Formel E

Zahlen, Daten, Fakten: Statistiken zu den Formel-E-Rennen beim Berlin E-Prix 2022

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Am Wochenende fanden in der deutschen Hauptstadt Berlin das siebte und achte Rennen der Formel-E-Weltmeisterschaft 2022 statt. Wir haben das Geschehen auf dem Vorfeld des ehemaligen Tempelhofer Flughafens ganz genau unter die Lupe genommen und in einem ausführlichen Analyseartikel aufbereitet. Darin beleuchten wir alle statistischen Auffälligkeiten bei der Rückkehr der Elektro-Rennserie in die einzige Stadt, in der sie bislang jede Saison gefahren ist.

Statistische Besonderheiten beim Berlin E-Prix

  • In Berlin fanden bereits insgesamt 16 Formel-E-Rennen statt - deutlich mehr als in jeder anderen Stadt. Hinter der deutschen Hauptstadt folgen als nächstes New York City mit acht und Diriyya mit sieben Rennen.
  • Bei seinem 54. Formel-E-Rennen erzielte Edo Mortara seine erste Pole-Position in der Rennserie. Er musste nach seinem Debüt in Hongkong 2017 ganze 1.624 Tage oder umgerechnet vier Jahre, fünf Monate und zwölf Tage auf einen ersten Startplatz warten.
  • Für Venturi war es die zweite Pole-Position in der Geschichte der Formel E. Die erste hatte Stephane Sarrazin beim Saisonfinale von Saison 1 geholt, dem London E-Prix 2015. Zwischen diesen beiden Pole-Positions vergingen genau 2.512 Tage bzw. sechs Jahre, zehn Monate und 16 Tage - Rekord.
  • Damit sind nun Max Günther und Nick Heidfeld die Fahrer mit den meisten Formel-E-Starts, die noch keine Pole-Position erzielt haben. Beide stehen bei genau 44 E-Prix.
  • Mit seiner zweiten Pole-Position am Sonntag wurde Mortara zum fünften Fahrer, der zwei Pole-Positions bei einem "Double-Header" erzielte. Das schafften zuvor nur Sebastien Buemi (New York City 2018), Alex Sims (Diriyya 2019), Antonio Felix da Costa und Jean-Eric Vergne (beide Berlin 2020).
  • Apropos Sims: Der Brite startete am Samstag zum ersten Mal in seiner Formel-E-Karriere von Startplatz 2.
  • Nach dem Viertelfinaleinzug von Sergio Sette Camara haben jetzt bereits neun Teams an den Qualifying-Duellen teilgenommen. Es fehlen nur noch Nio 333 und Nissan e.dams.
  • Edo Mortara zog viermal in die neue Duellphase des Qualifyings ein. Jedes Mal schaffte er es anschließend auch ins Finale. Oder anders ausgedrückt: Er verlor bislang immer nur sein Finalduell. Als bislang einziger Fahrer bislang gewann Mortara zehn Qualifying-Duelle.
  • Am Wochenende feierten sowohl de Vries als auch Mortara ihren vierten E-Prix-Sieg. Damit zogen sie in dieser Statistik mit Mitch Evans gleich.
  • Jean-Eric Vergne stand am Samstag zum 29. Mal auf dem Podium. Damit holte er Sebastien Buemi ein. Nur Lucas di Grassi (36) hat mehr Podestplätze in der Elektroserie.
  • Es war das 40. Podium für Techeetah, damit belegt das Team Platz 2 in der ewigen Statistik hinter ABT/Audi.
  • Stoffel Vandoorne wurde am Sonntag zum achten Mal Dritter in der Formel E. Mehr dritte Plätze haben nur Buemi (10) und di Grassi (9).
  • Zum ersten Mal seit dem Santiago E-Prix 2018 standen drei Fahrer auf dem Podium, die den gleichen Antrieb verwendeten. Damals waren es Vergne, Lotterer und Buemi, die alle mit Renault-Motoren fuhren.
  • Premiere in Berlin: Dass vier Fahrer mit identischem Antrieb auf den ersten vier Positionen ankamen, hatte es seit Einführung der selbst entwickelten Motoren in Saison 2 noch nie gegeben.
  • Zum ersten Mal seit dem Berlin E-Prix 2018 sahen alle gestarteten Fahrer die Zielflagge.
  • Eine weitere Premiere: Erstmals in der Geschichte der Formel E kamen am Sonntag alle Fahrer, die sich unter den ersten Zehn qualifiziert hatten, auch unter den ersten Zehn ins Ziel. Bemerkenswert dabei: Keiner der Piloten erzielte im Rennen genau die Position, die er in der Startaufstellung innehatte.
  • Antonio Felix da Costa kam am Sonntag zum ersten Mal in dieser Saison vor seinem Teamkollegen ins Ziel. Damit ist nur noch Sergio Sette Camara im Rennen teamintern ungeschlagen.
  • Position 9 war für Vergne das schlechteste Ergebnis dieser Saison. Dennoch erzielte er als einziger Pilot Punkte in allen Rennen.
  • Oliver Askew entwickelt sich zu Mr. Konstanz: Bereits viermal in Folge beendete er das Rennen auf Position 15.
  • Robin Frijns setzt eine beeindruckende Serie fort: Der Envision-Pilot erreichte 23 Rennen in Folge das Ziel. Sein letzter Ausfall datiert vom Saisonfinale in Saison 6 (Berlin).
  • Erstmals seit dem Monaco E-Prix 2019 erzielten am Sonntag wieder zwei Teams in einem Rennen mehr als 30 Punkte: Mercedes (40) und Venturi (34). Dies sind auch die einzigen beiden Rennen der Gen2-Ära, bei dem dies der Fall war.
  • Mercedes knackte am Sonntag die Marke von 500 Punkten in der Formel E.
  • Venturi steht zur Saisonhalbzeit bei 148 Punkten - mehr Zähler, als das Team in jeder bisherigen Saison zum Saisonende hatte.
  • Neuer Rekord für Stoffel Vandoorne: Der Belgier sicherte sich bei seinen bisherigen 47 Formel-E-Rennen 47 FANBOOSTs. Er liegt damit nun knapp vor Antonio Felix da Costa (46) und Lucas di Grassi (45).
  • In Berlin bekam Antonio Giovinazzi zum ersten Mal seit seinem Formel-E-Debüt keinen FANBOOST. Dieser ging stattdessen an Andre Lotterer: Damit hat Porsche nun acht FANBOOSTs gesammelt und sich in der ewigen Statistik an Aguri vorbeigeschoben. Nur Trulli hat weniger: Das Team, das allein in Saison 1 antrat, gewann in seiner Geschichte  nie die Zusatzleistung.
  • Gleich vier Teams überschritten am Wochenende die Marke von 6.000 Rennrunden in der Formel E: Andretti, Envision, Mahindra und Dragon.

 

Qualifying-Vergleich der Formel-E-Teamkollegen (Saison)

Team Fahrer 1 Stand Fahrer 2
Mercedes-EQ Vandoorne 5 : 3 de Vries
Jaguar TCS Racing Evans 7 : 1 Bird
DS Techeetah Felix da Costa 3 : 5 Vergne
Envision Racing Frijns 6 : 2 Cassidy
Avalanche Andretti
Dennis 6 : 2 Askew
ROKiT Venturi Racing
di Grassi 2 : 6 Mortara
TAG Heuer Porsche Lotterer 5 : 3 Wehrlein
Mahindra Racing Sims 2 : 6 Rowland
Nissan e.dams Günther 6 : 2 Buemi
Dragon Penske Autosport
Sette Camara 5 : 3 Giovinazzi
Nio 333
Turvey 5 : 3 Ticktum

 

Durchschnittliche Qualifying-Position & Duellphase (Saison)

Der beste Fahrer im Qualifying ist in der bisherigen Saison weiterhin Andre Lotterer (durchschnittliche Position: 4,8). Es folgen Jean-Eric Vergne (5,6), Nyck de Vries (5,8) und Stoffel Vandoorne (6,3). Die Auswertung bezieht sich auf das finale Ergebnis nach den Qualifying-Duellen. Am Ende des Feldes liegen Oliver Turvey (18,5), Dan Ticktum (19,5) und Antonio Giovinazzi (19,8).

Da es immer je vier Fahrer pro Gruppe in die Duellphase schaffen, werten wir seit dieser Saison aus, aus welcher Gruppe die Fahrer im Halbfinale sowie im Finale stammen. Bis dato schafften es 15 Fahrer aus Gruppe A und 17 Fahrer aus Gruppe B ins Halbfinale. Im Duell um die Pole-Position standen sich an beiden Tagen der Berlin E-Prix wieder ein Fahrer aus Gruppe A und ein Pilot aus Gruppe B gegenüber, was bis auf den Rennsamstag in Rom in dieser Saison jedes Mal der Fall war. Insgesamt standen neun Fahrer aus Gruppe A und sieben Fahrer aus Gruppe B in dieser Saison im Finalduell.

Beeindruckend ist die Pace von Andre Lotterer im Gruppenqualifying: Der Porsche-Fahrer erreichte bei acht Rennen in dieser Saison achtmal auch die Duellphase. Robin Frijns und Vandoorne und Vergne stehen bei sieben Teilnahmen an der K.o.-Phase. Ins Halbfinale schafften es de Vries, Lotterer, Mortara und Vergne je viermal. Mortara bestritt sogar schon vier Finalduelle.

Gruppen-Verteilung Halbfinalduelle

Gruppen-Verteilung Finalduelle

Durchschnittliche Rennposition (Saison)

In den Rennen schnitt Stoffel Vandoorne mit einer Durchschnittsposition von 4,4 bis dato am besten ab. Dahinter liegen Jean-Eric Vergne (4,6) und Robin Frijns (6,4) vor Edo Mortara (7,8). Am Ende des Feldes rangiert Sergio Sette Camara (16,0) vor Daniel Ticktum mit 16,6. Dahinter liegt nur noch Antonio Giovinazzi (19,9).

Positionsveränderungen (Berlin E-Prix)

Bei der Analyse der gewonnenen und verlorenen Plätze im Rennen schneiden naturgemäß die Fahrer am besten ab, die ein schwaches Qualifying hatten und sich im Rennen nach vorn arbeiten konnten. Besonders schwache Ergebnisse erhalten gewöhnlich die Piloten, die nach einem guten Qualifying weit zurückgefallen oder ausgeschieden sind.

Der Gewinner dieser Wertung in Berlin ist Oliver Askew mit 13 gewonnenen Positionen: Der US-Amerikaner arbeitete er sich von Platz 22 bzw. Platz 21 zweimal auf Rang 15 nach vorn. Dahinter liegen Sam Bird mit elf und Oliver Rowland sowie Stoffel Vandoorne mit je neun gewonnenen Plätzen. Am Ende der Statistik stehen Alexander Sims mit 14 verlorenen Rängen hinter seinem Sergio Sette Camara (-12) und Oliver Turvey (-8).

Am Samstag in Berlin kam Sebastien Buemi erstmals in dieser Saison hinter der Position ins Ziel, auf der er gestartet war. Er war der einzige Fahrer, der sich zuvor in jedem Rennen nach vorne arbeiten konnte.

Absolvierte Rennrunden (Saison)

Durch den Ausfall von Lucas di Grassi am Samstag haben nach dem Berlin E-Prix nur noch neun der 22 Fahrer alle 280 Rennrunden der bisherigen Saison zurückgelegt. Die beiden Mahindra-Piloten Oliver Rowland und Alexander Sims sind in den ersten acht Rennen zusammengerechnet bereits siebenmal ausgeschieden, daher liegen sie am Ende dieser Statistik.

Führungsrunden (Saison)

In Berlin lagen nur vier verschiedene Piloten in Führung. Keiner von ihnen sammelte dabei seine ersten Führungskilometer der laufenden Saison. Die meisten Runden gingen auf das Konto von Edo Mortara (39), jedoch nur ganz knapp vor Nyck de Vries (38), der seine ersten Führungsrunden seit dem Diriyya E-Prix im Januar erzielte. Mit insgesamt 80 hat de Vries die meisten Führungsrunden der Saison inne, Mortara hat jedoch nur zwei Runden weniger auf dem Konto.

Unter "andere" sind zusammengefasst: Frijns (12), Lotterer (6), di Grassi (2)

Performance-Analyse der Fahrer & Teams (Berlin E-Prix, Samstag)

Da in Berlin zwei unterschiedliche Streckenkonfigurationen gefahren wurden, haben wir unsere Performance-Analyse, bei der wir die schnellsten Rundenzeiten aller Fahrer miteinander vergleichen, aufgeteilt.

Der Gewinner unserer Performance-Analyse auf der klassischen Variante in Berlin ist DS-Pilot Jean-Eric Vergne. Im Viertelfinalduell stellte er einen neuen Streckenrekord auf (1:05.893 Minuten) und blieb damit als einer von nur fünf Piloten am Samstag unter der 1:06er-Marke. Ihm folgt in unserer Analyse Edo Mortara vor Alexander Sims, Andre Lotterer, Antonio Felix da Costa, Sebastien Buemi, Pascal Wehrlein und Robin Frijns. Mitch Evans und Jake Dennis komplettieren die Top 10.

Am Ende des Feldes zu finden sind Dan Ticktum und Antonio Giovinazzi. Der Italiener liegt auf eine Runde betrachtet mehr als 1,4 Sekunden hinter Vergne, und selbst auf Ticktum fehlen ihm bereits mehr als 0,6 Sekunden. Die fünf schnellsten Fahrer setzten ihre jeweilige Bestzeit in der Duellphase des Qualifyings.

Für die Teams bedeutet das: Das schnellste Fahrzeug auf eine Runde betrachtet hatte DS Techeetah, vor dem Kunden-Mercedes von Venturi und dem Mahindra. Es folgen der Porsche, der Nissan und der Kunden-Audi von Envision. Jaguar landet vor dem Kunden-BMW von Andretti. Erst dahinter kommen der Werks-Mercedes und der Dragon. Das langsamste Auto am Berlin-Samstag war jedoch der Nio 333.

Performance-Analyse der Fahrer & Teams (Berlin E-Prix, Sonntag)

Am Berlin-Sonntag war Edo Mortara der Beste. Im Halbfinalduell fuhr er die schnellste jemals auf dem Rückwärts-Layout von Berlin gemessene Rundenzeit (1:05.897 Minuten) und blieb damit als einziger Pilot am Sonntag unter der 1:06er-Marke. Er liegt in unserer Analyse vor seinem Teamkollege Lucas di Grassi, Robin Frijns und Antonio Felix da Costa. Auf den weiteren Plätzen folgen Nyck de Vries, Nick Cassidy, Oliver Rowland, Andre Lotterer und Stoffel Vandoorne, auf Platz 10 Pascal Wehrlein.

Langsamster Fahrer am Samstag war Sebastien Buemi, der noch hinter Daniel Ticktum liegt. Der Schweizer war jedoch durch einen Unfall im Freien Training gehandicapt, da viel Streckenzeit durch die Reparatur des beschädigten Diffusors verloren ging. Dies erklärt seinen Rückstand von 1,5 Sekunden auf Mortara und von fast 0,6 Sekunden auf den Vorletzten, Ticktum, zumindest zum Teil.

Für die Teams bedeutet das am Sonntag: Auf eine Runde am schnellsten waren Kunden-Fahrzeuge von Venturi und Envision. Erst dahinter kommen die Werks-Autos von Mercedes, DS, Mahindra und Porsche. Es folgt der Kunden-BMW von Andretti vor dem Nio 333 und dem Dragon. Die langsamsten Autos am Sonntag auf eine Runde waren jedoch mit einem Abstand von mehr als 0,2 Sekunden der Nissan und der Jaguar.

Rückstand auf den Führenden (Berlin E-Prix, Samstag)

In diesem Abschnitt haben wir für dich dargestellt, wie sich die Rückstände der Top-5-Fahrer auf die Spitze im Laufe des Rennens entwickelt haben. Nachträglich verhängte Strafen haben wir dabei nicht berücksichtigt.

Rückstand auf den Führenden (Berlin E-Prix, Sonntag)

Hinweis: Wenn du mit dem Mauszeiger über einen der Datenpunkte der Grafiken fährst, wird dir der genaue Rückstand des Fahrers in der gewählten Runde angezeigt.

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