Formel E

Verschiedene Rennformate & Leistungslevel in Formel-E-Gen4-Ära "eröffnen uns neue Möglichkeiten"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Formel-E-Gen3-Auto-blau-fährt-auf-Bühne

Nachdem vor Kurzem bereits die ersten Details zur vierten Fahrzeuggeneration der Formel E bekannt wurden, hat der Noch-Geschäftsführer, Jamie Reigle, nun einen ersten Einblick in die Überlegungen zum Rennformat der Gen4-Ära gegeben. Der Kanadier wünscht sich mehr Flexibilität bei der Gestaltung der Rennen und erwägt unterschiedliche Regelwerke in Abhängigkeit vom Streckendesign - oder gar innerhalb eines "Double-Headers". Der Schlüssel dazu könnten verschiedene Leistungsmodi sein.

Bis zu 600 kW Leistung, Allradantrieb, 700 kW Rekuperation und eine potenzielle Frontmotor-Entwicklung durch die Hersteller - die technischen Daten der für 2026 geplanten Formel-E-Boliden lassen einen großen Schritt vorwärts vermuten. Auch Performance-Reifen für trockene Bedingungen könnten zum Paket gehören, mit dem die Elektroserie in ihre vierte Fahrzeuggeneration starten will. Zudem wollen die Verantwortlichen die Rennen anders gestalten, als es bislang der Fall ist.

Die Gründe dafür sind vielfältig. So gibt es auf einigen Stadtkursen, wo die Schaffung größerer Auslaufzonen nicht möglich wäre, Sicherheitsbedenken, sollten dort Rennwagen mit fast doppelt so viel Leistung wie heute fahren. London, Rom und Kapstadt könnten möglicherweise dasselbe Schicksal erleiden wie Paris: Der Kurs rund um den Invalidendom war schon für die Gen3-Boliden nicht geeignet und fiel aus dem Kalender.

Zusätzlich will die Rennserie den Herstellern unterschiedliche Herausforderungen geben, was die Entwicklung der Antriebe angeht. Und schließlich sollen auch die Fans Rennen sehen, die sich mehr voneinander unterscheiden - weg vom Einheitsbrei eines "Double-Headers".

Reigle will "so viel Flexibilität wie möglich schaffen"

"Sollten wir je nach Veranstaltungsort darüber nachdenken, ob wir unterschiedliche Leistungslevel haben, um uns an die jeweilige Strecke anzupassen?", fragt Jamie Reigle bei 'The Race'. "Wir haben in den ersten Diskussionen um Gen4 tief die Frage verankert, wie wir in Bezug auf das Rennformat so viel Flexibilität wie möglich schaffen können. Ich möchte die Flexibilität haben, das Produkt zu optimieren, um das Erlebnis für die Fans zu verbessern."

"Ich denke, der Geist der Formel E ist, dass wir uns weiterentwickeln und flexibel sind", so der Kanadier weiter. "Es ist nicht zwingend erforderlich, dass das Rennen 45 Minuten dauert oder die entsprechende Anzahl an Runden. Es könnte sein, dass es uns eine bestimmte Strecke erlaubt, eine sehr hohe Leistung über einen kürzeren Zeitraum zu demonstrieren. Während hingegen eine andere Strecke für Energieeffizienz, Rekuperation und Aufladen optimiert ist. Dort könnten wir auf eine größere Renndistanz setzen."

"Das eröffnet uns neue Möglichkeiten", fährt er fort. Denkbar sei führ Reigle auch eine Kombination von verschiedenen Rennformaten an zwei Tagen eines "Double-Headers", sollte die Strecke dies aus Sicherheitsgründen zulassen - wie zum Beispiel in Berlin. "Ich persönlich bin damit einverstanden, dass Samstag und Sonntag identisch sind. Das soll aber nicht heißen, dass das auch weiterhin so sein wird."

Plattform für Hersteller soll verbessert werden

Dass der Weg in die Zukunft für die Elektroserie nicht ohne die engagierten Hersteller zu beschreiten ist, steht außer Frage. Daher ist es der Formel E wichtig, dass die Anforderungen der Konstrukteure bei der Gestaltung des Rennformats berücksichtigt werden.

"Wir wollen die Rennserie nicht ausschließlich für die Technologie und die Hersteller optimieren, aber sie sind ein wichtiger Interessenvertreter", erklärt Reigle. "Wenn ich ein Hersteller bin, der hohe Leistung und Ausdauer zeigen will - und damit meine ich nicht Ausdauer im Sinne von Langstreckenrennen in der WEC, sondern in Bezug auf Elektroautos - dann sollte die Formel E in der Lage sein, das zu ermöglichen. Heute können wir das noch nicht auf sinnvolle Art und Weise. Wir sind auf 350 kW limitiert."

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