Formel E

Vorschau: Alles, was du zu den Vorsaison-Testfahrten der Formel E in Valencia 2023 wissen musst

Timo Pape

Timo Pape

Formel-E-Autos-Valencia-Testfahrten-2022

Die Formel E ist zurück - zumindest schon einmal für ihre alljährlichen Kollektiv-Testfahren in Valencia. In der kommenden Woche am Dienstag, Mittwoch und Freitag gehen die elf Teams in insgesamt sechs Sessions auf die Strecke, um sich auf die kommende WM-Saison 2023/24 vorzubereiten, die am 13. Januar in Mexiko starten wird. Alles Wissenswerte zum Vorsaison-Test liest du in unserer Vorschau.

Wie sieht das Programm in Valencia aus, und wie kann ich den Test verfolgen?

Am Sonntag beginnen die Formel-E-Teams bereits mit dem Aufbau ihrer Garagen. Für Montag sind zunächst diverse Meetings und Pflichttermine für die Teilnehmer angesetzt, dann wird es ernst: Dienstagvormittag von 9 bis 12 Uhr steht die erste von sechs Testsessions auf dem Programm. Nach einer zweistündigen Mittagspause geht es von 14 bis 17 Uhr mit der Nachmittagssession weiter. Dieser Tagesablauf erwartet die Fahrer und Teams auch am Mittwoch und Freitag. Der Donnerstag ist für Medienaktivitäten reserviert, es findet keine offizielle Session statt.

Neben dem regulären Zeitfahren sind zwei Rennsimulationen geplant, um das neue Rennformat zu testen. Die Formel E führt schließlich mit Saisonbeginn im Januar den neuen "Attack-Charge" ein - Schnellladeboxenstopps, bei denen die Fahrer Energie nachtanken und den Attack-Mode aktivieren sollen. Wann genau die Simulationen stattfinden werden, hat die Formel E bislang nicht bekannt gegeben.

Die Vorsaison-Testfahrten werden weder im TV noch online übertragen. Die Formel E stellt lediglich ein Livetiming zur Verfügung. e-Formel.de ist jedoch an der Strecke und berichtet unter anderem im Liveticker und mit Tages-Zusammenfassungen über das Geschehen in Valencia. Außerdem aktualisieren wir von Montag bis Freitag stetig eine Valencia-Ausgabe unserer beliebten Serie "Paddock-Geflüster".

Session Tag Datum Uhrzeit Coverage
Session 1 Dienstag 24.10.2023 09:00-12:00 e-Formel.de Liveticker
Session 2 Dienstag 24.10.2023 14:00-17:00 e-Formel.de Liveticker
Session 3 Mittwoch 25.10.2023 09:00-12:00 e-Formel.de Liveticker
Session 4 Mittwoch 25.10.2023 14:00-17:00 e-Formel.de Liveticker
Session 5 Freitag 27.10.2023 09:00-12:00 e-Formel.de Liveticker
Session 6 Freitag 27.10.2023 14:00-17:00 e-Formel.de Liveticker

 

Welche Fahrer & Teams nehmen an den Testfahrten teil?

Inzwischen haben alle Teams ihre Fahrerpaarungen für die kommende Formel-E-Saison vorgestellt. Einen Überblick inklusive sämtlicher Startnummern findest du auf unserer Fahrer- und Teamübersicht. Darüber hinaus erhalten zahlreiche Rookies einen Testeinsatz.

Was hat es mit den Rookies in Valencia auf sich?

Zum ersten Mal bei den Vorsaison-Testfahrten mussten alle Teams mindestens einen Rookie nominieren, der bis dahin kein Formel-E-Rennen bestritten hat. Die Einbeziehung von Neulingen soll ihnen eine seltene Testgelegenheit bieten, um mit guten Leistungen auf sich aufmerksam zu machen. Rookies können theoretisch an jeder der sechs Sessions teilnehmen, ausgenommen der Rennsimulationen.

"Wir freuen uns darauf, den besten Nachwuchstalenten die Chance zu geben, zu zeigen, warum sie einen Platz in der zukünftigen Meisterschaft verdienen - indem sie gegen die Elitefahrer und Weltmeister der heutigen Formel E antreten", erklärt Alberto Longo, Mitbegründer und Chief Championship Officer der Formel E.

Übersicht: Rookie-Nennliste für die Formel-E-Testfahrten in Valencia 2023

Team Fahrer 1 Fahrer 2 (optional)
ABT Cupra Tim Tramnitz Adrian Tambay
Andretti Zane Maloney -
DS Penske Robert Shwartzman -
Envision Racing Jack Aitken -
Jaguar TCS Racing Sheldon van der Linde -
Mahindra Racing Jordan King -
Maserati MSG Racing Jehan Daruvala* Yann Ehrlacher
Neom McLaren Taylor Barnard -
Nio 333 Racing Mikel Azcona -
Nissan Luca Ghiotto Victor Martins
TAG Heuer Porsche Gabriela Jilkova -

* Anmerkung: Jehan Daruvala zählt selbst als Neuling und muss daher sein Cockpit nicht für einen anderen Fahrer räumen.

Wo finden die Testfahrten der Formel E statt?

Die Formel E gastiert wie in den vergangenen Jahren auf der permanenten Rennstrecke Circuit Ricardo Tormo nahe Valencia. Sie nutzt dabei dieselbe Kurskonfiguration wie im Vorjahr: Sie verläuft über 3,376 km gegen den Uhrzeigersinn, verfügt über insgesamt 15 Kurven und eine künstlich errichtete Schikane auf der Start- und Zielgeraden, um der normalen Formel-E-Charakteristik etwas mehr entgegenzukommen.

Seit Jahren kritisieren Fahrer und Teams, dass das Streckenlayout von Valencia wenig repräsentativ für die Formel E ist, die während ihrer Saison tendenziell eher auf eckigen Stadtkursen fährt. Testdaten und Bestzeiten sind somit auch in diesem Jahr mit Vorsicht zu genießen. Nicht zuletzt wegen des meist stabilen spanischen Wetters zu dieser Jahreszeit kehrt die Formel E trotzdem Jahr für Jahr nach Valencia zurück.

"Dieser Test ist immer cool, weil alle Teams und alle Fahrer dabei sind", meint Porsche-Pilot Antonio Felix da Costa dennoch. "Da können wir im direkten Vergleich sehen, wo wir stehen, wo wir schon stark sind und wo wir vielleicht noch zulegen müssen."

Was können wir sportlich von den Testfahrten erwarten?

Am Gen3-Auto, das vor einem Jahr in Valencia seine öffentliche Testpremiere gab, hat sich in Sachen Hardware nichts geändert. Auch die Reifen bleiben in Saison 10 identisch. "Wir haben an unserem Reifen für die anstehende Saison keine Änderungen vorgenommen. Zum einen entspricht der Reifen zu 100 Prozent den Vorgaben der Formel E, und zum anderen hat die Mischung und Konstruktion wunderbar funktioniert", meint Felix Kinzer, Kommunikations-Direktor von Einheitshersteller Hankook. Dennoch haben sich die Teams in den vergangenen zwölf Monaten stark weiterentwickelt - unter anderem im Bereich Software - und konnten viel Erfahrung mit dem Gen3-Auto sammeln.

Es ist somit davon auszugehen, dass der Streckenrekord aus dem Vorjahr fallen wird. Die Bestzeit der Testwoche 2022 setzte damals Max Günther im Maserati. Der Deutsche umrundete den Kurs in 1:25.127 Minuten. Davon abgesehen hatten vor einem Jahr noch einige Teams mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen, die dieses Jahr nicht mehr in der Häufigkeit auftreten sollten. Auch die beängstigenden Unfälle aufgrund von Bremsversagen konnte die Formel E Anfang dieses Jahres durch ein Upgrade aussortieren. Wir rechnen also mit weniger Unterbrechungen und roten Flaggen.

Wer die Favoriten sind, ist schwer zu sagen und letztlich auch kaum relevant aufgrund der überschaubaren Aussagekräftigkeit der Valencia-Strecke. Im Vorjahr hatte Maserati MSG Racing die Nase vorn. Gegen Ende der Saison waren es jedoch vor allem die Jaguar- und Porsche-Fahrzeuge, die den Takt vorgaben. Doch auch Nissan und sein Kundenteam McLaren waren auf eine schnelle Runde betrachtet spitze. Am spannendsten werden für uns die Rennsimulationen sein, bei denen der neue Attack-Charge erstmals öffentlich zu sehen sein wird. Denn nach wie vor ist nicht ganz klar, wie genau die Schnelllade-Boxenstopps in den Rennbetrieb eingegliedert werden sollen.

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