Formel E

"Völliger Schwachsinn" - Felix da Costa & Buemi hadern nach Unfall mit Attack-Zone

Timo Pape

Timo Pape

Nach einem folgenschweren Unfall zwischen Antonio Felix da Costa und Sebastien Buemi beim Samstagsrennen der Formel E in Diriyya sieht der DS-Techeetah-Fahrer keine Schuld bei sich. Buemi kritisiert vor allem den Veranstalter. Beide Fahrer mussten später im Rennen empfindliche Strafen hinnehmen.

Es war eine der rennentscheidenden Szenen: Nach gut einer Viertelstunde schob Felix da Costa im Kampf um Platz 2 seinen Nissan-Konkurrenten leicht mit der Nase an, woraufhin sich Buemi um 180 Grad drehte. Der Schweizer blieb quer auf der Strecke hinter Kurve 18 stehen und versuchte, sich wieder einzusortieren, obwohl von hinten diverse Autos im Renntempo um die Kurve kamen.

Schließlich fuhr Buemi quer über die Ideallinie, woraufhin mehrere Fahrer ausweichen mussten und Zeit verloren - unter anderem sein Teamkollege Oliver Rowland, der am Ende trotzdem Fünfter werden sollte. Eine gefährliche Aktion von Buemi, der sich letztlich als 14. wieder einreihte. Für diese Aktion sollte er später eine 10-Sekunden-Zeitstrafe erhalten. Buemi beendete das Rennen schlussendlich auf Position 12.

Verursacher der ganzen Szene war jedoch Felix da Costa, so das Urteil der Kommissare. Die Rennleitung sprach eine Durchfahrtsstrafe gegen den Portugiesen aus, die ihn weit zurückwarf. Durch verschiedene Umstände kam er wie durch ein Wunder noch auf Platz 10 und nahm zudem jeweils einen Punkt für die schnellste Rennrunde sowie für die Bestzeit in der Qualifying-Gruppenphase mit nach Hause. Einverstanden ist er mit seiner Bestrafung für den Buemi-Dreher trotzdem nicht.

"Meiner Meinung nach hätte ich in dieser Situation nichts anderes machen können", erklärt Felix da Costa via Twitter. "Buemi bremst am Kurvenscheitelpunkt massiv ab, um sich den Attack-Mode zu holen, fast wie bei einem Bremstest. Ich hatte keine Chance, diese Situation so vorherzusehen. (Am Ende war es) ein minimaler Kontakt, der ihn umgedreht hat."

Buemi abermals Opfer der Attack-Zone

Buemi selbst, der sich auf Platz 2 fahrend einiges vorgenommen hatte, kann die Kritik seines Kontrahenten gewissermaßen nachvollziehen und sieht die Schuld woanders: "Das Problem ist, dass die Attack-Zone an der denkbar schlechtesten Stelle war, das habe ich immer gesagt. Du kannst sie einfach nicht hinter der Innenbahn einer Kurve platzieren, weil sich die Geschwindigkeit in der Kurve dadurch massiv reduziert", erklärt Buemi bei den Kollegen von 'e-racing365'. "Man muss kein Genie sein, um zu verstehen, dass man auf so einer Linie nicht denselben Speed beibehalten kann wie auf der Ideallinie."

"Der Kerl hinter mir wusste nicht, dass ich mir den Attack-Mode holen wollte (…) und hat mich von hinten getroffen", wettert Buemi weiter. "Du müsstest folgerichtig zwei Sekunden Vorsprung haben (…), wenn du den Attack-Mode aktivieren willst - das ist doch völliger Schwachsinn. Wo hören wir da auf?" Erst beim Paris E-Prix 2019 war Buemi in einer sehr ähnlichen Situation gewesen, als er für die Attack-Zone verlangsamte und ihm der direkt hinter ihm fahrende Robin Frijns versehentlich das Reifenventil aufdrehte. "Ich habe in Paris die Meisterschaft verloren", hadert Buemi.

Felix da Costa gesteht seine Schuld ein, sieht sich aber gleichzeitig selbst auch als Opfer: "Natürlich habe ich ihn gedreht, und es tut mir sehr leid, dass ich sein Rennen dadurch kaputtgemacht habe. Aber in meinen Augen lag das nicht in meiner Macht. Er hatte noch eher die Chance, die Situation zu vermeiden als ich. Gerade er, der diese Sache im Fahrerbriefing angesprochen hatte, hätte es wissen müssen."

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

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