Formel E

Wehrlein & Rast geraten bei Formel-E-Chaosrennen in London aneinander: "Rene würde ein Urlaub guttun!"

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Rast-Wehrlein-London

Im Kampf um die besten Positionen für die Team-WM ging es beim vorletzten Rennen der Formel-E-Saison 2023 in London heiß her. Unter anderem die zwei Deutschen Pascal Wehrlein und Rene Rast gerieten im Samstagsrennen aneinander. Über die Schuld am Unfall zwischen den beiden, der sie um ein mögliches Podium brachte, herrscht allerdings Uneinigkeit.

Insbesondere auf den letzten Metern der Formel-E-Saison 2023 schenken sich die Fahrer der Elektroserie nichts. In Duellen um die besten Punkteränge, die nicht zuletzt auch für die Teamwertung der Meisterschaft relevant sind, ging es beim London E-Prix hart zur Sache. Mehrfach fuhr Safety-Car-Fahrer Bruno Correia mit seinem Porsche Taycan auf die Strecke, zweimal ließ die Rennleitung sogar rote Flaggen schwenken.

Ein Unfall, der den vormaligen Titelanwärter und Gesamtführenden Pascal Wehrlein aus dem Rennen um die Toppositionen nahm, hatte hingegen nur gelbe Flaggen zur Folge - aber auch eine Menge Frust. "Es ist schade. Ich glaube, wir hätten heute um den Sieg gekämpft, weil wir gut unterwegs waren. Aber heute ist mein Rennen von Rast zerstört worden", sagt Wehrlein zu e-Formel.de. Er spielt damit auf einen Unfall in Kurve 1 an, bei dem der Porsche-Fahrer auf der Außenbahn zu einem Überholmanöver angesetzt hatte.

Rast & Wehrlein uneinig über Unfallschuld in London

"Ich habe ihm außen genügend Platz gelassen und war schon vorbei. Die nächste Kurve wäre eine Rechtskurve gewesen. Somit hätte ich ihn locker überholt gehabt. Aber das hat er wohl nicht gewollt", so Wehrlein. Rast verbremste sich und schoss über den Scheitelpunkt der Kurve hinaus, wodurch er seinen Landsmann in die TecPro-Barriere schob. "Die Lenkung war komplett schief und stand im 45-Grad-Winkel. Während der roten Flagge mussten wir dann unsere Nase wechseln, was heißt, dass du dich hinten anstellen musst. Danach war mein Rennen komplett zu Ende."

Rast beschreibt die Situation ähnlich. Die Schuld sieht er aber nicht zwingend bei sich selbst. "Es war wieder ein chaotisches Rennen", so der Deutsche gegenüber e-Formel.de. "Ich hatte gehofft, dass wir auch am Ende ein Wörtchen mitreden können. Pascal hat dann in Turn 1 versucht, mich außen zu überholen. Ich bin innen auf den Curb gekommen, das Auto ist aufgestiegen. Ich bin in ihn reingeflogen und habe mir den Frontflügel dabei abgefahren. Dann war das Rennen eigentlich gelaufen."

"Viele fahren am Ende der Meisterschaft gern noch mal Harakiri"

Ein Teil der Unfallursache sei auch auf die enge, gewundene Streckenführung zurückzuführen, vermutet Wehrlein - aber auch auf den Zeitpunkt in der Saison. "Viel von dem Chaos kommt natürlich durch die Strecke", mutmaßt er auf eine Frage von Motorsport-Magazin.com hin. "Wir sind am Ende der Meisterschaft. Viele Fahrer fahren gern noch mal Harakiri. Und ich glaube, einige brauchen auch einfach nur Urlaub. Zum Beispiel Rene. Dem würde so ein Urlaub mal guttun."

In die "Ferien" geht es für Wehrlein und Rast aber erst nach dem letzten Rennen der Saison 2023. Dies beginnt am Sonntagabend um 18 Uhr. ProSieben überträgt den E-Prix aus London live im Free-TV. Wir begleiten den gesamten Renntag wie üblich mit ausführlichen Berichten und unseren Hankook Formel E Liveticker.

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