Formel E

Im Video: So funktioniert die Bergung eines Fahrers nach einem Formel-E-Unfall

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

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Nach einem Unfall besteht in der Formel E im Vergleich zu "klassischen Rennserien" eine besondere Gefahr: Hochspannung. Bei 800-Volt-Antriebssträngen könnte der Kontakt mit dem Fahrzeug für das Bergungsteam der Elektroserie tödlich sein. Wie möglicherweise verletzte Fahrer dennoch aus dem Auto gehievt werden können, zeigt die Formel E in einem neuen Video.

Mit der vom medizinischen Bergungsteam MDD Motorsports unterstützten "Red Car Procedure" will die Formel E sicherstellen, dass der Fahrer und das Unfallfahrzeug in einer sicheren Art und Weise geborgen werden - auch und vor allem für das Bergungsteam.

"Sobald es einen Unfall auf der Strecke gibt, erstatten die Streckenposten der Rennleitung Bericht zum Zustand des Autos. Wenn am Fahrzeug eine rote Lampe leuchtet, dürfen sie den Wagen nicht berühren", erklärt der FIA-Medizindelegierte Bruno Franceschini. Die Lampe befindet sich unmittelbar vor dem Kopf des Fahrers, neben der zentralen Halo-Säule. "Das rote Licht bedeutet, dass es im elektrischen Prozess ein Problem gibt."

"Ob das ein Batterieproblem, eine Fehlfunktion eines Kabels oder des Inverters ist, ist dabei egal: Sobald es ein elektrisches Problem gibt, warnt das Auto (das Bergungsteam) mit einer roten Lampe", führt Franceschini aus.

"In diesen Autos ist Hochspannungstechnologie verbaut. Bei einem Unfall könnte die Karosserie also unter Spannung stehen. Deswegen müssen wir alle an der Bergung beteiligten Personen schützen. Wir bedecken deswegen das Fahrzeug, um das Team zu schützen und zu isolieren, während sie mit dem Fahrer arbeiten. Kein Teil des Autos darf den Boden oder einen Mitarbeiter berühren. Das ist das Schwerste dabei."

Das Medizinteam der Formel E trägt zudem isolierende Gummihandschuhe und nutzt große Haken, die auch in den Garagen beim Verbinden des Ladekabels zum Einsatz kommen. "Um die Fahrer sicher aus dem Auto zu heben, benutzen wir außerdem die sogenannte Boa", erklärt Franceschini. "Damit können wir den Fahrer bergen, ohne seinen Hals zu berühren. Nach Unfällen besteht das Risiko einer Wirbelsäulenverletzung. Die Boa erlaubt es uns, den Piloten aus dem Auto zu heben und seine Wirbelsäule zu schützen."

Den Bergungsprozess probt das medizinische Team an jedem Wochenende, oftmals auch unter Einbezug der Formel-E-Stammfahrer. "Bislang gab es noch keinen einzigen Zwischenfall, bei dem wir einen Fahrer aus einem 'Red Car' bergen mussten", berichtet der FIA-Experte dennoch stolz. "Die Ingenieure haben gute Arbeit bei der Isolierung der Batterie geleistet."

"Trotzdem wiederholen wir diese Übung freitags vor jedem Lauf. Wenn so etwas während des Rennens passiert, weiß das Team also perfekt Bescheid. Dank dieser Übung dürfen keine Fehler passieren." Wie die Bergungsübung aus der Perspektive der Medical-Car-Besetzung aussieht, lernst du im unten eingebetteten Video der Formel E.

Video: So funktioniert die Bergung eines Formel-E-Fahrers nach einem Unfall

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