Formel E

"Wir hätten gewinnen müssen" - Die Fahrerstimmen aus Marrakesch

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Nach einem mit Emotionen, Intrigen und Unfällen gespickten Rennen von Marrakesch heißt der nächste Rennsieger der Formel E Felix Rosenqvist. Der Schwede, der schon beim letzten E-Prix in Hongkong siegreich war, setzt sich dadurch nicht nur an die Spitze der Fahrerwertung, sondern etabliert sich auch als Kandidat auf die Formel-E-Meisterschaft 2017/18. Während Mahindra ausgelassen feiert, gibt es bei Audi abermals lange Gesichter. Die interessantesten Fahrerstimmen nach dem Marrakesch E-Prix haben wir dir hier zusammengestellt.

Felix Rosenqvist (Mahindra, 1.): "Es ist unglaublich. Eine halbe Stunde vor dem Rennen mussten wir die Batterie wechseln, dann bin ich ins Auto gesprungen, und alles war perfekt. Nach der Startphase habe ich gesehen, dass Sam (Bird) und Sebastien (Buemi) zu viel Energie verbrauchen, weil sie recht viel miteinander gekämpft haben. Ich habe mich zurückgehalten, meinen Akku geschont und im zweiten Stint ein Manöver gewagt. Mein Fahrzeug war heute unfassbar gut."

Sebastien Buemi (e.dams, 2.): "Ich habe mich auf den FANBOOST verlassen, um mich gegen Felix zu verteidigen. Ich war also recht entspannt, bis zu dem Zeitpunkt, als ich den Knopf gedrückt habe und der Schub nicht funktionierte. Wir mussten kurz vor Rennstart noch einmal das Auto wechseln, vielleicht ist dort etwas schiefgelaufen. Wie auch immer: In Berlin hätte er den Sieg verdient gehabt, und ich habe gewonnen, heute ist es andersherum. Vielleicht sind wir jetzt ja quitt."

Sam Bird (Virgin, 3.): "Wir wissen noch nicht ganz, was heute passiert ist. Ich vermute, das Getriebe hat im Kampf gegen Buemi einfach den Geist aufgegeben und mich zwei, drei Runden vor den Boxenstopps hängen gelassen. Ich bin irgendwo zwischen zwei Gängen hängengeblieben und konnte nicht mehr schalten. Ich habe dann versucht, die beiden Jungs vor mir einzuholen, aber sie haben das Auto bis ans Limit gefahren und mir heute keine Chance gelassen."

Daniel Abt (Audi, 10.): "Alex (Lynn) hat mir einfach die Tür zugeschlagen. Wir waren beide am Limit, aber er hätte mir Platz lassen müssen. So etwas ist einfach unnötig, besonders zu Beginn des Rennens. Wir haben nach der Durchfahrtsstrafe die Strategie geändert und sind eine Runde früher an die Box gegangen. Und als ich dann zurück auf der Strecke war, kam die Full-Course-Yellow-Phase. Wir haben alleine dadurch 30 Sekunden verloren. Wenn man sich die Rundenzeiten anschaut, hätten wir heute gewinnen müssen."

Edoardo Mortara (Venturi, 17.): "Wenn man von ganz hinten startet, ist es sehr schwer, nach vorne zu kommen. Ich wollte Energie sparen, um am Ende des Rennens zu attackieren, wurde dann aber in ein paar Vorfälle verwickelt, die mir den Weg zu einem guten Ergebnis verbaut haben. Wir haben heute unsere Lektionen gelernt und werden jetzt dafür sorgen, dass Fehler wie heute Morgen (Softwareprobleme) nicht noch einmal vorkommen."

Lucas di Grassi (Audi, 20.): "Ein ganz übler Tag für uns. Zuverlässigkeitsprobleme zu bekommen, wenn man auf Platz vier fährt, ist bitter. Wir haben ein weiteres Mal unser Potenzial gezeigt. Aber zum dritten Mal in drei Rennen wegen solchen Problemen auszufallen, ist ärgerlich. Jetzt müssen wir uns sammeln und in Santiago umso stärker zurückkommen."

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

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