Zahlen, Daten, Fakten: Die besten Statistiken zu den Formel-E-Rennen 2026 in Jeddah
Tobias Wirtz
FIA Formula E
Am vergangenen Wochenende hat die Formel E auf dem Jeddah Corniche Circuit ihre Saisonrennen Nummer 4 und 5 ausgetragen. Der erste "Double-Header" der Saison in Saudi-Arabien brachte dabei einige interessante Statistiken, Meilensteine und Kuriositäten hervor.
Statistische Besonderheiten beim Jeddah E-Prix
- Edoardo Mortara erzielte in Jeddah am Freitag seine vierte und am Samstag seine fünfte Pole-Position in der Formel E. Zuvor hatte er nur in Berlin die Pole erzielt: 2022 bereit zweimal, dazu 2024. Er wurde somit zum ersten Fahrer, der zweimal beide Poles bei einem Double-Header erzielte: In Berlin 2022 und Jeddah 2026.
- Nach den Pole-Positions in Mexiko (Buemi) und Miami (Müller) erzielten nun bereits viermal in Folge Schweizer Fahrer die Pole-Position.
- Mahindra sicherte sich die Pole-Positions 12 und 13 in der Formel E und schloss damit auf Jaguar und Andretti auf, die aktuell bei 14 stehen.
- Pascal Wehrlein feierte am Freitag seinen neunten Formel-E-Sieg, davon den dritten in Saudi-Arabien. Er ist somit nun alleiniger Rekordgewinner im Königreich. Gleichzeitig feierte der Porsche-Fahrer sein 20. Podium in der Formel E. Es war 14. Porsche-Sieg in der Formel E, damit zog Porsche mit ABT/Audi gleich.
- Antonio Felix da Costa erzielte am Samstag seinen 13. Sieg in der Formel E, womit er mit Lucas di Grassi gleichzog. Nur Mitch Evans (15) und Sebastien Buemi (14) haben mehr. Es war sein erster Sieg mit Jaguar, damit hat nun er mit Aguri, Andretti, Techeetah, Porsche und Jaguar gewonnen. Er ist der einzige Formel-E-Fahrer, der mit fünf verschiedenen Teams Rennsiege feiern konnte.
- Gleichzeitig war es der 24. Rennsieg für Jaguar. Damit übernimmt das Team die Führung in der ewigen Bestenliste.
- Evans erzielte am Freitag sein 35. Formel-E-Podium, er zog für einen Tag mit Buemi gleich.
- Buemi erzielte am Samstag sein erstes Formel-E-Podium in Saudi-Arabien, zuvor war sein bestes Ergebnis Platz 4 im Jahr 2023, Es war sein 36. Podium in der Formel E, nur di Grassi (41) und Jean-Eric Vergne (38) haben mehr.
- Oliver Rowland feierte sein 23. Formel-E-Podium. Der Brite hat in vier der letzten fünf Formel-E-Rennen in Saudi-Arabien auf dem Podium gestanden.
- Am Sonntag stand auf dem Siegerpodest jeweils ein Fahrer der in Sachen Podien erfolgreichsten Teams der Formel-E-Geschichte: Buemi für Envision (57), Rowland für Nissan (57) und Felix da Costa für Jaguar (56)
- Es war außerdem das zweitälteste Podium der Formel-E-Geschichte: Der Altersschnitt betrug 35 Jahre und 32 Tage. Am Tag zuvor war der Altersschnitt zwar etwas jünger, aber ein Schnitt von 34 Jahren und 7 Tagen ergab immer noch das siebtälteste Podium in der Formel E. Das bislang älteste Podium gab es beim ersten Rennen des Puebla E-Prix 2021 (35 Jahre und 115 Tage).
- Pascal Wehrlein (Freitag) und Rowland (Samstag) haben am Wochenende ihr 100. Formel-E-Rennen bestritten: Beide beendeten ihr Jubiläumsrennen auf dem Podium.
- Vergne bestritt am Freitag sein insgesamt 150. Rennen in der Formel E - er kam zwar nicht aufs Podium, aber immerhin in die Punkte.
- Nur Vergne und Taylor Barnard kamen bei allen vier Formel-E-Rennen in Jeddah immer in die Top 10. Vergnes Form befindet sich aber auf dem absteigenden Ast: Er belegte nacheinander die Positionen 6, 7, 8 und 9. Damit hat Vergne schon insgesamt elfmal in Saudi-Arabien gepunktet - das gelang sonst keinem Fahrer.
- Platz 16 für Nico Müller am Samstag bedeutete das erste Mal in dieser Saison, dass ein Fahrer des Porsche-Werkteams nicht unter die Top 10 kam.
- Lola Yamaha ABT bleibt auch nach dem zweiten Jeddah E-Prix ohne Punkte. Alle übrigen neun Teams haben am Wochenende mindestens zwei WM-Zähler mitgenommen.
- Buemi fuhr am Samstag seine 5.000. Rennrunde in der Formel E. Er ist nach di Grassi und Vergne der dritte Fahrer, der das geschafft hat.
- Kiro (inkl. Vorgängerteams) und Envision Racing (inkl. Virgin) haben in Jeddah jeweils ihre 10.000. Rennrunde zurückgelegt. Damit haben nach Nissan (inkl. e.dams) nun schon drei Teams diese Marke geknackt. In Madrid hat vermutlich auch Andretti die Gelegenheit dazu: Das US-Team steht derzeit bei 9.954 Runden.
- Das Sonntagsrennen war das kürzeste der bisherigen Saison und nach dem Samstagsrennen beim Shanghai E-Prix 2025 das zweitkürzeste Rennen der Gen3-Evo-Ära.
Durchschnittliche Qualifying-Position (Saison)
Nur Antonio Felix da Costa qualifizierte sich bei allen fünf Saisonrennen immer in den Top 10. Der beste Qualifier der Saison ist nach Jeddah aber Mortara. Hinter Felix da Costa folgen Dennis, Wehrlein und Müller. Am Ende des Feldes liegen die beiden Lola Yamaha ABT.
Pole-Positions (Saison)
Durchschnittliches Rennergebnis (Saison)
Wehrlein, der als einziger Fahrer jedes Rennen unter den Top 10 abschloss, ist im Rennen der Fahrer mit der durchschnittlich besten Position, dahinter liegt nun Mortara vor Müller und Rowland. Nur am Ende des Feldes zu finden sind Norman Nato und Dan Ticktum.
Rennsiege (Saison)
Podien (Saison)
Positionsveränderungen (Jeddah E-Prix)
Mit insgesamt 15 gewonnenen Positionen war Buemi in Jeddah der Fahrer, der am meisten nach vorn kam. Am Freitag ging es für ihn von 17 auf 7, am Samstag von Platz 7 auf die zweite Position. Aber auch Mitch Evans (+13) liegt über beide Tage zweistellig im Plus.
Am Ende der Liste stehen Jake Dennis (-17) und Max Günther (-14). Günther verlor nach gutem Qualifying in beiden Rennen viel an Boden, Dennis fiel am Samstag nach Start aus der ersten Reihe durch einen Reifenschaden weit zurück.
Absolvierte Rennrunden (Saison)
Sieben der 20 Fahrer konnten bei den ersten fünf Saisonrennen die volle Distanz zurücklegen. Zane Maloney zählt nach seinem Ausfall in Runde 1 am Freitag nicht mehr dazu.
Führungsrunden (Saison)
In dieser Statistik behauptet Müller seine Führung, obwohl er in Jeddah keine einzige Runde geführt hat. Zweiter ist nun Teamkollege Wehrlein vor Felix da Costa. In Jeddah gab es in jedem Rennen vier Fahrer, die sich die Führungsrunden untereinander aufteilten - kein Fahrer führte jedoch an beiden Tagen.
Insgesamt haben in dieser Saison somit nun schon 15 Fahrer mindestens eine Führungsrunde auf dem Konto.
Unter "andere" sind zusammengefasst: Jake Dennis (8), Felipe Drugovich (6), Maximilian Günther (5), Taylor Barnard, Sebastien Buemi (je 4), Nyck de Vries (2) und Jean-Eric Vergne (1).
Performance-Analyse der Fahrer & Teams (Jeddah E-Prix)
Der schnellste Mann beim Jeddah E-Prix war Dennis. Im Halbfinalduell am Samstag fuhr der Andretti-Pilot die beste Rundenzeit des Wochenendes (1:15.060 Minuten). Eine Rundenzeit unter 1:15.3 Minuten gelang außer ihm nur Mortara, der mit seiner Zeit von 1:15.116 Minuten im Samstagsfinale Dennis schlagen konnte. Es folgte Evans mit seiner Rundenzeit aus dem 3. Freien Training. Dahinter lagen Nato, Ticktum und Wehrlein, die alle ihre Bestzeit bereits am Freitag fuhren. Am Ende des Feldes lagen di Grassi (1:16.083) und Maloney (1:16.258), die als einzige Fahrer keine Rundenzeit unter 1:16 Minuten schafften.
Das schnellste Team auf eine Runde war somit Andretti vor Mahindra. Es folgen Jaguar, Nissan und Cupra Kiro. Das langsamste Team in Jeddah war Lola Yamaha ABT. Für das Hersteller-Ranking bedeutet das bereinigt: Porsche >>> Mahindra >>> Jaguar >>> Nissan >>> Stellantis >>> Lola Yamaha
Rundenzeitanalyse (Jeddah E-Prix)
Die Rundenzeitanalyse in Jeddah zeigt deutlich, wie unterschiedlich die beiden Rennen waren. Während am Freitag ein durchgängiges Tempo von etwa 1:20 Minuten gefahren wurde - die Runden mit Pit-Boost-Boxenstopp und Attack-Mode einmal außen vorgelassen -, lagen die Rundenzeiten am Samstag im ersten Renndrittel bei 1:25 bis 1:27 Minuten. Dadurch, dass jeder Fahrer zwei Attack-Mode-Aktivierungen hatte, die sich fast alle bis in die Schlussphase aufgespart wurden, war das letzten Renndrittel hingegen deutlich schneller.
Freitag
Am Freitag erkennt man die unterschiedlichen Strategien sehr gut: Während die ersten Fahrer zum Boxenstopp abbogen, aktivierte Max Günther seinen einzigen Attack-Mode und war in Runde 16 und 17 der mit Abstand schnellste Fahrer im Feld. Pascal Wehrlein hingegen aktivierte seinen Attack-Mode unmittelbar nach dem Boxenstopp und fuhr sich hier den Vorsprung heraus, der seinen Sieg sicherstellen sollte.
Mitch Evans und Nico Müller hingegen aktivierten ihren Attack-Mode deutlich später und machten in der Schlussphase noch entscheidende Positionen gut - hauptsächlich gegen die Fahrer, die sehr früh beim Boxenstopp waren und ihren Attack-Mode direkt im Anschluss verwendet hatten.
Samstag
Am Samstag sieht man relativ wenige Unterschiede in den Strategien - alle Fahrer fingen langsam an und steigerten nach und nach ihre Rundenzeiten. Einzig Felix da Costa und Ticktum stechen heraus - diese hatten ihren ersten Attack-Mode etwas früher aktiviert und somit viel Boden gutgemacht.
Bei vielen Fahrern, insbesondere denen, die das ganze Rennen im Pulk fuhren, ist jedoch zu erkennen, dass es gegen Rennende wohl Probleme mit den Batterietemperaturen gab: Die Rundenzeiten steigen wieder deutlich an. Besonders die beiden Lola-Yamaha-ABT-Fahrer verloren in den letzten Runden unheimlich viel Zeit.
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