Formel E

Zahlen, Daten, Fakten: Statistiken zu den Formel-E-Rennen in London 2022

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Die Rennen 13 und 14 von insgesamt 16 Saisonläufen der Formel-E-Weltmeisterschaft 2022 in London boten den Zuschauer:innen Action und Spektakel ohne Ende. Wir haben das Geschehen in der britischen Hauptstadt ganz genau unter die Lupe genommen und in einem ausführlichen Analyseartikel aufbereitet. Darin beleuchten wir alle statistischen Auffälligkeiten beim London E-Prix 2022.

Statistische Besonderheiten beim London E-Prix

  • Jake Dennis feierte am Samstag seinen dritten Formel-E-Sieg - schon sein zweiter in London.
  • Es war der erste Erfolg eines britischen Fahrers seit 370 Tagen (Alex Lynn, London E-Prix 2021) - und das, obwohl Großbritannien mit sechs Fahrern die Nation mit den meisten Piloten in der Elektrorennserie ist.
  • Gleichzeitig war es der insgesamt vierte Sieg eines Briten beim London E-Prix. In keiner Stadt gab es mehr Formel-E-Heimsiege.
  • Dennis gelang nach Daniel Abt (Berlin 2018) und Antonio Felix da Costa (Berlin 2020) der erst dritte "perfekte" Renntag in der Formel-E-Geschichte: Er holte die Pole-Position, den Rennsieg, die schnellste Runde und führte sämtliche Runden des Samstagsrennens an.
  • Außerdem erzielte Dennis in London seine zweite und tags darauf seine dritte Pole-Position in der Rennserie. Zum ersten Mal Startplatz 1 hatte er sich in Valencia 2021 gesichert.
  • In Valencia holte sich Dennis mit seinem Sieg auch das einzige Podium außerhalb Londons. In der britischen Hauptstadt stand der Lokalmatador schon dreimal auf dem Podium.
  • Erstmals stand er dabei am Wochenende nicht gemeinsam mit Alex Lynn auf dem Siegerpodest. Da Lynn die Formel E nach der letzten Saison verlassen hat, wäre das auch schwierig geworden.
  • Am Sonntag feierte Lucas di Grassi seinen insgesamt 13. Formel-E-Sieg - sein erster der Saison 2022 und für Venturi. Er zog damit mit seinem alten Rivalen Sebastien Buemi auf dem ersten Platz der ewigen Bestenliste gleich.
  • Di Grassi wurde zum dritten Venturi-Rennsieger nach Edo Mortara und Norman Nato.
  • Es war der insgesamt siebte Venturi-Sieg in der Formel E, wodurch das Team mit Jaguar und Mercedes gleichzog.
  • Nick Cassidys Podestergebnis am Samstag war das insgesamt 39. Podium für das Envision-Team (ehemals Virgin), das dadurch mit Nissan e.dams gleichzog - immerhin Teamchampion der ersten drei Formel-E-Saisons. Nur ABT/Audi (47) und DS Techeetah (43) haben bis dato häufiger an einer Siegerehrung teilgenommen.
  • Durch die Punkte von Max Günther und Sebastien Buemi hat Nissan e.dams die Führung in der ewigen Punktestatistik übernommen und Audi/ABT überholt.
  • Lucas di Grassi fuhr am Sonntag die schnellste Rennrunde unter den ersten Zehn. Er erhielt dennoch keinen Zusatzpunkt dafür, weil er währenddessen den FANBOOST verwendet hatte. Dies wird im Reglement explizit ausgeschlossen. Die Regel wurde bis dahin allerdings nur ein einziges Mal angewendet: beim Saisonauftakt 2021, als Stoffel Vandoorne mit FANBOOST die schnellste Runde drehte.
  • Antonio Giovinazzi und Oliver Rowland fielen am Sonntag jeweils zum siebten Mal in dieser Saison aus. So viele Ausfälle innerhalb einer Formel-E-Saison hat es bislang noch nie gegeben.
  • Jean-Eric Vergne blieb mit seinem Doppelausfall in London zum ersten Mal in seiner Formel-E-Karriere viermal in Folge ohne Punkte.
  • Antonio Felix da Costa gewann am Sonntag zum ersten Mal seit dem Samstagsrennen beim Berlin E-Prix 2021 nicht den FANBOOST. Damit endete eine Serie von 14 Rennen mit FANBOOST in Folge.
  • Mitch Evans knackte am Samstag als sechster Fahrer der Formel-E-Geschichte die Marke von 500 Punkten.

 

Qualifying-Vergleich der Formel-E-Teamkollegen (Saison)

Team Fahrer 1 Stand Fahrer 2
Mercedes-EQ Vandoorne 9 : 5 de Vries
Jaguar TCS Racing Evans 11 : 3 Bird
DS Techeetah Felix da Costa 8 : 6 Vergne
Envision Racing Frijns 6 : 8 Cassidy
Avalanche Andretti
Dennis 11 : 3 Askew
ROKiT Venturi Racing
di Grassi 5 : 9 Mortara
TAG Heuer Porsche Lotterer 7 : 7 Wehrlein
Mahindra Racing Sims 5 : 9 Rowland
Nissan e.dams Günther 7 : 7 Buemi
Dragon Penske Autosport
Sette Camara 9 : 5 Giovinazzi
Nio 333
Turvey 8 : 6 Ticktum

 

Durchschnittliche Qualifying-Position & Duellphase (Saison)

Der beste Fahrer im Qualifying ist in der bisherigen Saison Antonio Felix da Costa (durchschnittliche Position: 6,5). Es folgen Nyck de Vries (6,6), Stoffel Vandoorne und Jean-Eric Vergne (je 7,2). Die Auswertung bezieht sich auf das finale Ergebnis nach den Qualifying-Duellen. Am Ende des Feldes liegen Antonio Giovinazzi (18,2), Oliver Turvey (18,8) und Dan Ticktum (18,9). Die beiden Nio-Piloten sind auch die einzigen, die es in dieser Saison bislang nicht in die Duellphase schafften.

Da es immer je vier Fahrer pro Gruppe in die Duellphase schaffen, werten wir seit dieser Saison aus, aus welcher Gruppe die Fahrer im Halbfinale sowie im Finale stammen. Bis dato schafften es 25 Fahrer aus Gruppe A und 31 Fahrer aus Gruppe B ins Halbfinale. Im Duell um die Pole-Position standen sich auch beim London E-Prix wieder zweimal ein Fahrer aus Gruppe A und ein Pilot aus Gruppe B gegenüber. Insgesamt standen 16 Fahrer aus Gruppe A und zwölf Fahrer aus Gruppe B in dieser Saison im Finalduell.

Stoffel Vandoorne schaffte bei vierzehn Rennen elf Duellteilnahmen, Andre Lotterer steht bei zehn. Nyck de Vries und Antonio Felix da Costa kommen auf je neun Teilnahmen an der K.-o.-Phase. Ins Halbfinale schafften es Felix da Costa, Mortara und Vergne je sechsmal, de Vries, Vandoorne und Lotterer je fünfmal. Mortara bestritt die meisten Finalduelle (5), Jake Dennis und Stoffel Vandoorne jeweils derer vier.

Gruppen-Verteilung Halbfinalduelle

Gruppen-Verteilung Finalduelle

Durchschnittliche Rennposition (Saison)

In den Rennen schnitt der WM-Führende Stoffel Vandoorne mit einer Durchschnittsposition von 4,3 bis dato am besten ab. Dahinter liegen Mitch Evans (7,7), Lucas di Grassi und Jean-Eric Vergne (je 8,1) vor Antonio Felix da Costa (8,2) und Edo Mortara (8,3) . Am Ende des Feldes rangiert Sergio Sette Camara (16,7) vor Dan Ticktum (17,1). Dahinter liegt nur noch Antonio Giovinazzi (19,9).

Positionsveränderungen (London E-Prix)

Bei der Analyse der gewonnenen und verlorenen Plätze im Rennen schneiden naturgemäß die Fahrer am besten ab, die ein schwaches Qualifying hatten und sich im Rennen nach vorn arbeiten konnten. Besonders schwache Ergebnisse erhalten gewöhnlich die Piloten, die nach einem guten Qualifying weit zurückgefallen oder ausgeschieden sind.

Die Gewinner dieser Wertung in London sind Lucas di Grassi und Alexander Sims mit je 14 gewonnenen Positionen: Der Venturi-Fahrer verbesserte sich am Samstag um 13 Positionen und gewann das Rennen am Sonntag von Startplatz 2. Der Mahindra-Pilot hingegen verbesserte sich am Samstag um drei und am Sonntag um elf Plätze. Dahinter liegt Oliver Turvey mit elf Positionen sowie Pascal Wehrlein mit zehn gewonnenen Plätzen. Am Ende der Statistik steht Antonio Giovinazzi mit 17 verlorenen Rängen. Auch Oliver Rowland (-15) und Jean-Eric Vergne (-12) haben zweistellig Positionen eingebüßt.

Absolvierte Rennrunden (Saison)

Nach dem London E-Prix haben noch vier der 22 Fahrer alle 497 Rennrunden der bisherigen Saison zurückgelegt. Wegen seiner zwei Ausfälle am Wochenende fuhr Oliver Rowland nur 18 Runden und liegt mit Abstand am Ende des Feldes in dieser Statistik.

Führungsrunden (Saison)

In London gab es den ersten Start-Ziel-Sieg der Saison: Jake Dennis sicherte sich am Samstag alle Führungsrunden. Am Sonntag konnte er weitere Führungskilometer sammeln, wechselte sich an der Spitze jedoch mit Lucas di Grassi ab. Edoardo Mortara behielt die Führung in dieser Statistik. Mit insgesamt 106 Runden liegt er vor Nyck de Vries. Dennis ist mit seinem Sprung von 0 auf 61 neuer Dritter in der Statistik.

Unter "andere" sind zusammengefasst: Cassidy (27), Wehrlein (22), di Grassi (18), Frijns (12) und Lotterer (6)

Performance-Analyse der Fahrer & Teams (London E-Prix)

Der Gewinner unserer Performance-Analyse ist der Mann des Wochenendes, Jake Dennis. Im Finalduell am Sonntag fuhr er die schnellste Zeit des Wochenendes (1:12.535 Minuten). Ihm folgt Lucas di Grassi vor Nick Cassidy, Antonio Giovinazzi, Antonio Felix da Costa, Robin Frijns, Sergio Sette Camara und Nyck de Vries. Pascal Wehrlein und Stoffel Vandoorne komplettieren die Top 10. Am Ende des Feldes zu finden sind Oliver Turvey, Dan Ticktum und Alexander Sims. Der Brite in Mahindra-Diensten liegt auf eine Runde betrachtet mehr als 1,3 Sekunden hinter Dennis. Alle Fahrer erzielten ihre Bestzeit am Sonntag, was darauf hindeutet, dass sich die Strecke im Laufe des Wochenendes deutlich verbesserte.

Für die Teams bedeutet das: Die schnellsten drei Fahrzeuge auf eine Runde waren allesamt von Kundenteams: Der BMW von Andretti lag vor dem Mercedes von Venturi und dem Audi von Envision. Dann folgt der Dragon vor dem DS, dem Werks-Mercedes und dem Porsche 99X Electric. Es reihen sich an der Mahindra, der Jaguar und der Nissan. Das langsamste Fahrzeug in London war ein weiteres Mal der Nio 333.

Rückstand auf den Führenden (London E-Prix)

In diesem Abschnitt haben wir für dich dargestellt, wie sich die Rückstände der Top-5-Fahrer auf die Spitze im Laufe des Rennens entwickelt haben. Nachträglich verhängte Strafen haben wir dabei nicht berücksichtigt.

Samstag

Sonntag

Hinweis: Wenn du mit dem Mauszeiger über einen der Datenpunkte der Grafiken fährst, wird dir der genaue Rückstand des Fahrers in der gewählten Runde angezeigt.

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