Formel E

Zahlen, Daten, Fakten: Die besten Statistiken zu den Formel-E-Rennen 2024 in Shanghai

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Nach fünf Jahren China-Abstinenz hat die Formel E am vergangenen Wochenende in Shanghai ihre Saisonläufe 11 und 12 ausgetragen. Die beiden Rennen auf dem Shanghai International Circuit brachten einige interessante Statistiken, Meilensteine und Kuriositäten hervor.

Statistische Besonderheiten beim Shanghai E-Prix

  • Jean-Eric Vergne stand am Samstag zum 16. Mal auf der Pole-Position. Er teilt sich den Rekord mit Sebastien Buemi. Es war die sechste Pole für Penske. Damit zogen die US-Amerikaner mit ABT und Porsche gleich. Vergne bestritt gleichzeitig sein 125. Rennen in der Formel E.
  • Nyck de Vries erzielte am Samstag seine erste Führungsrunden seit dem Berlin E-Prix 2022, damals noch mit Mercedes. Am Sonntag erreichte er zum ersten Mal seit London 2022 die Duellphase des Qualifyings. Damals verlor er im Mercedes das Viertelfinale gegen Antonio Giovinazzi im Dragon. Platz 4 war gleichzeitig sein mit Abstand bester Startplatz des Jahres, zuvor war dies Platz 12 in Tokio gewesen.
  • Mitch Evans feierte am Samstag seinen zwölften Formel-E-Sieg. Damit zog er mit Sam Bird gleich. Nur Sebastien Buemi und Lucas di Grassi (je 13) haben mehr Rennen gewonnen. Es war gleichzeitig sein 28. Podium in der Elektrorennserie. Jaguar hat nun 43 Podestplätze in der Formel E erzielt - genau so viele wie Techeetah. Mit 16 Rennsiegen holte man zudem Envision ein. Nur Nissan bzw. sein Vorgängerteam e.dams haben mehr Rennen gewonnen (18).
  • Pascal Wehrlein stand am Samstag zum zehnten Mal auf dem Formel-E-Podium. Er ist damit gleichauf mit Daniel Abt und Max Günther der erfolgreichste deutsche Fahrer in der Rennserie.
  • Mit nur 116 Tagen war es der kleinste Altersunterschied zwischen dem jüngsten und dem ältesten Fahrer auf einem Formel-E-Podium. Evans, Wehrlein und Cassidy sind alle 1994 geboren.
  • Pascal Wehrlein war am Sonntag erst zum zweiten Mal in dieser Saison nicht in den Duellen. Platz 13 war sein schlechtester Startplatz in diesem Jahr. Damit gibt es nun auch keinen Fahrer mehr, der seinen Teamkollegen in jedem Qualifying geschlagen hat.
  • Max Günther wurde am Sonntag Fünfter im Gruppenqualifying. Mit 0,043 Sekunden auf die Bestzeit hatte er den kleinsten Rückstand aller Fahrer, die jemals die Duellphase verpasst haben.
  • Jake Hughes besiegte Stoffel Vandoorne um 0,001 Sekunden - der geringste Abstand, den es jemals in einem Finalduell gab. Vandoorne erreichte zum vierten Mal in dieser Saison das Finalduell - jedes Mal verlor er. Für Hughes war es die vierte Pole-Position in der Formel E, damit zog er mit Lucas di Grassi gleich.
  • Jake Hughes erzielt sein erstes Podium in der Formel E. Es war gleichzeitig das dritte Podium für McLaren. Damit hat jeder der drei McLaren-Piloten (Rene Rast, Sam Bird und Jake Hughes) genau einmal auf dem Siegerpodest gestanden.
  • Antonio Felix da Costa feierte seinen zehnten Formel-E-Rennsieg. Damit konnte zum elften Mal in Folge der Pole-Setter nicht das Rennen gewinnen. Das gelang in dieser Saison lediglich Wehrlein beim Saisonauftakt in Mexiko.
  • Norman Nato holte in Shanghai sein erstes Podium für Andretti. Das letzte (BMW-) Andretti-Podium, das nicht von Jake Dennis erzielt wurde, erzielte Max Günther beim Sieg in New York City 2021. Weder Oliver Askew noch Andre Lotterer schafften ein Top-3-Ergebnis für das Team.
  • Am Sonntag stand erst zum dritten Mal im Jahr 2024 kein Jaguar-Pilot auf dem Podium. Das hat es sonst nur in Tokio und am Misano-Samstag gegeben.
  • Das Rennen am Sonntag war mit 36:04.600 Minuten das zweitkürzeste der Formel-E-Geschichte. Nur der wegen sintflutartigem Regen abgebrochene New York City E-Prix 2022 war rund eine Minute kürzer.
  • Porsche ist das erste Team, das in der Geschichte der Rennserie Führungsrunden in sieben aufeinanderfolgenden Rennen zurückgelegt hat. Wehrlein führte davon sechs nacheinander an - so viele wie noch nie jemand zuvor in der Formel E. Diese Serie riss jedoch am Sonntag.
  • Jaguar und Porsche feierten in Shanghai jeweils ihren vierten Saisonsieg. Jeder der vier Piloten der beiden Topteams der Formel E hat genau zwei Rennen gewonnen.
  • ERT hat als einziges Team in Shanghai keine Punkte erzielt.

Durchschnittliche Qualifying-Position (Saison)

Bester Fahrer im Qualifying ist in dieser Saison weiterhin Pascal Wehrlein, der es in den ersten zwölf Saisonrennen zehnmal in die Duellphase des Qualifyings schaffte. Aber auch Jean-Eric Vergne, Mitch Evans, Nick Cassidy, Stoffel Vandoorne und Max Günther und stehen im Schnitt sehr gut da. Schwächster Stammfahrer ist Dan Ticktum, der es auch als einziger nicht einmal in die Duelle schaffte.

Durchschnittliches Rennergebnis (Saison)

Mit seinem Reifenschaden am Sonntag ist Pascal Wehrlein in dieser Wertung weit zurückgefallen. Cassidy führt, dahinter sind Evans und Vergne gleichauf.

Positionsveränderungen (Shanghai E-Prix)

Eindeutiger Sieger in dieser Wertung ist Sebastien Buemi: Der Envision-Pilot arbeitete sich die meisten Positionen nach vorn. Nach vier Plätzen am Samstag verbesserte er sich am Sonntag um ganze zehn Positionen. Dahinter liegen gleichauf Jake Dennis und Sacha Fenestraz (jeweils +9) vor Nick Cassidy und Robin Frijns (je +8). Die meisten Positionen verloren hat Jake Hughes (-12) trotz seines zweiten Platzes am Sonntag. Aber auch Antonio Felix da Costa (-10) und Sam Bird (-9) haben jeweils in einem der beiden Rennen viele Plätze abgeben müssen.

Absolvierte Rennrunden (Saison)

Weiterhin haben noch drei Fahrer alle 408 bislang in dieser Saison gefahrenen Rennrunden absolviert: Evans, Vergne und Wehrlein. Rowland fehlt nur die letzte Runde vom Sonntagsrennen in Misano, als er ohne Energie ausrollte.

Führungsrunden (Saison)

In Shanghai kamen mit Nyck de Vries und Norman Nato zwei Fahrer dazu, die ihre ersten Führungsrunden der Saison zurücklegten. Acht Fahrer teilten die insgesamt 57 Runden in China unter sich auf. Pascal Wehrlein übernahm am Samstag wieder die Führung in dieser Wertung. Dahinter liegen Cassidy und Felix da Costa gleichauf.

Unter "andere" sind zusammengefasst: Sam Bird (21), Stoffel Vandoorne (15), Max Günther (12), Norman Nato (11), Sebastien Buemi (10), Robin Frijns (5), Nico Müller (je 4), Jake Hughes, Edoardo Mortara (je 3) und Nyck de Vries (2).

Performance-Analyse der Fahrer & Teams (Shanghai E-Prix)

Der Gewinner unserer Performance-Analyse zum Shanghai E-Prix ist Mitch Evans. Im 1. Freien Training am Freitag fuhr der Jaguar-Pilot die schnellste Runde des Wochenendes (1:13.215 Minuten). Dahinter folgen Norman Nato, Jean-Eric Vergne, Jake Hughes und Oliver Rowland, die alle innerhalb von einer Zehntelsekunde blieben. Am Ende des Feldes rangieren Sebastien Buemi (1:13.696), Jehan Daruvala (1:13.754) und Sergio Sette Camara (1:13.806).

Der Shanghai International Circuit war dabei nicht so anspruchsvoll wie die sonst üblichen Stadtkurse: Nur 0,591 Sekunden trennten alle 22 Piloten. Auffällig: Bis auf Stoffel Vandoorne, Sacha Fenestraz und Buemi erzielten alle Fahrer ihre Bestzeit im 1. Freien Training, die übrigen drei im 2. Freien Training.

Das schnellste Team auf eine Runde war Jaguar vor Andretti. Es folgen DS Penske, McLaren und Nissan. Das langsamste Team war Mahindra. Für das Hersteller-Ranking bedeutet das bereinigt: Jaguar >>> Porsche >>> Stellantis >>> Nissan >>> ERT >>> Mahindra

Rundenzeitanalyse

Samstag

Am Samstag fällt auf, wie langsam das Tempo in der ersten Rennhälfte trotz eines kurzen Zwischensprints um Runde 5 herum war. Erst ab Runde 15 wurden die Rundenzeiten deutlich schneller.

Nyck de Vries war vor der Tempoverschärfung einer der langsamsten und mutmaßlich sparsamsten Piloten, genau wie Oliver Rowland. Während de Vries bereits in Runde 16 nach vorn stürmte und sogar die Führung des Rennen übernahm, hielt sich Rowland länger zurück und verpasste am Ende mit Platz 4 das Podium nur knapp.

Gut zu erkennen ist auch der Dreher von Robin Frijns nach einem leichten Kontakt mit Max Günther.

Sonntag

Am Sonntag ist im Gegensatz dazu der Unterschied zwischen Rennbeginn und Rennende deutlich weniger stark ausgeprägt. Man erkennt gut den Dreher von Nyck de Vries nach der Kollision mit Sam Bird. Auch Pascal Wehrleins Energiespartaktik nach dem Reifenschaden, als er auf ein Safety-Car hoffte, ist deutlich zu sehen. Am Ende war der Porsche-Fahrer dank der so gesparten Energie der schnellste Fahrer im Feld.

Man erkennt jedoch auch, dass viele Fahrer zu Rennbeginn nicht genug Energie gespart und diese stattdessen für Positionskämpfe genutzt hatten. In den letzten beiden Runden zahlten sie den Preis dafür und fuhren zum Teil zwei Sekunden langsamer als die Fahrer an der Spitze.

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