Formel E

"Zeit, dass sich etwas verändert" - Maximilian Günther fordert neues Qualifying-Format für die Formel E

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

MaxG-BMW-i-Andretti-London-E-Prix

Das Qualifying-Format zählte in der abgelaufenen Formel-E-Saison 2021 zu den heißesten Themen des Fahrerlagers. Bereits vor dem Saisonfinale in Berlin diskutierten mehrere Fahrer über die Möglichkeit, dass der kontroverse Ablauf der Qualifikation über den Ausgang der Meisterschaft entscheiden könnte. Nissan-Neuzugang Maximilian Günther fordert nun ebenfalls Veränderungen am Sportlichen Regelwerk.

In der Formel E findet das Qualifying in fünf Abschnitten statt, für die die Rennserie das Fahrerfeld in Sechsergruppen einteilt. Zunächst starten die sechs bestplatzierten Piloten des jeweiligen WM-Zwischenstandes in eine vierminütige Session, ehe nach einer kurzen Unterbrechung die zweite Sechsergruppe auf den Kurs geht. Nach insgesamt vier Gruppenabschnitten entscheidet eine Super-Pole-Session schließlich über die Reihenfolge der ersten drei Startreihen.

Durch den Ablauf des Qualifyings werden die Teilnehmer der ersten Qualifying-Gruppe oftmals benachteiligt, da sie den auf der Ideallinie abgelagerten Staub "wegfegen". Die Gruppen 2 bis 4 haben somit zumeist bessere Gripverhältnisse, wodurch schnellere Rundenzeiten möglich sind.

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"Die letzte Saison war noch unberechenbarer als ohnehin schon", hebt auch Maximilian Günther hervor. Im Interview mit dem TV-Sender 'Sport1' fordert er jedoch: "Es ist in der Formel E an der Zeit, dass vor allem beim Qualifying-Format etwas verändert wird. Bis zum letzten Rennen waren noch 14 oder 15 Fahrer im Titelkampf dabei. Das ist natürlich spannend, aber einfach zu viel."

"Am Ende des Tages ist leider nicht nur die Performance entscheidend, sondern auch viele Umstände, die nicht in der Kontrolle der Fahrer und Teams sind." Dann wird der 24-Jährige deutlicher: "Das ist nicht der Maßstab, den man von einer Formel-E-Weltmeisterschaft gewohnt ist."

Hinter den Kulissen soll die Formel E derzeit tatsächlich über ein neues Qualifying-Format verhandeln. Im Rahmen der offiziellen Vorsaisontests soll unter anderem mit einem Turniermodus experimentiert werden, in dem neben einem Zeitfahren auch Kopf-an-Kopf-Duelle oder gar ein Rennen mit mehreren Fahrzeugen möglich sind.

Sollten die Anpassungen am Qualifying-Format auf Zuspruch stoßen, müsste die FIA die Regeländerungen bei einem Treffen des Weltmotorsportrates ratifizieren und sie dem offiziellen Sportlichen Regelwerk hinzufügen. Zwischen den Valencia-Testfahrten und dem Saisonstart in Diriyya (Saudi-Arabien, 28./29. Januar 2022) findet nur ein WMSC-Treffen statt, bei dem dies geschehen kann - am 15. Dezember 2021 in Paris.

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