Zahlen, Daten, Fakten: Die besten Statistiken zum Formel-E-Rennen in Madrid 2026
Tobias Wirtz
FIA Formula E
Am vergangenen Wochenende hat die Formel E auf dem Circuito del Jarama ihr erst zweites Event in Spanien ausgetragen. Der Madrid E-Prix brachte dabei einige interessante Statistiken, Meilensteine und Kuriositäten hervor.
Statistische Besonderheiten beim Madrid E-Prix
- Die Länge von 3934 Metern machte den Circuito del Jarama zur längsten Strecke der Formel-E-Geschichte. Mit nur 23 gab gleichzeitig die bislang niedrigste Anzahl an Rennrunden, genau wie beim Rom E-Prix 2021. Mit 38:26.706 Minuten vom Start bis zum Fallen der Zielflagge war es das kürzeste Rennen der Saison und das achtkürzeste der Formel-E-Geschichte.
- Nick Cassidy erzielte gegen Edoardo Mortara den ersten Duellsieg für Citroen Racing in der Formel E. Da er auch die beiden folgenden Duelle gewann, sicherte er Citroen die
erste Pole-Position in der Elektrorennserie. Für Cassidy war es die achte, für das in Monaco ansässige Team (inkl. Venturi und MSG Racing) die sechste. - Der Madrid E-Prix war das 150. Rennen für Antonio Felix da Costa, der als dritter Fahrer nach Lucas di Grassi und Jean-Eric Vergne diese Marke erreichte. Er verpasste nur die Rennen in Peking 2014, London 2015 und Berlin 2016.
- Felix da Costa feierte seinen 14. Sieg in der Elektrorennserie, womit er mit Sebastien Buemi gleichzog. Nur Mitch Evans (15) hat mehr. Es war gleichzeitig der 25. Sieg für Jaguar in der Formel E - Rekord!
- Für Felix da Costa war es der zweite Sieg in Folge, zuletzt gelang dies Nick Cassidy in London 2025, ebenfalls mit Jaguar.
- Mitch Evans erzielte sein 36. Podium in der Formel E, er zog in dieser Statistik mit Buemi gleich. Es war das sechste Doppelpodium für Jaguar, das Team stellte damit den ABT-Rekord ein.
- Gleichzeitig waren es die Podiumsplätze Nr. 57 und 58 für das Team, das somit Envision & Nissan überholt, die beide bei 57 stehen.
- Es war das 21. Podium für Pascal Wehrlein und das 36. für Porsche in der Formel E. Wehrlein kam somit auch im sechsten Saisonrennen in die Punkte - als einziger Fahrer des gesamten Feldes.
- Mit nur 0,386 Sekunden zwischen dem Sieger und dem Zweiten war es das engste Rennen der bisherigen Saison.
- Jaguar hat in dieser Saison in jedem Rennen mindestens eine Führungsrunde gesammelt. Saisonübergreifend hat ein Fahrer des Teams nun bereits zehn Rennen in Folge angeführt - zuletzt lag in Jakarta 2025 kein Jaguar-Fahrer im Rennen auf Platz 1. Damit stellte man den Rekord von Porsche aus der Vorsaison ein.
- Zum zweiten Mal in Folge haben sämtliche Fahrer alle Runden des Rennens zurückgelegt, es gab also weder Ausfälle noch Überrundungen. Es waren die ersten beiden Rennen der Gen3-Ära, auf die das zutraf - zuletzt passierte das in Berlin 2022 (Saison 8).
- Cupra Kiro (inkl. seiner Vorgängerteams) hat in Madrid die Marke von 500 Punkten geknackt.
- Nach dem Madrid E-Prix liegt Andretti bei genau 10.000 Rennrunden in der Formel E. Es ist nach Nissan, Kiro und Envision das vierte Team, das diese Marke knackt. Porsche knackte die Marke von 6.000 Rennrunden und belegt damit Platz 10 in dieser Statistik.
Durchschnittliche Qualifying-Position (Saison)
Nur Felix da Costa qualifizierte sich bei allen sechs Saisonrennen immer in den Top 10 und teilt sich den Platz des besten Qualifiers der Saison nach Madrid mit Mortara. Dahinter folgen Wehrlein, Dennis und Günther. Am Ende des Feldes liegt Lucas di Grassi.
Pole-Positions (Saison)
Durchschnittliches Rennergebnis (Saison)
Wehrlein, der als einziger Fahrer jedes Rennen unter den Top 10 abschloss, ist im Rennen der Fahrer mit der durchschnittlich besten Position, dahinter liegt Mortara vor Evans und Müller. Nur am Ende des Feldes zu finden sind Nyck de Vries und Zane Maloney.
Rennsiege (Saison)
Podien (Saison)
Positionsveränderungen (Madrid E-Prix)
Mit insgesamt 14 gewonnenen Positionen war Evans der Fahrer, der am meisten Boden gutmachte. Aber auch Buemi, di Grassi und Joel Eriksson (je +7) holten viele Positionen auf.
Am Ende der Liste stehen Cassidy und de Vries (je -16), die nach dem Start aus der ersten Startreihe im Rennen weit zurückfielen.
Absolvierte Rennrunden (Saison)
Sieben der 20 Fahrer konnten bei den ersten sechs Saisonrennen die volle Distanz zurücklegen.
Führungsrunden (Saison)
In dieser Statistik behauptet Müller seine Führung knapp, obwohl er auch in Madrid keine einzige Runde geführt hat. Zweiter ist nun Felix da Costa vor Wehrlein. In Madrid führten sechs verschiedene Piloten das Rennen an, Pepe Marti sammelte dabei seine ersten Führungskilometer in der Formel E.
Insgesamt haben in dieser Saison somit nun schon 16 Fahrer mindestens eine Führungsrunde auf dem Konto.
Unter "andere" sind zusammengefasst: Jake Dennis (8), Felipe Drugovich (7), Maximilian Günther (6), Taylor Barnard, Sebastien Buemi, Pepe Marti (je 4), Nyck de Vries (2) und Jean-Eric Vergne (1).
Performance-Analyse der Fahrer & Teams (Madrid E-Prix)
Die Performance-Analyse des Madrid E-Prix entspricht dem Ergebnis des 1. Freien Trainings am Freitagabend: Nur in dieser Session war die Strecke komplett trocken, sodass alle 20 Piloten hier ihre schnellste Runde des Wochenendes fuhren. Die Bestzeit ging an Dan Ticktum vor Nyck de Vries und Max Günther.
Das schnellste Team auf eine Runde war somit Cupra Kiro vor Mahindra. Es folgen DS Penske, Porsche und Citroen. Das langsamste Team in Madrid war Nissan. Für das Hersteller-Ranking bedeutet das bereinigt: Porsche >>> Mahindra >>> Stellantis >>> Lola Yamaha >>> Jaguar >>> Nissan
Rundenzeitanalyse (Madrid E-Prix)
Die Rundenzeitanalyse in Madrid zeigt deutlich, wie viel schneller das Rennen über die Renndistanz wurde. Zusätzlich zu taktischen Überlegungen kam beim Madrid E-Prix dazu, dass die Strecke am Anfang noch feucht war und erst im Laufe des Rennens komplett abtrocknete.
Obwohl der Undercut, also ein früher Boxenstopp mit anschließendem Verschärfen des Tempos die Strategie war, die den meisten Piloten, darunter Rennsieger Felix da Costa, Vorteile brachte, sieht man, dass auch die gegenteilige Strategie funktionierte: Nachdem seine unmittelbaren Konkurrenten an die Box gefahren waren, nutzte Mitch Evans die freie Strecke vor ihm, um nach dem Boxenstopp vor seinen Gegnern auf die Strecke zurückzukommen.
Max Günther hingegen nutzte seinen Attack-Mode unmittelbar nach dem Boxenstopp, um sich in Führung zu bringen, bezahlte den höheren Energieverbrauch zu diesem Zeitpunkt später jedoch mit deutlichem Zeitverlust. Völlig anders hingegen die Kurve bei Oliver Rowland: Der Weltmeister lag nach einer Durchfahrtsstrafe im ersten Rennviertel weit zurück, sparte Energie und hoffte auf ein Safety-Car. Als dieses nicht kam, nutzte er seinen Energievorteil, um die mit Abstand schnellsten Rundenzeiten im gesamten Feld zu fahren.
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