Formel E

Wehrlein nach Platz 8 beim Formel-E-Debüt in Jakarta enttäuscht: "Definitiv mehr möglich gewesen"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Dusk-Practice-Formula-E-Jakarta

Die Formel-E-Weltmeisterschaft 2022 ist für Porsche bislang ein Auf und Ab. War die Truppe aus Weissach in Mexiko noch unschlagbar, erlebte man in Monaco ein Desaster. In Jakarta erzielte nur Pascal Wehrlein vier Punkte für das Team, der Anschluss an die vier Topteams ging somit ein wenig verloren. Auch in der Fahrerwertung verloren die Porsche-Fahrer Boden.

Das Wochenende in Indonesien hatte für Wehrlein anfangs noch unter keinem guten Stern gestanden. Nachdem die Ursache für seinen Ausfall in Monaco gefunden war, nahm Porsche eine Inspektion des Gleichstromwandlers in seinem Antriebsstrang vor. Obwohl dabei keine Teile getauscht wurden und nur etwas Klebstoff an einer Stelle ergänzt wurde, wo dieser zuvor gefehlt hatte, zog dies eine Rückversetzung um fünf Positionen mit sich, da für die Überprüfung ein versiegeltes Fahrzeugteil geöffnet wurde.

Nachdem er die beiden Freien Trainings unter den ersten Zehn abschloss, zog Wehrlein als Dritter seiner Qualifying-Gruppe in die Duellphase ein. Im Viertelfinale scheiterte er jedoch am späteren Pole-Sitter Jean-Eric Vergne (DS Techeetah). Da er die zweitschnellste Rundenzeit aller Viertelfinal-Verlierer fuhr, beendete er das Qualifying auf der sechsten Position, was nach der fälligen Rückversetzung Startplatz 11 für ihn bedeutete.

Bereits beim Start gelang es Wehrlein, sich drei Plätze nach vorn zu schieben. Er profitierte in der Folge von seiner Strategie beim Attack-Mode und war zur Rennhalbzeit bereits Fünfter. Nach zwei Berührungen in Zweikämpfen verlor Wehrlein dann jedoch wieder an Boden, sodass er am Ende des Rennens den achten Platz belegte.

"Alles in allem war das gar nicht so schlecht. Ich hatte einen sehr guten Start und konnte in der ersten Runde einige Positionen gutmachen", sagt Pascal Wehrlein nach dem Rennen. "Doch dann gab es die beiden Kontakte mit Konkurrenten, nach denen ich nicht mehr die Performance zeigen konnte, die ich erwartet hatte. Heute wäre definitiv mehr möglich gewesen. Jetzt hoffe ich auf ein reibungsloses Wochenende in Marrakesch."

Lotterer mit Strafe nicht einverstanden: "Ich glaube nicht, dass die Rennkommissare davon wussten"

Andre Lotterer verpasste zum ersten Mal in dieser Saison die Duellphase des Qualifyings, rückte nach der Strafe gegen seinen Teamkollegen aber auf den achten Startplatz vor. Im Ziel belegte er dann nach einigen Duellen im Mittelfeld die neunte Position hinter Wehrlein. Eine Zeitstrafe von fünf Sekunden, die er für das Verursachen einer Kollision mit Nyck de Vries (Mercedes) in Kurve 8 erhielt, warf ihn jedoch auf den elften Platz zurück.

"Ich entschied mich dazu, ein Überholmanöver gegen Andre zu versuchen", beschreibt Nyck de Vries die Szene aus seiner Sicht. "Er berührte meinen linken Hinterreifen, was eine schwere Beschädigung am Reifen verursachte, sodass es keinen Sinn hatte, weiter zu fahren."

Lotterer beschreibt die Situation etwas anders: "Es fühlte sich eigenartig an, weil ich nicht zu schnell in die Kurve hineingefahren bin", so der Deutsche bei 'Formula E Zone'. "Ich erwartete, dass er seine normale Geschwindigkeit fuhr, was jedoch nicht der Fall war. So haben wir uns berührt. Offenbar hatte er einen Reifenschaden aus Kurve 1, was ihn in Schwierigkeiten gebracht hat. Ich glaube nicht, dass die Rennkommissare davon wussten."

"Das war kein einfaches Rennen. Ich bin nicht gut gestartet, habe mich aber zurückgekämpft", fasst Lotterer zusammen. "Wegen der Kollision, die ich nicht vermeiden konnte, fiel ich dann aus den Punkterängen. Schon im Qualifying war es bei diesen extremen Temperaturen schwierig, eine perfekte Runde zu fahren. Trotzdem habe ich die Duelle nur um drei Tausendstelsekunden verpasst."

Modlinger: "Extreme Hitze kann uns dieses Jahr noch bei 5 Rennen treffen"

"Das war ein harter Tag für das ganze Team bei extremen äußeren Bedingungen", beschreibt Florian Modlinger, Gesamtprojektleiter Formel E bei Porsche. "Im Qualifying schaffte es Andre um drei Tausendstel einer Sekunde zum ersten Mal nicht in die Duelle, dafür holte Pascal einen guten sechsten Platz. Obwohl er im Rennen wegen der Strafe als Elfter losfahren musste, hatte er einen super Start."

"Beide konnten sich in den Top 10 festsetzen und weitere Position gutmachen", so Modlinger weiter. "Nach 25 Runden lagen sie nur fünf Sekunden hinter der Spitze. Im letzten Renndrittel haben sie nach Kontakten mit Konkurrenten jedoch Plätze verloren. Zudem fiel Andre am Ende wegen einer Zeitstrafe aus den Punkterängen."

"Eine so extreme Hitze wie in Jakarta kann uns auch bei fünf der sieben in dieser Saison noch ausstehenden Rennen treffen. Wir müssen deshalb hart arbeiten, um für die nächsten Rennen unter solchen Bedingungen stärker zurückzukommen."

In der Teamwertung liegt Porsche weiterhin auf dem fünften Platz, 25 Punkte hinter Jaguar. Der Rückstand auf das führende Team, Mercedes-EQ, beträgt bereits 72 Zähler. In der Fahrerwertung ist Andre Lotterer mit 59 Punkten Siebter, unmittelbar vor Pascal Wehrlein, der 55 Punkte gesammelt hat. Der WM-Führende Stoffel Vandoorne (Mercedes) hat mit 121 jedoch mehr Zähler als beide Porsche-Piloten zusammen. Das nächste Formel-E-Rennen findet am 2. Juli in Marrakesch (Marokko) statt.

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