Formel E

Zeitstrafe! Nyck de Vries verliert Formel-E-Podium in London, Nick Cassidy erbt Platz 3

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

De-Vries-Defending-London

Mehrere Stunden nach dem Ende des Formel-E-Samstagsrennens in London hat sich das Podium noch einmal verändert: Die FIA belegte den ursprünglich Drittplatzierten Nyck de Vries (Mercedes) für seine Verteidigungsmanöver im Zweikampf mit Nick Cassidy (Envision) nachträglich mit einer 5-Sekunden-Zeitstrafe. Der Neuseeländer übernahm somit Platz 3, de Vries wurde nur noch als Sechster gewertet. Auch andere Fahrer profitierten.

In einem am Samstagabend veröffentlichten Dokument der FIA erklären die Regelhüter der Elektroserie: "In der vorletzten Runde wechselte der Fahrer des Autos mit der Startnummer 17 auf der Start-/Zielgeraden vor Kurve 1 mehr als einmal vor Auto 37 die Richtung, um sich zu verteidigen." Da dies einen Verstoß gegen das Sportliche Formel-E-Regelwerk und den Internationalen FIA-Sportkodex ISC darstelle, sprachen die Sportkommissare eine nachträgliche 5-Sekunden-Zeitstrafe aus. Diese wurde auf de Vries' Rennzeit addiert.

Der Niederländer rutschte im finalen Rennergebnis durch die Strafe auf Position 6 ab. Der zunächst Viertplatzierte Nick Cassidy übernahm stattdessen Rang 3. Neu auf den Plätzen 4 und 5 fanden sich somit Oliver Askew (Andretti) und Mitch Evans (Jaguar) wieder. Der Rückstand des Jaguar-Fahrers auf den WM-Führenden Stoffel Vandoorne - ausgerechnet de Vries' Teamkollege - schrumpfte somit von 26 auf 24 Punkte.

 

FIA weist Beschwerde ab - und bestraft trotzdem!

Nach dem Rennen hatte Cassidys Envision-Team zunächst eine formale Beschwerde bei der FIA eingereicht, um "gegen die fahrerischen Standards von Auto 17" zu protestieren. Der Protest wurde zwar abgelehnt, da er die FIA zu spät nach dem Rennende erreicht hatte. Dennoch entschied sich der Automobil-Dachverband für eine Strafe gegen de Vries - gewissermaßen also "aus Eigeninitiative".

Nyck de Vries musste seinen Pokal an die Formel E zurückgeben und bekam zudem einen Strafpunkt in seiner Formel-E-Startlizenz vermerkt. Damit steht er nun bei fünf Zählern - ab zwölf Punkten droht eine Rennsperre. Nach einem Jahr verfallen die gesammelten Strafpunkte jedoch wieder.

Das neue Rennergebnis hat in der Fahrerwertung der Formel E lediglich einen Positionswechsel zur Folge: Askew zog vorbei an Alexander Sims (Mahindra) und liegt nun auf Gesamtrang 15. Die WM-Positionen aller anderen betroffenen Fahrer änderten sich durch die de-Vries-Strafe nicht. Die nächste Gelegenheit für WM-Punkte gibt es für die Piloten der Formel E bereits am Sonntag: Das zweite Formel-E-Rennen in London startet um 16 Uhr, ProSieben zeigt den Lauf im deutschen Free-TV.

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