Formel E

"Wäre mehr drin gewesen" - Jaguar hadert mit der Zuverlässigkeit, Buemi feiert gelungenes Envision-Debüt

Svenja König

Svenja König

Sam-Bird-Pitlane-Mexico-City

Beim Gen3-Auftakt am vergangenen Wochenende in Mexiko-Stadt sind drei von vier Jaguar-Fahrzeugen in die Top 10 und damit in die Punkte gefahren. Während Sebastien Buemi mit Platz 6 einen guten Formel-E-Einstand beim Kundenteam Envision feierte, hatte insbesondere das Werksteam um Mitch Evans und Sam Bird mit Zuverlässigkeitsproblemen zu kämpfen und blieb trotz WM-Punkten hinter den Erwartungen zurück.

Jaguar erlebte bereits in der Vorbereitung ein Auf- und Ab: Bei den gemeinschaftlichen Testfahrten der Formel E in Valencia lag die "Raubkatze" im Herstellervergleich nur auf dem vierten Platz und hatte schon dort mit der Haltbarkeit des Autos zu kämpfen. Beide Envision-Piloten und Sam Bird verunfallten je einmal in der Vorbereitung nach einem Ausfall der Hinterradbremse - so häufig wie kein anderer Hersteller.

Auch in Mexiko lief es bei den Briten nicht rund. Nach dem 1. Freien Training erlebte auch Mitch Evans einen Unfall, der wahrscheinlich auf die Bremsprobleme zurückgeht. Nachdem sein Team das Auto repariert hatte, verpasste er im Qualifying die Duellphase mit fünf Hundertstelsekunden Rückstand auf Platz 4. Gegenüber den Kollegen von 'The Race' sagte der Neuseeländer, dass er sich über mehrere Qualifying-Runden nicht habe verbessern können, da die Reifen zu warm geworden waren. Eine bemerkenswerte Aussage mit Blick auf die sehr harte Gummimischung von Hankook. Eine Zeit von 1:13.405 Minuten reichte nur für den zehnten Startplatz.

Während Formel-E-Fans 2022 einige spannende Aufholjagden von Evans zu sehen bekamen, ging es auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez für ihn nur zwei Positionen nach vorn. "Ich hatte mir heute mehr erhofft, denn das Auto war sehr effizient, was wirklich vielversprechend ist", sagt Evans. "Mir fehlte die Balance, was bedeutete, dass ich den Energievorteil nicht so ausnutzen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte."

Bird: Wochenende in Mexiko ist eine "große Schande"

Bei Teamkollege Sam Bird, der nach Platz 13 in der Gesamtwertung 2022 in diesem Jahr sein Cockpit verteidigen muss, lief es noch schlechter. Er beendete das 2. Freie Training nach einem Fehler an der Motorkontrolleinheit früher als gewollt. Dieser verhinderte im Qualifying auch eine bessere Ausgangslage als Platz 21. Im Rennen kam nach fünf Runden die nächste Panne: ein mechanischer Schaden und früher Feierabend.

"Dieses Wochenende ist eine große Schande für alle bei Jaguar, die so harte Arbeit geleistet haben", sagt Sam Bird. "Ich weiß, dass wir ein gutes Paket haben. Wir müssen als Team nur sicherstellen, dass wir die Fehler minimieren und die Probleme ausbügeln, die uns hier in Mexiko aufgehalten haben. Wir werden Diriyya bereit für das Rennen sein."

Envision-Car-on-track-Mexico-City

Buemi glänzt bei Envision-Debüt

Hoffnung machen die Ergebnisse vom Kundenteam Envision, die das Werksteam sowohl im Qualifying als auch im Rennen schlugen. Besonders positiv setzte sich Altmeister Sebastien Buemi in Szene, der vor dem Auftakt der neuen Fahrzeuggeneration von Nissan zu Envision gewechselt war. Nach zwei unauffälligen Trainingssessions erreichte er die Duellphase des Qualifyings und bekam es gleich im Viertelfinale mit dem späteren Pole-Sitter Lucas di Grassi zu tun. 19 Tausendstelsekunden trennten die beiden ewigen Rivalen der Elektroserie auf eine Runde.

Im Rennen zeigte der Schweizer einige sehenswerte Duelle, beispielsweise mit Antonio Felix da Costa, und arbeitete sich bis auf die sechste Position nach vorn. "Ich bin mit Platz 6 bei meinem ersten Wochenende mit Envision Racing wirklich zufrieden", sagt Buemi.

"Ich denke, es wäre sogar noch mehr drin gewesen. Wir hatten eine gute Pace und noch Energie übrig, als das Rennen zu Ende war. Im Qualifying hatte ich nur einen Fehler auf der Runde. Das Team hat großartige Arbeit geleistet. Mit beiden Autos in die Punkteränge zu fahren und Sechster und Neunter zu werden, ist ein tolles Ergebnis."

Schon in knapp anderthalb Wochen - am 27. und 28. Januar - geht es für die Formel E mit zwei Rennen in Diriyya (Saudi-Arabien) weiter.

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