Formel E

Zahlen, Daten, Fakten: Die besten Statistiken zu den Formel-E-Rennen in Misano 2024

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Die Formel E hat am vergangenen Wochenende erstmals zwei Rennen auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli durchgeführt. Die beiden Läufe in Italien brachten einige interessante Statistiken, Meilensteine und Kuriositäten hervor.

Statistische Besonderheiten beim Misano E-Prix

  • Pascal Wehrlein und Nico Müller haben nun viermal hintereinander die Duellphase des Qualifyings erreicht. Das gelang in dieser Saison sonst niemandem.
  • Mitch Evans sicherte sich am Samstag seine siebte Pole-Position, für Jake Hughes war es die dritte Pole. Der McLaren-Fahrer zog mit Alexander Sims gleich.
  • Dank den sechs Zählern am Sonntag steht Jean-Eric Vergne nun bei insgesamt 1.047 Punkten. Damit überholte er Lucas di Grassi, der in dieser Statistik seit dem Paris E-Prix 2018 vorne lag. Nach fast sechs Jahren bzw. 2.178 Tagen gibt es damit einen neuen Spitzenreiter in der ewigen Bestenliste.
  • Jake Dennis knackte am Samstag die Marke von 500 Punkten in der Formel E. Am Sonntag erzielte er zum zehnten Mal den zweiten Platz in der Elektrorennserie. Nur Lucas di Grassi (16) und Jean-Eric Vergne (14) waren häufiger Zweiter.
  • Durch eine nachträglich ausgesprochene Zeitstrafe von fünf Sekunden fiel Max Günther am Sonntag aus den Top 10. Damit hat in dieser Saison kein Fahrer mehr in jedem Rennen gepunktet.
  • Oliver Rowland gewann am Samstag sein zweites Formel-E-Rennen. Zuvor hatte er 2020 in Berlin das fünfte von sechs Läufen gewonnen. Gleichzeitig war es damals der bislang letzte Sieg für Nissan. Somit waren die Japaner in Misano auch erstmals in der Gen3-Ära erfolgreich.
  • Pascal Wehrlein sicherte sich am Sonntag seinen sechsten Formel-E-Sieg. Es war gleichzeitig der siebte Porsche-Sieg. Damit zogen die Schwaben mit Mercedes gleich.
  • Mit dem dritten Platz von Max Günther am Samstag knackte Maserati MSG Racing (inklusive Vorgängerteam Venturi) die Marke von 1.000 Punkten. Ein paar Zähler mehr haben die Teams Andretti und Jaguar geholt: Beide stehen nach dem Misano E-Prix punktgleich bei 1.171 Zählern in der Elektrorennserie.
  • Dan Ticktum erzielte mit Platz 4 am Samstag das beste Ergebnis seiner Formel-E-Karriere.
  • Gleiches gilt für Jehan Daruvala, der am Sonntag seine ersten Formel-E-Punkte holte. Es war das dritte Top-10-Resultat für einen Inder in der Formel E. Zuletzt hatte Karun Chandhok in Putrajaya 2014 Punkte geholt. Daruvala wurde zum 65. Fahrer, der Punkte in der Formel E erzielte.
  • Am Samstag ging eine bemerkenswerte Serie zu Ende: Zum ersten Mal seit dem Marrakesch E-Prix 2022, also seit 651 Tagen, blieb Envision Racing bei einem Rennen ohne Punkte. Es dauerte nur einen Tag, bis sich das wiederholte: Auch am Sonntag gab es keine Zähler für den amtierenden Team-Weltmeister.
  • Das Sonntagsrennen beim Misano E-Prix war das kürzeste Rennen der Formel-E-Geschichte, das nicht durch eine rote Flagge beendet wurde. Nur 37:05 Minuten vergingen, bis Pascal Wehrlein über die Ziellinie fuhr. Nur das wegen Starkregen abgebrochene Rennen in New York City 2022 war noch rund zwei Minuten kürzer.

Durchschnittliche Qualifying-Position (Saison)

Bester Fahrer im Qualifying ist in dieser Saison nach zwei dritten Startplätzen in Misano weiterhin Pascal Wehrlein. Aber auch Jean-Eric Vergne, Mitch Evans und Max Günther stehen im Schnitt sehr gut da.

Durchschnittliches Rennergebnis (Saison)

In dieser Statistik hat Jake Dennis mit seinen beiden Podien die Führung übernommen und liegt nun vor Pascal Wehrlein und Max Günther.

Positionsveränderungen (Misano E-Prix)

Mit insgesamt 22 gewonnenen Positionen war Jake Dennis in Italien der Fahrer, der am meisten nach vorn kam. Nach 15 Plätzen am Samstag verbesserte sich der Weltmeister am Sonntag erneut um sieben Positionen. Auch Dan Ticktum (15) und Jehan Daruvala (14) haben viele Ränge gutgemacht. Am Ende der Liste rangiert Sam Bird (-18) vor Robin Frijns (-22).

Absolvierte Rennrunden (Saison)

Nur noch fünf Fahrer haben alle 233 bislang in dieser Saison gefahrenen Rennrunden absolviert. Nach dem "Double-Header" in Italien zählen Norman Nato, Oliver Rowland und Stoffel Vandoorne nicht mehr dazu.

Führungsrunden (Saison)

In Misano haben mit Jake Hughes, Nico Müller und Stoffel Vandoorne drei Piloten ihre ersten Führungsrunden in der Saison 2024 absolviert. Insgesamt haben damit bereits 14 Fahrer mindestens eine Runde angeführt.

Unter "andere" sind zusammengefasst: Antonio Felix da Costa (11), Jean-Eric Vergne (11), Sebastien Buemi (10), Mitch Evans (10), Robin Frijns (4), Nico Müller (4), Jake Hughes (3) und Stoffel Vandoorne (2).

Performance-Analyse der Fahrer & Teams (Misano E-Prix)

Der Gewinner unserer Performance-Analyse zum Misano E-Prix ist Jake Hughes. Im Viertelfinale des Qualifyings am Sonntag fuhr der McLaren-Fahrer die schnellste Runde des Wochenendes (1:16.413 Minuten). Dahinter folgen Jean-Eric Vergne, Pascal Wehrlein, Sam Bird und Robin Frijns. Am Ende des Feldes rangieren Dan Ticktum (1:17.729), Sergio Sette Camara (1:17.774) und Edoardo Mortara (1:17.816).

Das schnellste Team auf eine Runde war McLaren vor DS Penske. Es folgen Porsche, Envision und ABT Cupra. Das langsamste Team war ERT. Für das Hersteller-Ranking bedeutet das bereinigt: Nissan >>> Stellantis >>> Porsche >>> Jaguar >>> Mahindra >>> ERT

Rundenzeitanalyse

Samstag

Bei der Rundenzeitanalyse am Samstag fällt insbesondere auf, dass das Tempo in den Anfangsrunden extrem langsam war: Rund acht Sekunden (!) waren die Fahrer pro Runde langsamer als gegen Rennende. Gut zu sehen ist, dass ab Runde 20 die Fahrer genügend Energie gespart hatten, um das Tempo anschließend bis zum Rennende deutlich anzuziehen.

Die letzten drei Rennrunden waren die schnellsten im gesamten Rennen. Antonio Felix da Costa hatte dort die meisten Reserven und war am Ende der schnellste Fahrer im Feld - abgesehen von Teamkollege Pascal Wehrlein, der jedoch nach einem Boxenstopp sehr weit zurück lag.

Sehr gut zu erkennen ist, dass beide ERT-Piloten aufgrund einer extremen Energiespartaktik in der Anfangsphase des Rennens bis zum Ende das Tempo der Spitze mitgehen konnten. Das war ihnen in der Vergangenheit nicht möglich gewesen.

Sonntag

Ein ganz anderes Bild zeigt sich am Sonntag. Wir betrachten hier nur die letzten beiden Renndrittel nach der Safety-Car-Phase. Zwar ist das Tempo anfangs auch nicht ganz auf dem Niveau der letzten Runden gewesen, der Unterschied war aber bedeutend kleiner als am Samstag. Durch die um zwei Runden kürzere Renndistanz taktierten die Fahrer längst nicht so lange wie am Vortag.

Durch das durchgängig höhere Tempo bekamen jedoch viele Piloten Probleme am Rennende und wurden in den letzten beiden Runden langsamer, damit ihnen die Energie nicht ausging. Auffällig ist hier das hohe Tempo von Oliver Rowland: Der Nissan-Pilot war allerdings mit einer falsch kalibrierten Software unterwegs, sodass er in der letzten Runde stehenblieb, weil sein Akku bereits nach einem Drittel der Runde komplett leer war.

Nicht so Jake Hughes: Der McLaren-Pilot hielt sein Tempo bis ins Ziel konstant hoch. Nico Müller hingegen gehört zu den Fahrern, die am Ende deutlich langsamer wurden. So verlor er den dritten Platz quasi auf der Ziellinie noch an Nick Cassidy. Ähnliches gilt für Max Günther, der bis zum Ziel noch deutlich mehr an Boden verlor.

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