Formel E

"Holen zu den Topteams auf" - Dragon beendet Formel-E-Saison 2021 mit Punkten & Aufschwung

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Blur-Dragon-Penske-Autosport-Berlin-E-Prix

Das Formel-E-Team Dragon Penske Autosport sammelte in der abgelaufenen Saison so viele Punkte wie seit 2015/16 nicht mehr. Sergio Sette Camara, Joel Eriksson und Nico Müller steuerten maßgeblich zum Erfolg des Teams bei, das künftig endlich den Sprung aus dem Formel-E-Keller schaffen will.

Schon beim Start in die Saison 2021 gelang Dragon eine Überraschung: Sowohl Sette Camara als auch Müller fuhren für die US-Mannschaft in die Punkteränge. Insgesamt 22 Zähler sammelte das Fahrerduo in Saudi-Arabien - mehr als in der gesamten vorausgegangenen Saison.

Während das Qualifying-Format der Formel E, bei dem die Gesamtführenden aufgrund der Streckenentwicklung üblicherweise benachteiligt werden, den Spitzenteams Kopfschmerzen bereitete, gelang es Dragon aus den Gruppen 3 oder 4 mehrfach, Ausrufezeichen zu setzen. Dank sehenswerten Qualifying-Runden schaffte vor allem Sette Camara in der zweiten Jahreshälfte immer wieder den Sprung in die Top 10 der Startaufstellung.

"Wir haben für einige positive Momente gesorgt", erinnert sich der Brasilianer im Gespräch mit 'e-Formel.de'. "Es gab ein paar gute Qualifyings und eher unerwartete Super-Pole-Teilnahmen. Vor allem haben wir aber Punkte sammeln können, allen voran natürlich in Diriyya."

"Ich sehe eine konstante Evolution bei mir, dem Team, der gemeinsamen Arbeit und dem Auto", so Sette Camara. "Das macht Mut für das nächste Jahr. Ich glaube, wir holen immer mehr zu den besseren Teams auf. Gerade die Qualifying-Runden waren gut, dort haben wir ein starkes Paket. In den Rennen hing es oftmals an der Energie: Wir bauen uns in jeder Runde ein kleines Defizit auf, das bis zum Ende (der Rennen) wie beim Schneeballeffekt anwächst und uns dann eine Menge Tempo kostet."

"Das war auch in New York so: Ich lag bis zur letzten Kurve in den Top 10, ich glaube auf Platz 7 oder 8. Und dann ging der Strom aus", erinnert sich der Brasilianer.

Müller sorgt mit Valencia-Podium für Saisonhighlight

Für Dragons Jahreshighlight sorgte jedoch ohne Frage Nico Müller. Im Chaos-Rennen von Valencia, als die Hälfte des Fahrerfeldes ohne Energie ausrollte, fuhr der Schweizer auf einen sensationellen zweiten Platz und machte in der letzten Runde 20 Positionen gut. Müller verbuchte dabei Dragons erstes Podium seit dem Zürich E-Prix 2018.

In der zweiten Saisonhälfte wurde Müller, der vertraglich seine Audi-Engagements unter anderem in der DTM priorisierte, durch Joel Eriksson ersetzt. Der Schwede schloss sein Debütrennen in Puebla erwartungsgemäß hinter Sette Camara ab, fand sich jedoch vergleichsweise schnell in der Formel E zurecht. In London fuhr er zum ersten Mal in die Punkteränge, konnte diesen Erfolg beim Saisonfinale aber nicht wiederholen.

"Was für eine Achterbahnfahrt dieses letzte Wochenende war", schrieb der 23-Jährige nach dem Finalwochenende von Berlin auf Instagram. "Technische Probleme haben uns in beiden Qualifyings zurückgehalten, aber wir haben gekämpft und ein bisschen der starken Pace unseres Dragon-Autos zeigen können."

Schlusslicht Eriksson vor ungewisser Zukunft

Einen klaren Plan für seine direkte Formel-E-Zukunft hat Eriksson, der bereits seit 2020 als Reservefahrer bei Dragon engagiert war, derzeit noch nicht: "Danke für die großartige Möglichkeit, die ihr mir gegeben habt. Mal sehen, was die Zukunft bereithält."

Dragon Penske Autosport beendete die Saison 2021 auf dem vorletzten Platz in der Teamwertung - 28 Punkte vor dem Schlusslicht Nio 333. Nico Müller wurde dank seines Valencia-Podiums 20., zwei Ränge vor Sergio Sette Camara. Joel Eriksson beendete das Jahr mit einem Zähler aus London auf der letzten Position.

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