Team hat unglaubliche Arbeit geleistet, und ich danke allen. Wir haben kein Glück gehabt, aber wir werden zusammenhalten und nach vorn schauen."

Lotterer "immerhin in der Nähe des Podiums"

Teamkollege Lotterer kann sich über seine zehn Punkte und den nun sechsten Gesamtrang ebenfalls nur wenig freuen: "Es war ein schwieriger Tag. Ich hatte Abstimmungsschwierigkeiten mit meinem Rennwagen, aber zumindest bin ich in die Nähe des Podiums gekommen. Wir werden weiter hart arbeiten."

Teamchef Mark Preston resümiert: "Jean-Eric war wieder zur falschen Zeit am falschen Ort. Er wurde von eifrigen Konkurrenten im Mittelfeld angegriffen und musste sein Ziel, Punkte zu erzielen, begraben. Andre ist es aber gelungen, ein sehr solides Rennen zu bestreiten."

Xavier Mestelan Pinon, Direktor von DS Performance, ergänzt: "Der E-Prix in Mexiko war bis zum Schluss spannend. Andre konnte dank seines effizienten DS E-Tense FE19 Plätze aufholen, als seine Konkurrenten langsamer fahren mussten. Die Saison hat noch neun Rennen - alles ist möglich."

NIO EP9 auf der Nordschleife

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