Formel E

Zweimal Doppelmotor: Die Antriebe der Formel E im Überblick

Timo Pape

Timo Pape

Seit Beginn der zweiten Saison tritt die Formel E mit unterschiedlichen Antriebskonzepten an. Acht der zehn Teams hatten sich ursprünglich mit einem Hersteller an der Seite eingeschrieben, um eigene Motoren zu entwickeln. Doch nicht bei allen ging der Plan wie gewünscht auf.

Tatsächlich haben wir auf der Strecke bislang sieben statt neun verschiedene Aggregate gesehen: ABT Schaeffler FE01 (Abt), SRT_01 E (Andretti & Aguri), VM200-FE-01 (Venturi & Dragon), Virgin Racing Engineering DSV-01 (Virgin), Renault Z.E. 15 (e.dams), M2Electro (Mahindra) und NEXTEV TCR FormulaE 001 (NextEV). Der Elektromotor von Trulli, Motomatica JT-01, kam bislang nicht zum Einsatz, weil er unter anderem gewisse Sicherheitsmängel aufweist.

Während sich Aguri von vornherein auf den Motor der ersten Saison festlegte und sich auf die Optimierung der Software konzentrierte, ruderte die Mannschaft von Andretti erst kurz vor Saisonbeginn zurück und entschied sich ebenfalls noch für den verlässlichen SRT_01 E des Vorjahres. Eigentlich wären die US-Amerikaner gern mit dem eigens entwickelten Andretti ATEC-01 angetreten, der sich bei den Testfahrten in Donington jedoch als zu großer Risikofaktor herausstellte.

In den ersten beiden Rennen war zu beobachten, dass die meisten Antriebskonzepte in etwa auf Augenhöhe waren. Zwar hatte der Renault-Motor einen Performance-Vorteil, war in der Hitze von Malaysia jedoch anfällig für Temperatur- und Software-Probleme. e.dams setzt als einziges Team auf eine Übersetzung mit zwei Gängen. Einer dient jedoch nur dem Start, während e.dams im Rennen ausschließlich den zweiten Gang verwendet.

Davon abgesehen erreicht der Renault Z.E. 15 das Minimalgewicht von 888 Kilogramm. Das schafft sonst nur der ABT Schaeffler FE01. Renault hat das Gehäuse seines Getriebes aus Karbonfaser anfertigen lassen. Geld spielt offenbar keine Rolle. Gerüchteweise soll Renault einen achtstelligen Betrag in US-Dollar in das Formel-E-Projekt investiert haben. Das wären umgerechnet mehr als neun Millionen Euro.

Motorenübersicht Formel E

Übersicht Motoren

Venturi und Dragon liegen mit dem Gewicht etwas über der Mindestgrenze, während Virgin und besonders NextEV die schwersten Boliden im Feld haben. Sie sind gleichzeitig die einzigen Rennställe, die mit Doppelmotor an den Start gehen. Beide besitzen nur eine Getriebeübersetzung und sparen sich somit jene Zeit, die die Konkurrenz zum Schalten benötigt.

Doppelmotor bedeutet Gewicht

Allerdings sind die Autos durch den zweiten Motor auch zwischen 30 und 50 Kilogramm schwerer. Ohnehin ist die Gewichtsverlagerung eines Formel-E-Autos schon extrem hecklastig (61 Prozent). Bei NextEV und Virgin wird dieser Effekt noch verstärkt. Die Auswirkungen hat man bei Nelson Piquet jr. und Oliver Turvey in den ersten beiden Saisonläufen beobachten können: das Auto lag extrem instabil auf der Straße.

Während Abt auf drei Gänge setzt, haben sich Venturi (und somit auch Kundenteam Dragon), Mahindra und Trulli jeweils für vier Übersetzungen entschieden. Vier Gänge sind damit das beliebteste Konzept der Formel E.

Mahindra verwendet übrigens eine Evolution der Technologie aus Saison eins. Der Motor kommt demnach weiterhin von McLaren, wobei die Inder gemeinsam mit den Kollegen aus Woking viel Arbeit in die Software gesteckt hat. Das Getriebe ist eine Überarbeitung des ursprünglichen Konzeptes von Hewland. Andretti und Aguri fahren weiterhin mit einem Fünfganggetriebe.

Welches Konzept sich am Ende durchsetzen wird, ist noch nicht abzusehen. Es könnte jedoch gut sein, dass sich jene Varianten mit wenigen Gängen möglicherweise auf lange Sicht durchsetzen. Noch sind die konservativeren Aggregate aber mindestens auf Augenhöhe, wie Antonio Felix da Costa (Aguri) und Robin Frijns (Andretti) in Putrajaya bewiesen haben.

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