Formel E

"Werde ihn unterstützen" - Spitzenreiter Wehrlein erhält Schützenhilfe von Formel-E-Teamkollege Felix da Costa

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

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Nur ein Zähler trennt Pascal Wehrlein an der Formel-E-WM-Spitze von seinem nächsten Verfolger Jake Dennis (Andretti). Der deutsche Porsche-Fahrer will beim anstehenden E-Prix in den USA weitere Punkte sammeln, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. An das Titelrennen denkt er angeblich noch nicht - obwohl sein Teamkollege Antonio Felix da Costa bereits ankündigt, dem gebürtigen Sindelfinger künftig Schützenhilfe zu leisten.

Viel wurde geschrieben über das, was Porsches Formel-E-Team in diesem Jahr erreicht hat. Dreieinhalb Saisons nach dem Einstieg in die Elektroklasse mischt der deutsche Hersteller mit Pascal Wehrlein zum ersten Mal ganz oben in der WM mit. Vor dem Portland E-Prix (25. Juni, 2:00 Uhr - live bei ProSieben und in unserem Hankook Formel E Liveticker) führen die Zuffenhausener:innen die Wertungen der Fahrer und Teams an, auch wenn der Vorsprung vor den Rivalen Jaguar, Envision und Andretti nur gering ist.

Doch wie ist es um die tatsächlichen Chancen bestellt, dass der WM-Titel in diesem Jahr nach Deutschland geht? Die Statistiken lassen keine belastbare Prognose zu: Zwar ist Wehrlein so konstant wie nie. Doch schon mehrfach wechselte die WM-Führung in den letzten fünf Rennen einer Saison trotz guter Ausgangslagen hin und her.

In der Formel-E-Historie lag der spätere Meister lediglich in drei Jahren zu diesem Zeitpunkt einer Saison in Front: Jean-Eric Vergne in den Jahren 2018 und 2019, Felix da Costa während der Saison 2021. Im Jahr 2022 hatte Mitch Evans nach elf Rennen - genau wie Wehrlein in dieser Saison! - 134 Punkte auf seinem Konto. Am Ende wurde er "nur" Zweiter.

 
 
 
 
 
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Wehrlein: "Fühle mich immer wie ein Jäger!"

Vor dem Portland E-Prix gilt es für Porsche also, den Druck auf die Konkurrenz aufrechtzuerhalten. "Nach zwei Dritteln der Saison liegt das Feld unglaublich eng zusammen, vor allem in der Fahrermeisterschaft, wo Pascal gerade mal mit einem Punkt führt", erklärt auch Teamchef Florian Modlinger. In den USA möchte er sich dennoch nicht vom Titelrennen ablenken lassen: "Ich gehe davon aus, dass bis zum letzten Rennen hart um den Titel gekämpft wird."

Auf die Frage, ob Wehrlein auf der Zielgerade der Saison lieber der Jäger oder der Gejagte sei, reagiert der 28-Jährige gelassen: "Ich fühle mich immer wie ein Jäger! Denn ich jage immer nach der bestmöglichen Position, ganz egal, wie es in der Meisterschaft steht", führte er zwischen den Rennen von Indonesien und den USA gegenüber e-Formel.de aus. "Ich möchte immer um die bestmöglichen Ergebnisse fahren. Zwar habe ich den Großteil der bisherigen Saison angeführt, aber am Ende ist das nichts wert, wenn wir nicht auch nach dem letzten Rennen führen."

Felix da Costa deutet Nichtangriffspakt an: "Diese Rolle nehme ich gerne an"

Wie schnell sich Lücken in der Meisterschaft auftun und schließen können, weiß er selbst: "Ich lag zwischenzeitlich schon mal 20 Punkte vor allen anderen, bevor ich dann in Monaco sogar die Führung verlor", denkt Wehrlein zurück. "Nach Monaco lag Cassidy 20, 21 Punkte vorn - und jetzt bin ich wieder an der Spitze. Das zeigt, wie schnell es in der Formel E gehen kann. Das Wichtige ist, dass man nach dem London E-Prix ganz oben in der Tabelle steht, nicht jetzt."

Beim Lauf in den USA kann Wehrlein immerhin auf die Schützenhilfe seines Teamkollegen vertrauen. In einer Pressemitteilung vor dem Rennwochenende kündigt der Portugiese an, was sich wie ein Nichtangriffspakt liest: "Ich werde das Team und Pascal so gut es geht unterstützen und alles dafür geben, dass beide Weltmeistertitel an Porsche gehen. Diese Rolle nehme ich gerne an, weil ich sicher bin, dass es Pascal umgekehrt genauso machen würde. Für mich ist das kein Problem. Wir sind in einem Teamsport. Unser gemeinsames Ziel ist es, Rennen und Meisterschaften zu gewinnen. Dafür arbeiten wir."

Wie offen der WM-Kampf immer noch ist, zeigt ein Blick auf die noch ausstehenden Punkte: 319 Zähler wurden bisher maximal vergeben, bei perfekten Ergebnissen sind noch 145 Punkte möglich - mehr als das, was Wehrlein oder seine Rivalen bislang in der gesamten Saison erzielt haben. Bis zu 29 Zähler können sie auch an diesem Wochenende in den USA holen.

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