Formel E

Zahlen, Daten, Fakten: Die besten Statistiken zu den Formel-E-Rennen in London 2026

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

2026-London-E-Prix-Saturday-Race-start

Das letzte Formel-E-Wochenende im Londoner ExCeL lieferte zum Abschied noch einmal mehrere historische Bestmarken: Taylor Barnard wurde zum jüngsten Sieger der Geschichte, Pascal Wehrlein zum erst zweiten zweimaligen Weltmeister und Mahindra feierte ein Doppelpodium wie zuletzt vor mehr als neun Jahren. Dazu kamen zahlreiche weitere Rekorde und persönliche Meilensteine. e-Formel.de hat die spannendsten Zahlen, Daten und Fakten zum Saisonfinale 2026 zusammengestellt.

Statistische Besonderheiten beim London E-Prix

  • Taylor Barnard schrieb am Sonntag Formel-E-Geschichte: Mit seinem ersten Sieg löste er Maximilian Günther als jüngsten Rennsieger der Geschichte ab. Günther hatte den Rekord seit dem Santiago E-Prix 2020 gehalten. Für Barnard war es gleichzeitig das sechste Formel-E-Podium und das erste, das er nicht mit McLaren erzielte.
  • Pascal Wehrlein ist erst der zweite zweimalige Formel-E-Champion: Nach Jean-Eric Vergne gewann auch der Porsche-Pilot zum zweiten Mal den Fahrertitel. Wehrlein ist zudem der erste Fahrer, dem zwei Titel mit derselben Fahrzeuggeneration gelangen.
  • Mahindra erlebte am Sonntag eines seiner besten Formel-E-Wochenenden überhaupt: Nyck de Vries holte seine erste Pole seit Diriyah 2022 und gemeinsam mit Edoardo Mortara die erste komplette Mahindra-Startreihe der Teamgeschichte. Im Rennen standen anschließend erstmals seit New York City 2017 wieder beide Mahindra-Fahrer gemeinsam auf dem Podium. Mit nun 36 Podien zog das Team zudem an Citroen inklusive Venturi und Maserati vorbei.
  • Jake Dennis bleibt der König des ExCeL: Dennis und Nyck de Vries erzielten in London jeweils ihr sechstes Podium auf dem Indoor-Outdoor-Kurs. Mit insgesamt 146 Punkten ist Dennis der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte der Strecke.
  • Eine beeindruckende London-Serie von Wehrlein endete ausgerechnet im WM-Finale: Am Sonntag blieb der Deutsche erstmals bei einem Rennen im ExCeL ohne Punkte. Seine vorherigen elf London-Rennen hatte Wehrlein allesamt in den Top 10 beendet.
  • Pascal Wehrlein sammelte am Samstag gleich mehrere Karriere- und Porsche-Meilensteine: Er erzielte seine 13. Pole-Position und seinen elften Formel-E-Sieg, Porsche feierte gleichzeitig seine 14. Pole, den 17. Sieg und das 40. Podium in der Formel E.
  • Porsche dominierte nicht nur das Qualifying in London, sondern die gesamte Saison: Am Samstag belegte das Werksteam zum zweiten Mal nach Mexiko 2025 die Startplätze 1 und 2. Erstmals seit Einführung des Duell-Formats erzielte ein Team zudem in beiden Gruppen die Bestzeit und brachte anschließend beide Fahrer ins Finale. Insgesamt gingen zehn der 17 Pole-Positions in Saison 12 an Fahrer mit Porsche-Antrieb.
  • Mahindra konterte nur einen Tag später: De Vries und Edoardo Mortara sicherten dem indischen Team am Sonntag erstmals in seiner Formel-E-Geschichte die komplette erste Startreihe.
  • Saison 12 brachte ungewöhnlich viele komplette erste Startreihen: Erstmals in der Formel-E-Geschichte gelang es innerhalb einer Saison drei verschiedenen Teams, beide Autos in die erste Startreihe zu bringen. Nach Andretti in Sanya folgten Porsche am Samstag und Mahindra am Sonntag in London.
  • Oliver Rowland war der Spezialist für die schnellste Rennrunde: Der Nissan-Pilot fuhr in beiden London-Rennen die schnellste Runde innerhalb der Top 10 und sicherte sich damit jeweils den Bonuspunkt. Insgesamt gelang ihm das in Saison 12 sechsmal - kein anderer Fahrer schaffte es häufiger als dreimal.
  • Das Samstagsrennen hatte so wenige Führende wie kein anderer Saisonlauf: Lediglich Wehrlein und Pepe Marti lagen mindestens eine Runde an der Spitze. Wehrlein führte 35 Runden lang, Marti nach dem Boxenstopp des Porsche-Piloten für vier Umläufe.
  • Auch die Podiumsstatistiken wurden in London kräftig fortgeschrieben: Antonio Felix da Costa feierte sein 32. Formel-E-Podium, Jake Dennis sein 29., Edoardo Mortara sein 18. und Nyck de Vries sein 15. Jaguar baute seinen Rekord auf 63 Podien aus, Andretti steht nun bei 46.
  • Barnards Sieg brachte auch Penske einen weiteren Meilenstein: Es war der sechste Formel-E-Sieg des Teams und gleichzeitig dessen 22. Podium. Damit zog Penske bei den Podiumsplatzierungen mit Mercedes-EQ gleich.
  • Neun der zehn Teams gewannen in Saison 12 mindestens ein Rennen: Lediglich Envision Racing blieb ohne Sieg. Ein Podium erreichten dagegen alle zehn Mannschaften.
  • Mehrere Fahrer knackten in London persönliche Karriere-Marken: Jean-Eric Vergne überschritt als erster Formel-E-Fahrer die Marke von 1.300 Punkten, Edoardo Mortara als siebter Fahrer 10.000 Rennkilometer. Zane Maloney absolvierte seine 1.000. Rennrunde, Norman Nato überschritt die Marke von 2.500 Runden.
  • Das Sonntagsrennen markierte zugleich einen besonderen Meilenstein für die Formel E: Nach 45 Rennen mit dem Gen1- und 55 Rennen mit dem Gen2-Fahrzeug war das Saisonfinale das 65. Rennen der Gen3-Ära und insgesamt das 165. Rennen in der Geschichte der Rennserie.

Performance-Analyse der Fahrer & Teams (London E-Prix)

Schnellster Fahrer des London-Wochenendes war de Vries: Im Finalduell am Sonntag fuhr der Mahindra-Pilot mit 1:06,925 Minuten die schnellste Runde des Wochenendes und blieb als einziger Fahrer unter 1:07 Minuten. Pascal Wehrlein und Edoardo Mortara folgten mit weniger als zwei Zehntelsekunden Rückstand, dahinter lagen Dan Ticktum und Nico Müller.

Am Ende der Rangliste liegt Zane Maloney, der seine persönliche Bestzeit im Gruppenqualifying am Sonntag mit 300 kW erzielte. Knapp davor folgt Norman Nato, dessen schnellste Runde bereits aus dem 1. Freien Training am Freitag stammt - er konnte somit nicht von den später schnelleren Streckenbedingungen profitieren.

Mahindra war damit auf eine Runde das schnellste Team des Wochenendes vor Porsche, Kiro, Envision und Jaguar. Am Ende der Rangliste lag erneut Lola Yamaha ABT. Auf Herstellerseite ergibt sich folgende Reihenfolge: Mahindra vor Porsche, Jaguar, Stellantis, Nissan und Lola Yamaha.

Positionsveränderungen (London E-Prix)

Kein Fahrer machte über beide London-Rennen mehr Positionen gut als Barnard. Nach sieben Plätzen am Samstag gewann er am Sonntag weitere vier Positionen und fuhr von Startplatz 5 zu seinem ersten Formel-E-Sieg. Ebenfalls zweistellig nach vorne kamen Buemi und Rowland mit jeweils elf sowie Günther, Mortara und Nato mit jeweils zehn Positionen.

Die größten Verluste verzeichneten dagegen Müller mit 17 und Eriksson mit 16 Positionen. Wehrlein verlor insgesamt elf Plätze, sämtliche davon am Sonntag.

Rundenzeitanalyse (London E-Prix)

Durch die zahlreichen Rennunterbrechungen am Samstag lassen sich die Rundenzeiten dieses Laufs kaum sinnvoll vergleichen. Daher konzentriert sich die Analyse auf das Sonntagsrennen.

Sonntag

Die Grafik zeigt deutlich, wie Felix da Costa und Barnard ihren Attack-Mode früh einsetzten und damit schnell Positionen gewannen. Auch die beiden Mahindra-Piloten aktivierten die Zusatzleistung früh, um dem erwarteten Chaos rund um Felix da Costa und Wehrlein möglichst zu entgehen.

Besonders auffällig ist der deutliche Tempoverlust von Felix da Costa ab Runde 25. Der Jaguar-Pilot wurde im Schnitt rund vier Sekunden pro Runde langsamer und konzentrierte sich fortan nahezu ausschließlich darauf, Wehrlein aufzuhalten. Dadurch verloren auch Buemi, Cassidy und Vergne erheblich Zeit.

Ebenfalls klar zu erkennen ist Barnards rennentscheidende Attack-Mode-Aktivierung kurz vor Schluss. Rowland erhöhte in den letzten Runden ebenfalls deutlich das Tempo, fuhr noch bis auf Platz 9 nach vorne und sicherte sich zusätzlich den Bonuspunkt für die schnellste Rennrunde innerhalb der Top 10.

Durchschnittliche Qualifying-Position (Saison)

Wehrlein sicherte sich mit den Startplätzen 1 und 3 in London noch die Spitzenposition in der Qualifying-Statistik der Saison. Dahinter folgen Felix da Costa, Mortara und Ticktum. Am anderen Ende des Feldes liegt di Grassi mit deutlichem Abstand: Der Brasilianer startete in zwölf der 17 Rennen aus der letzten Reihe und erreichte als einziger Fahrer der Saison kein einziges Mal die Duellphase.

Pole-Positions (Saison)

Mortara und Wehrlein sicherten sich je vier Pole-Positions in der abgelaufenen Saison.

Durchschnittliches Rennergebnis (Saison)

Evans erzielte über die gesamte Saison das beste durchschnittliche Rennergebnis. Dahinter folgen Dennis und Rowland vor Wehrlein und Müller. Am Ende der Statistik liegen di Grassi, Nato und Maloney.

Rennsiege (Saison)

Kein Fahrer konnte sich in Saison 12 entscheidend absetzen: Die Rennsiege verteilten sich auf elf Piloten von neun verschiedenen Teams.

Podien (Saison)

Auch bei den Podien zeigt sich die Ausgeglichenheit der Saison: Kein einzelner Fahrer dominierte die Statistik so deutlich wie in früheren Jahren. Rowland, Dennis und Wehrlein erzielten je sechs Podestplätze, Cassidy und beide Jaguar-Piloten je fünf.

Führungsrunden (Saison)

Wehrlein beendete die Saison auch bei den Führungsrunden klar an der Spitze. Bemerkenswert ist jedoch vor allem die Breite des Feldes: Jeder der 20 Fahrer führte in Saison 12 mindestens eine Rennrunde.

Felix da Costa und Mortara lagen dabei in jeweils neun verschiedenen Rennen mindestens einmal an der Spitze, Wehrlein und Rowland in jeweils acht. Maloney führte dagegen nur in einem einzigen Saisonlauf, dem Samstagsrennen beim Berlin E-Prix.

Unter "andere" sind zusammengefasst: Nick Cassidy (25), Dan Ticktum (21), Norman Nato (19), Taylor Barnard (17), Felipe Drugovich (11), Sebastien Buemi, Maximilian Günther (je 10), Joel Eriksson, Pepe Marti (je 9), Lucas di Grassi (7), Jean-Eric Vergne (4) und Zane Maloney (2).

Absolvierte Rennrunden (Saison)

Nur zwei Fahrer absolvierten in Saison 12 jede einzelne Rennrunde: Buemi und Müller. Barnard und Drugovich fehlte jeweils lediglich eine Runde, Günther und Rowland jeweils zwei. Deutlich am Ende liegt de Vries, dem 88 Runden auf die Maximalzahl fehlen - unter anderem wegen seines Nichtstarts in Jeddah und des frühen Ausfalls im zweiten Berlin-Rennen.

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