Formel E

Zahlen, Daten, Fakten: Statistiken zum Formel-E-Rennen 2023 in Indien

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Jaguar-Bird-Hydrabad-from-behind

Mit dem Hyderabad E-Prix hat die Formel E am Samstag ihre neunte Saison fortgesetzt. Wir haben alle Sessions beim Debüt der Rennserie in Indien im Detail analysiert und fassen dir in diesem Artikel alle statistischen Auffälligkeiten beim vierten Rennen der Formel-E-Weltmeisterschaft 2023 zusammen.

Statistische Besonderheiten beim Hyderabad E-Prix

  • Hyderabad ist die 27. Stadt, in der die Formel E ein Rennen ausgetragen hat.
  • Der Hyderabad E-Prix war für einen Fahrer ein Jubiläumsrennen: Antonio Felix da Costa bestritt als fünfter Fahrer in der Geschichte sein 100. Formel-E-Rennen.
  • Sebastien Buemi erreichte im vierten Saisonrennen zum vierten Mal die Duellphase des Qualifyings. Er ist der einzige Fahrer mit einer 100-Prozent-Quote 2023.
  • Mitch Evans erzielte in Hyderabad die vierte Pole-Position seiner Karriere. Glück hat ihm das bislang nicht gebracht: Er konnte keines dieser vier Rennen gewinnen.
  • In den ersten vier Saisonrennen haben damit Fahrer von vier verschiedenen Teams auf der Pole-Position gestanden.
  • Sacha Fenestraz erreichte mit Platz 4 die beste Startposition seiner Formel-E-Karriere.
  • Jean-Eric Vergne gewann sein erstes Formel-E-Rennen seit dem Rom E-Prix 2021. Es war der elfte Karrieresieg für den Franzosen. Damit zog er mit Sam Bird gleich.
  • Außerdem war es der dritte Sieg für das Penske-Team in der Rennserie. Zuletzt hatte Jerome d'Ambrosio am 12. März 2016 den Mexico City E-Prix für die US-Amerikaner gewinnen können. Seitdem vergingen 2.527 Tage - die längste Durststrecke für ein Team in der Formel-E-Geschichte.
  • Zum siebten Mal in Folge gewann der Pole-Sitter nicht das Rennen. Eine so lange Serie gab es in der Formel E erst einmal: 2019 vergingen nach dem Diriyya E-Prix sieben Rennen, bis dass Jean-Eric Vergne den Monaco E-Prix von Startplatz 1 gewann. Ob dieser Sieg zählt oder nicht, darüber streiten sich die Gelehrten: Die Bonuspunkte für die Pole-Position erhielt nämlich Oliver Rowland, der jedoch eine Startplatzstrafe bekam und daher nur als Dritter startete. Zählt man den Monaco E-Prix aus diesem Grund nicht mit, war die Serie damals sogar neun Rennen lang.
  • Beim Hyderabad E-Prix stand Nick Cassidy in der Formel E zum fünften Mal auf dem Podium.
  • Antonio Felix da Costa und Jean-Eric Vergne standen jeweils für das vierte verschiedene Team auf dem Podium. Bei Felix da Costa waren dies Aguri, Andretti, Techeetah und Porsche. Vergne war für Andretti, Virgin, Techeetah und Penske erfolgreich. Das war vor ihnen noch keinem Fahrer gelungen.
  • Sergio Sette Camara, Oliver Rowland und Norman Nato erzielten ihre ersten Punkte in der Formel-E-WM 2023. Nur noch Max Günther und die drei ABT-Fahrer sind noch ohne Zählbares.
  • Für Sette Camara war es das beste Ergebnis seit dem Diriyya E-Prix 2021. Für sein Team Nio 333 war der fünfte Platz gar das beste Resultat seit Oliver Turveys fünftem Platz in Berlin 2018.
  • Für Jake Dennis endete in Hyderabad eine Serie mit elf Top-10-Resultaten in Folge. Zuletzt blieb er 2022 in Berlin ohne Punkte.
  • Mit Oliver Rowland nahm zumindest ein Brite Punkte aus Hyderabad mit. Damit hat in jedem Rennen seit dem Paris E-Prix 2017 ein britischer Fahrer Punkte erzielt.
  • Pascal Wehrlein steht nach dem Hyderabad E-Prix bei 80 Punkten. Damit hat er nach dem vierten Rennen 2023 schon mehr Zähler gesammelt als in jeder seiner bisherigen vier Saisons: 2021 erzielte er mit 79 Punkten seinen bisherigen Bestwert.
  • Es ist erst das zweite Mal in der Formel-E-Geschichte, dass ein Fahrer 80 Punkte nach vier Saisonrennen hat: Sebastien Buemi gelang dies bereits in Saison 2 - anschließend wurde er Meister.
  • Edoardo Mortara erzielte mit seinem zehnten Platz das 100. Top-10-Ergebnis eines Schweizers in der Formel E.
  • Dank des siebten Platzes von Norman Nato hat Nissan (früher als Renault e.dams und Nissan e.dams unterwegs) als erstes Team in der Formel E die Marke von 1.400 Punkten in der "ewigen Statistik" geknackt.
  • Nico Müller erzielte zum zweiten Mal die schnellste Rennrunde in seiner Formel-E-Karriere. Zuletzt war ihm dies beim letzten Rennen des Berlin E-Prix 2020 gelungen, damals noch für Dragon Racing. Da er jedoch beide Male nicht unter die ersten Zehn kam, hat er den Bonuspunkt noch nie erhalten.
  • In den ersten vier Rennen wurden achtmal Bonuspunkte vergeben, die an acht verschiedene Fahrer gingen: Die Zähler für die Pole-Position gingen an Lucas di Grassi, Sebastien Buemi, Jake Hughes und Mitch Evans. Die Punkte für die schnellste Rennrunde unter den ersten Zehn erhielten Jake Dennis, Rene Rast, Sam Bird und Norman Nato. Das hat es in der Formel-E-Geschichte noch nie gegeben.
  • Durch die Kollision von Sam Bird und Mitch Evans erlitt Jaguar den ersten Doppelausfall seit dem Valencia E-Prix 2021. Damals war Bird zwar ins Ziel gekommen, wurde aber nachträglich disqualifiziert.

Qualifying-Vergleich der Formel-E-Teamkollegen (Saison)

Team Fahrer 1 Stand Fahrer 2
Neom McLaren
Hughes 3 : 1 Rast
Maserati MSG Racing Günther 1 : 3 Mortara
Jaguar TCS Racing
Evans 3 : 1 Bird
Envision Racing Buemi 4 : 0 Cassidy
Avalanche Andretti
Dennis 4 : 0 Lotterer
TAG Heuer Porsche Felix da Costa 0 : 4 Wehrlein
Mahindra Racing di Grassi 2 : 2 Rowland
Nissan Nato 1 : 3 Fenestraz
Nio 333 Racing
Sette Camara 1 : 3 Ticktum
DS Penske Vandoorne 1 : 3 Vergne
ABT Cupra
Frijns 0 : 1 Müller
van der Linde 2 : 1

 

Positionsveränderungen (Hyderabad E-Prix)

Mit elf gewonnenen Positionen war Andre Lotterer in Hyderabad derjenige, der am meisten nach vorn kam. Dahinter liegt mit Antonio Felix da Costa ein weiterer Fahrer mit Porsche-Antrieb, der sich um zehn Plätze verbesserte - gleichauf mit Nio-333-Pilot Sergio Sette Camara. Aber auch Stoffel Vandoorne (9) und Pascal Wehrlein (8) haben deutlich an Positionen gewonnen. Am Ende der Statistik steht Pole-Sitter Mitch Evans nach seinem Ausfall mit 20 verlorenen Rängen. Mit Sam Bird (-13) und Sebastien Buemi (-12) haben zwei weitere Fahrer mit Jaguar-Antrieb ebenfalls deutlich eingebüßt, was zum einen an der Jaguar-internen Kollision und zum anderen an der technisch bedingten Strafe gegen den Envision-Fahrer lag.

Absolvierte Rennrunden (Saison)

Nach dem vierten Saisonrennen haben noch insgesamt zehn Fahrer alle 153 Rennrunden zurückgelegt. Mit Mitch Evans, Jake Hughes und Dan Ticktum schieden drei Fahrer aus, die bis dahin alle Runden zurückgelegt hatten.

Führungsrunden (Saison)

In Hyderabad sammelte Jean-Eric Vergne seine ersten Führungsrunden der Saison 2023. Aber auch Sebastien Buemi und Mitch Evans konnten ihre Statistik verbessern. Die meisten Führungsrunden hat aber nach wie vor das Duo Pascal Wehrlein und Jake Dennis.

Performance-Analyse der Fahrer & Teams (Hyderabad E-Prix)

Der Gewinner unserer Performance-Analyse zum Hyderabad E-Prix ist Mitch Evans. Im Finalduell fuhr der Neuseeländer die schnellste Zeit des Wochenendes (1:13.228 Minuten). Ihm folgt sein Finalgegner Jean-Eric Vergne, der nur 0,021 Sekunden langsamer war. Außer diesen beiden Fahrern blieben lediglich Sebastien Buemi (1:13.533), Sam Bird (1:13,631) und Nick Cassidy (1:13.811) unter 1:14 Minuten. Unter den ersten Fünf liegen somit die vier Fahrer mit Jaguar-Antrieben.

Am Ende des Feldes ist Kelvin van der Linde zu finden, der als einzige Fahrer über 1:15 Minuten blieb. Mit Andre Lotterer und Antonio Felix da Costa liegen etwas überraschend zwei Fahrer mit Porsche-Antrieben unmittelbar vor ihm. Neben diesen drei Piloten fuhren auch Oliver Rowland und Norman Nato ihre schnellste Runde im Gruppen-Qualifying mit nur 300 kW Leistung. Alle übrigen Piloten, die keine Zeit in die Duellphase fuhren, erzielten ihre Bestzeit im 2. Freien Training.

Für die Teams bedeutet das: Das schnellste Fahrzeug auf eine Runde war der Werks-Jaguar vor dem DS und dem Kunden-Jaguar von Envision. Es folgt der Maserati Tipo Folgore vor dem Werks-Nissan, dem Kunden-Nissan von McLaren und dem Werks-Porsche. Dahinter liegen der Werks-Mahindra und der Nio 333. Das langsamste Fahrzeug in Indien war erneut der Kunden-Mahindra von ABT Cupra.

Für die Hersteller bedeutet das bereinigt: Jaguar >>> DS/Maserati >>> Nissan >>> Porsche >>> Mahindra >>> Nio 333

Rückstand auf den Führenden (Hyderabad E-Prix)

In diesem Abschnitt haben wir für dich dargestellt, wie sich die Rückstände der Top-5-Fahrer auf die Spitze im Laufe des Rennens entwickelt haben. Nachträglich verhängte Strafen haben wir dabei nicht berücksichtigt.

Wenn du mit dem Mauszeiger über einen der Datenpunkte der Grafiken fährst, wird dir der genaue Rückstand des Fahrers in der gewählten Runde angezeigt.

Rundenzeitanalyse (Hyderabad E-Prix)

In diesem Abschnitt haben wir für dich dargestellt, wie sich die Rundenzeiten der einzelnen Fahrer im Rennen entwickelt haben. Um einzelne Ausreißer auszugleichen, berechnen wir dabei immer den Mittelwert über drei Runden. Da die Runden hinter dem Safety-Car das Bild sehr stark verzerren und zudem keine Aussagekraft haben, haben wir in Hyderabad die Grafik erneut unterteilt: vor der Safety-Car-Phase im letzten Renndrittel und danach.

Es fällt auf, dass die Safety-Car-Phase nach dem Unfall von Jake Hughes für einige Piloten zu einem unglücklichen Zeitpunkt kam: Pascal Wehrlein war vor der Neutralisierung der schnellste Fahrer im Feld. Anschließend hing er dann im Verkehr fest und konnte seine Aufholjagd nicht fortsetzen. Er profitierte nachträglich von einigen Strafen gegen Konkurrenten.

Auch fällt auf, dass bei Lucas di Grassi und Max Günther zum wiederholten Mal das Tempo am Rennende sehr stark nachließ. Beide scheinen wohl das Energiemanagement noch nicht im Griff zu haben, sodass sie in der letzten Runde massiv Energie sparen mussten, um das Ziel überhaupt zu erreichen. Von einem technischen Problem der Batterie bei Sebastien Buemi, das dafür gesorgt haben soll, dass ihm am Rennende weniger Leistung zur Verfügung stand, ist hingegen bei der Analyse der Rundenzeiten nichts zu sehen.

Vor der Safety-Car-Phase

Nach der Safety-Car-Phase

Hinweis: Wenn du mit dem Mauszeiger über einen der Datenpunkte der Grafiken fährst, wird dir der Name des Fahrers und die gemittelte Rundenzeit des Fahrers in der gewählten Runde angezeigt. Außerdem wird dann die gesamte Kurve des Fahrers hervorgehoben.

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