Formel E

Zahlen, Daten, Fakten: Statistiken zum Formel-E-Rennen 2023 in Sao Paulo

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Die Formel-E-Weltmeisterschaft hat am Samstag mit dem Sao Paulo E-Prix ihr sechstes Rennen der Saison 2023 absolviert. Wir haben alle Sessions beim Debüt der Rennserie in Brasilien im Detail analysiert und fassen dir in diesem Artikel alle statistischen Auffälligkeiten zusammen.

Statistische Besonderheiten beim Sao Paulo E-Prix

  • Sao Paulo ist die 29. Stadt, in der die Formel E ein Rennen ausgetragen hat. Es war zudem das dritte Rennen in Folge, das in einem Land ausgetragen wurde, in dem die Formel E nie zuvor gefahren war.
  • Nach dem Geschwindigkeitsrekord von Sacha Fenestraz in Kapstadt (durchschnittlich 154,9 km/h auf eine Runde) fuhr Antonio Felix da Costa bei seinem Kursrekord in Sao Paulo im 2. Freien Training durchschnittlich 147,7 km/h schnell. Damit ist der Kurs in Brasilien der zweitschnellste in der Formel-E-Geschichte hinter Kapstadt und noch vor Valencia (140,5 km/h).
  • Außerdem wurde in Sao Paulo ein neuer Topspeed-Rekord in der Formel E aufgestellt: Wie die Formel E angab, wurde Nio-333-Fahrer Sergio Sette Camara mit 264,1 km/h gemessen. Nach dem 1. Freien Training hatte die Rennserie bei Instagram jedoch eine Grafik veröffentlich, die Sebastien Buemi mit 266,5 km/h angab. Welche der Angaben korrekt ist, können wir leider sagen.
  • Stoffel Vandoorne erzielte in Sao Paulo seine achte Pole-Position in der Formel E.
  • Es war gleichzeitig die dritte Pole-Position für das Penske-Team. In der Geschichte des US-Teams hatte bislang nur Jerome d'Ambrosio den ersten Startplatz geholt, und zwar vor mehr als sieben Jahren in Punta del Este und in Mexiko-Stadt. Seitdem vergingen 2.569 Tage.
  • In den ersten sechs Saisonrennen des Jahres 2023 haben sechs verschiedene Fahrer auf der Pole-Position gestanden. Doch damit nicht genug: Sie fuhren für sechs verschiedene Teams!
  • Norman Nato startete aus den Top 10 - zum ersten Mal seit dem Berlin E-Prix 2021, wo er das Rennen von Startplatz 6 aus gewann.
  • Mitch Evans hat als erster Fahrer in dieser Saison mehr als zehn Qualifying-Duelle bestritten.
  • Stoffel Vandoorne schaffte als erster Fahrer der Rennserie zum 15. Mal den Einzug in die Qualifying-Duelle.
  • Es war der siebte Formel-E-Sieg für Mitch Evans. Zuletzt waren sowohl der Neuseeländer als auch das Jaguar-Team 2022 in Seoul siegreich.
  • Zum neunten Mal in Folge gewann der Pole-Sitter nicht das Rennen.
  • Nick Cassidy stand in Brasilien zum siebten Mal auf dem Podium - und zum dritten Mal in Folge.
  • Zum ersten Mal seit dem Chaos-Rennen in Valencia 2021 fuhr mit Sam Bird ein Fahrer trotz einer Strafversetzung um fünf Startplätze aufs Podium. Nyck de Vries hatte das Rennen damals sogar gewonnen.
  • Zum dritten Mal seit Einführung der Antriebsentwicklung 2015 standen drei Fahrer mit identischen Antrieben auf dem Podium. Beim Berlin E-Prix 2022 waren es Nyck de Vries, Edoardo Mortara (Venturi) und Stoffel Vandoorne für Mercedes, in Santiago 2017 die Renault-Fahrer Jean-Eric Vergne, Andre Lotterer (beide Techeetah), Sebastien Buemi.
  • Andre Lotterer ist nach dem Sao Paulo E-Prix der einzige Fahrer im Starterfeld, der im Rennen immer in den Top 12 lag.
  • Mit 41 Punkten in Sao Paulo konnte Jaguar Racing seine Punkteausbeute der bisherigen Saison fast verdoppeln. Vor dem Brasilien-Rennen hatte das Team 42 Zähler auf dem Konto.
  • Beim Sao Paulo E-Prix gab es insgesamt 114 Überholmanöver. Damit überholte jeder der 22 Fahrer im Starterfeld durchschnittlich mehr als fünf Gegner.
  • Insgesamt haben in dieser Saison nun schon 14 verschiedene Fahrer Führungsrunden gesammelt - rund zwei Drittel des gesamten Starterfeldes!
  • Für das Nissan-Team war es der erste Doppelausfall seit dem Hongkong E-Prix 2019.

Qualifying-Vergleich der Formel-E-Teamkollegen (Saison)

Team Fahrer 1 Stand Fahrer 2
Neom McLaren
Hughes 4 : 2 Rast
Maserati MSG Racing Günther 2 : 4 Mortara
Jaguar TCS Racing
Evans 5 : 1 Bird
Envision Racing Buemi 4 : 2 Cassidy
Avalanche Andretti
Dennis 6 : 0 Lotterer
TAG Heuer Porsche Felix da Costa 1 : 5 Wehrlein
Mahindra Racing di Grassi 2 : 3 Rowland
Nissan Nato 2 : 4 Fenestraz
Nio 333 Racing
Sette Camara 2 : 4 Ticktum
DS Penske Vandoorne 2 : 4 Vergne
ABT Cupra
Frijns 0 : 2 Müller
van der Linde 2 : 1

Da in Kapstadt die beiden Fahrer von Mahindra und ABT Cupra nicht am Qualifying teilnahmen, wurde hier kein Punkt vergeben.

Positionsveränderungen (Sao Paulo E-Prix)

Mit elf gewonnenen Positionen war Pascal Wehrlein in Sao Paulo derjenige, der am meisten nach vorn kam. Dahinter liegen Andre Lotterer und Lucas di Grassi mit je neun Plätzen. Aber auch Sam Bird (7) und Robin Frijns (6) haben deutlich an Positionen gewonnen. Am Ende der Statistik stehen die weit vorn gestarteten Edoardo Mortara und Norman Nato nach ihren Ausfällen mit 15 bzw. 14 verlorenen Rängen. Auch die ebenfalls ausgefallenen Jake Dennis und Sacha Fenestraz (beide -6) liegt ganz weit hinten im Feld.

Absolvierte Rennrunden (Saison)

Nach dem sechsten Saisonrennen haben noch insgesamt sechs Fahrer alle 220 Rennrunden zurückgelegt. Jake Dennis und Sacha Fenestraz, die bis dahin alle Runden zurückgelegt hatten, zählen nach dem Rennen in Sao Paulo nicht mehr dazu.

Führungsrunden (Saison)

In Sao Paulo sammelte Stoffel Vandoorne seine ersten Führungsrunden der Saison 2023. Aber auch Nick Cassidy, Mitch Evans und Antonio Felix da Costa konnten ihre Statistik verbessern. Die meisten Führungsrunden hat nach wie vor das Duo Pascal Wehrlein und Jake Dennis, die jedoch seit Diriyya bzw. Mexiko nicht mehr in Führung gelegen haben.

Unter "andere" sind zusammengefasst: Stoffel Vandoorne (12), Lucas di Grassi (11), Antonio Felix da Costa (8), Maximilian Günther (8), Rene Rast (7), Sacha Fenestraz (1), Jake Hughes (1)

Performance-Analyse der Fahrer & Teams (Sao Paulo E-Prix)

Der Gewinner unserer Performance-Analyse zum Sao Paulo E-Prix ist Antonio Felix da Costa. Im 2. Freien Training fuhr der Porsche-Pilot die schnellste Zeit des Wochenendes (1:11.496 Minuten). Ihm folgen beinahe gleichauf Maximilian Günther (1:11.762) und Norman Nato (1:11.763). Dahinter liegen Mitch Evans (1:11.843), Pascal Wehrlein (1:11.853) und Jake Dennis (1:11.872). Am Ende des Feldes rangieren Robin Frijns (1:12.475) und Oliver Rowland (1:12.582), dem als einzigem Piloten mehr als eine Sekunde auf die Bestzeit fehlte.

Während Felix da Costa, Günther, Nato, Wehrlein und Dennis ihre besten Rundenzeiten im 2. Freien Training fuhren, erzielte Evans seine Bestzeit in der Duellphase des Qualifyings.

Für die Teams bedeutet das: Das schnellste Fahrzeug auf eine Runde war der Werks-Porsche vor dem Maserati Tipo Folgore und dem Werks-Nissan. Es folgt der Werks-Jaguar vor dem Kunden-Porsche von Andretti, dem DS und dem Kunden-Jaguar von Envision. Dahinter liegen der Kunden-Nissan von McLaren und der Nio 333, bevor der Kunden-Mahindra von ABT Cupra folgt. Das langsamste Fahrzeug in Südafrika war hingegen der Werks-Mahindra.

Für die Hersteller bedeutet das bereinigt: Porsche >>> DS/Maserati >>> Nissan >>> Jaguar >>> Nio 333 >>> Mahindra

Rückstand auf den Führenden (Sao Paulo E-Prix)

In diesem Abschnitt haben wir dargestellt, wie sich die Rückstände der Top-5-Fahrer auf die Spitze im Laufe des Rennens entwickelt haben. Nachträglich verhängte Strafen haben wir dabei nicht berücksichtigt.

Wenn du mit dem Mauszeiger über einen der Datenpunkte der Grafiken fährst, wird dir der genaue Rückstand des Fahrers in der gewählten Runde angezeigt.

Rundenzeitanalyse (Sao Paulo E-Prix)

In diesem Abschnitt kannst du sehen, wie sich die Rundenzeiten der einzelnen Fahrer im Rennen entwickelt haben. Um einzelne Ausreißer auszugleichen, berechnen wir dabei immer den Mittelwert über drei Runden. Da die Runden hinter dem Safety-Car das Bild sehr stark verzerren und zudem keine Aussagekraft haben, haben wir in Sao Paulo die Grafik "abgeschnitten": Wir stellen nur die Daten ab Runde 20 dar.

Es fällt auf, dass Pascal Wehrlein nach der letzten Safety-Car-Phase zunächst der Schnellste war, dann aber die Jaguar-Piloten das "Heft in die Hand" nahmen: zuerst Nick Cassidy, dann Sebastien Buemi und anschließend Sam Bird. Einen guten Schlusssprint legte Maximilian Günther hin, der in den letzten drei Runden der schnellste Fahrer im Feld war. Das nützte ihm jedoch nichts mehr - er kam über Platz 11 nicht hinaus.

Die Mahindra-Piloten und ganz besonders Sergio Sette Camara mussten am Ende hingegen Federn lassen und verloren in den Schlussrunden enorm an Boden. Auch Stoffel Vandoorne verlor wegen seines Energiedefizits in den letzten sieben Runden einiges an Zeit.

Hinweis: Wenn du mit dem Mauszeiger über einen der Datenpunkte der Grafiken fährst, wird dir der Name des Fahrers und die gemittelte Rundenzeit des Fahrers in der gewählten Runde angezeigt. Außerdem wird dann die gesamte Kurve des Fahrers hervorgehoben. Gleiches erreichst du auch, indem du mit dem Mauszeiger über den Namen des Fahrers in der Legende fährst.

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