Formel E

"Sehen alle schon ein bisschen doof aus" - Reaktionen zum Software-Problem im Shanghai-Formel-E-Training

Tim Neuhaus

Tim Neuhaus

ERT-in-pits

Im 1. Freien Training der Formel E in Shanghai am Freitag kam es zu kuriosen Szenen. Auf der permanenten Rennstrecke, welche auch von der Formel 1 genutzt wird, dauerte es knappe fünf Minuten bis zu der ersten roten Flagge. Grund dafür war ein bizarres Software-Problem, das insgesamt fünf Fahrzeuge fast zeitgleich lahmlegte. Eine peinliche Situation für die Formel E, wie auch die Beteiligten fanden.

Bizarr war nicht nur das technische Problem, sondern vor allem die Situation auf der Rennstrecke, nachdem das Training doch gerade erst freigegeben worden war: Gleich fünf Fahrer blieben simultan auf der Strecke stehen - und das auf den Streckenabschnitten verteilt.

Die betroffenen Fahrer waren beide Porsche-Piloten Antonio Felix da Costa und Pascal Wehrlein, Dan Ticktum und Sergio Sette Camara von ERT sowie Mahindras Nyck de Vries. Es folgte eine sehr lange Unterbrechung mit roten Flaggen, ehe das Training wieder aufgenommen werden konnte.

Andretti-Teamchef empfindet Software-Fehler als peinlich

Der Grund für dieses "Massensterben" ist offenbar ein Fehler in der Software gewesen, die alle Teams gleichermaßen nutzen. "Es muss wohl ein Einheitsteil sein", mutmaßte Andretti-Teamchef Roger Griffiths noch während der Session im TV-Weltsignal. "Wir wissen, dass es ein Software-Update nach dem Berlin E-Prix gab, und wir gehen davon aus, dass das Problem mit der Batterie oder dem RESS zusammenhängt."

"Vielleicht steckt ein Fehler darin", so der US-Amerikaner, der zu dem Zeitpunkt schon ahnte, dass die Unterbrechung wohl länger dauern würde: "Die Lösung wäre dann wohl, auf den Software-Stand von Berlin zurückzukehren. Wir müssen abwarten, was sie herausfinden, und dann müssten sie wohl durch die Boxengasse gehen und 22 Autos updaten... Da sehen wir alle schon ein bisschen doof aus."

Dan Ticktum: "Lächerlich"

ERT-Pilot Dan Ticktum, der neben Pascal Wehrlein am Ausgang der "Schneckenkurve" stehen geblieben war, nahm die Situation wenig später in der Boxengasse mit Galgenhumor. "In der ersten Bremszone ging bereits alles den Bach runter. Fünf oder sechs Autos haben nach Kurve 1 gestoppt. Wenn mehrere Fahrzeuge Bremsprobleme haben, dann wird es gefährlich. Und wenn sechs, acht Autos nicht an der Session teilnehmen können, dann ist das auch lächerlich", so der Brite.

Die Session konnte noch vor dem Sonnenuntergang mit allen 22 Fahrern auf der Strecke wieder aufgenommen und ohne weitere Probleme absolviert werden. Trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack nach dem peinlichen Auftakt bei der Formel-E-Rückkehr nach China.

Ob die Teams am Wochenende von weiteren Problemen verschont bleiben, erfahren wir kommende Nacht ab 2 Uhr (MESZ), wenn es in Shanghai mit dem 2. Freien Training weitergeht.

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