Formel E

"Zeit gebraucht, um darüber nachzudenken" - Sacha Fenestraz gesteht Schuld an Auffahrunfällen bei Formel E in Portland ein

Svenja König

Svenja König

Sacha-Fenestraz-on-track-Portland-E-Prix

Nissan hat es bei der Portland-Premiere der Formel E nicht geschafft, sich nach starker Ausgangssituation mit vielen Punkten zu belohnen. Von Platz 2 gestartet, fuhr Sacha Fenestraz in seinen Teamkollegen Norman Nato und seinen Markenkollegen Rene Rast (McLaren) hinein und musste gleich zweimal den Frontflügel tauschen lassen, was ihn im Kampf um Punkte weit zurückwarf. Nato hatte sich im Rennen mehr erhofft, rettete aber immerhin zwei Punkte für das japanische Team.

Da bei der erwarteten Windschattenschlacht der Formel E in Portland erneut niemand in Führung gehen wollte, gingen insbesondere in der Startphase bis zu sechs Autos nebeneinander durch die erste Kurve. Fenestraz, der nach starkem Qualifying von Position 2 ins Rennen gegangen war, unterschätzte in Runde 3 den Rückstau und berührte seinen Teamkollegen Nato am Heck. "Das war zu 100 Prozent meine Schuld", sagt Fenestraz gegenüber Corazonformulauno auf Instagram. "Es war nur eine minimale Berührung, aber der Winkel war ungünstig."

Natos Auto trug keine Beschädigungen davon, doch Fenestraz musste kurz nach der Safety-Car-Phase in die Box und seinen kaputten Flügel tauschen lassen. "Wir hatten Angst, dass der Flügel unter das Auto kommt und ich die Kontrolle verliere." Ähnliches war ABT-Cupra-Fahrer Nico Müller passiert. Ein Topergebnis wäre für Fenestraz aber ohnehin schwierig zu erreichen gewesen: "Ich glaube nicht, dass wir die Pace hatten, um das Rennen zu gewinnen oder unter die ersten Fünf zu kommen, denn wir hatten später noch ein technisches Problem."

Adaptives Bremssystem als kuriose Unfallursache

Dieses Problem habe zur Kollision mit Rene Rast geführt, wegen der er ein zweites Mal seinen Frontflügel beschädigte. Das Nissan-Bremssystem passe sich normalerweise an die Kurvenführung an, habe aber in diesem Fall die Kurven vertauscht. "Ich habe am Eingang von Turn 10 gebremst, aber das Vorderrad hat sofort blockiert", beschreibt Fenestraz den Unfallhergang.

Am Ende wurde der 23-Jährige nach einem verkorksten Rennen 15. "Das war ein frustrierendes Ende nach einer tollen Woche in Portland", schrieb er am Mittwoch bei Twitter. "Ich habe einige Tage gebraucht, um darüber nachzudenken, was am Wochenende passiert ist. Das war mein Fehler, und ich entschuldige mich beim Team. Das war eine gute Möglichkeit, Punkte mitzunehmen."

Nato: "Hatten heute nicht die Pace fürs Podium"

Positiv herausgestochen ist aber die erneut starke Pace des Nissan auf eine Runde: Im Qualifying gewann Fenestraz die Gruppe A und konnte sich in der anschließenden Duellphase bis ins Finale kämpfen. Ähnlich stark zeigten sich auch die anderen mit Nissan-Motor angetriebenen Fahrzeuge, denn alle drei erreichten die Duellphase. Nato musste im Halbfinale gegen seinen Teamkollegen zurückstecken, ging aber dennoch von Position 3 ins Rennen. Neben ihm auf Position 4 stand Rene Rast in der Startaufstellung.

"Wir hatten heute im Qualifying eine gute Pace, und ich war mit der Performance des Autos auf eine Runde sehr zufrieden", sagt Nato, der allerdings mit der Rennpace und dem neunten Platz nicht zufrieden ist: "Im Rennen war der Umgang mit der Energie wirklich schwierig, vor allem wenn man in Führung lag. Das hat zu einem ständigen Nebeneinander geführt, da niemand an der Spitze sein wollte. Wir hatten heute nicht die Pace fürs Podium, aber wenn man bedenkt, dass wir als Dritte gestartet sind, war unser Ziel definitiv mehr als P9, auch wenn wir uns trotzdem über die Punkte freuen."

"Wir haben nicht so viele Punkte geholt, wie wir gehofft hatten", stimmt Teamchef Tommaso Volpe zu. "Aber wir müssen das Positive daraus ziehen. Wir haben ein schnelles Auto im Qualifying, und ab morgen richtet sich unser Fokus auf das nächste Rennen in Rom." Knapp drei Wochen hat Nissan nun Zeit sich darauf vorzubereiten, denn am 14. und 15. Juli stehen die Rennen in der italienischen Metropole an.

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