Formel E

Wegen neuem Kalender: Sind Sebastien Buemis Formel-E-Tage gezählt? "Es ist sehr unglücklich"

Thomas Grüssmer

Thomas Grüssmer

Sebastien-Buemi-Envision-Racing-Sanya

Der neue Rennkalender für Saison 13 könnte für Sebastien Buemi das Ende seiner Formel-E-Karriere bedeuten. Grund dafür sind zwei Überschneidungen mit der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC. Diese könnten Buemi dazu zwingen könnten, vier Rennen zu verpassen - was sein Team Envision Racing natürlich vermeiden möchte. Buemi möchte für seinen Verbleib kämpfen. Die Formel E sieht ihre Prioritäten aber woanders.

Die Formel E stellte in der vergangenen Woche ihren Rennkalender für den Start der Gen4-Ära vor. Kurz zuvor veröffentlichte auch die Langstrecken-Weltmeisterschaft ihre Renntermine für das kommende Jahr. Wenn man sich beide Kalender ansieht, wird klar, dass es erneut Überschneidungen zwischen den beiden Meisterschaften geben wird.

Zum einen trifft es den "Double-Header" in Monaco, der am 15. und 16. Mai 2027 stattfinden soll - an diesem Wochenende fährt die WEC in Spa-Francorchamps. Die nächste Überschneidung gibt es beim "Double-Header" in Shanghai, der für den 10. und 11. Juli angesetzt ist. Die WEC fährt dann ihrerseits in Sao Paulo.

Wieder einige Piloten betroffen

Davon sind einige Fahrer betroffen, die bislang ein Doppel-Programm in beiden Rennserien fahren. Während Stellantis - mit der Marke Peugeot in der WEC aktiv - ihren Piloten mehr Flexibilität einräumt, um die Rennen in der Formel E bestreiten zu können, könnte es Sebastien Buemi besonders hart treffen. Sein WEC-Arbeitgeber Toyota hat wohl in solchen Fällen Priorität.

Ähnlich ist es bei Nyck de Vries, der in der WEC als Teamkollege von Buemi startet. Die Formel-E-Teams gehen mit der Situation nämlich unterschiedlich um: Anders als Envision, zeigt man sich bei Mahindra aber wohl zuvorkommender. Laut Informationen der Kolleg:innen The Race ist davon auszugehen, dass Mahindra Racing auch für die kommende Saison mit de Vries plant.

Bei Envision hätte man es am liebsten, dass die Fahrer ihren Fokus ausschließlich auf den Einsatz in der Formel E ausrichten, auch wenn man Buemi Unterstützung zusichert. Eigentlich war zunächst eine Verlängerung der Fahrerverträge - sowohl mit dem 37-jährigen Schweizer, als auch mit Teamkollege Joel Eriksson - geplant.

Buemi: "Werde sehr hart dafür kämpfen"

Für Buemi könnte genau das nun das Ende seiner Formel-E-Karriere besiegeln. Bei The Race sagte er dazu: "Das ist natürlich sehr unglücklich. Ich werde versuchen, alles dafür zu tun, um im nächsten Jahr auf dem Grid zu stehen. Ich gebe nicht auf und werde sehr hart dafür kämpfen." Der Meister von Saison 2 konnte sich eine kleine Breitseite an beide Organisationen nicht verkneifen: "Ich weiß nicht, ob alle hier ihr Bestes versucht haben."

Einen Präzedenzfall könnte es für Buemi aber geben. Zuletzt gab es 2025 eine Terminkollision der beiden Rennserien. Damals startete er für Envision in Berlin, während Toyota in Sao Paulo ohne ihn fuhr. Der Unterschied zu 2024, als es eine Überschneidung zwischen Berlin und Spa gab, war aber, dass die 24 Stunden von Le Mans, der Saisonhöhepunkt der WEC, bereits vorbei war und sich die Teams somit nicht mehr auf das Rennen vorbereiten mussten. 2027 treffen die beiden Terminkollisionen eben die WEC-Rennen unmittelbar vor und nach den 24 Stunden von Le Mans.

Dodds: "Am wichtigsten ist das Wachstum der Fanbase"

Die Formel E vertritt in dieser Sache eine klare Haltung. CEO Jeff Dodds sagte dazu in einer Medienrunde, an der auch e-Formel.de teilnahm: "Unsere Priorität ist es, danach zu schauen, welche Überschneidungen die geringsten Auswirkungen auf Besucherzahlen und TV-Zuschauer haben, damit unsere Fanbase weiter wachsen kann. Leider ist unser oberste Priorität nicht, dafür zu sorgen, dass Fahrer an mehreren Serien gleichzeitig teilnehmen können. Es wäre toll, wenn sie das tun können - nur ist das eben nicht unsere oberste Priorität."

"Wir treffen uns mit der WEC, wir sprechen mit der Führungsriege der WEC", fuhr er fort. "Wir verstehen unsere beiden Kalender. Leider können diese Überschneidungen nicht grundsätzlich vermieden werden."

Ob Sebastien Buemi trotz der Terminkollisionen eine Zukunft bei Envision in der Formel E hat, werden wir voraussichtlich erst nach dem Ende der aktuellen Saison erfahren. Am kommenden Wochenende steht der nächste "Double-Header" der Rennserie in Shanghai an.

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