Kurzmeldungen

Formel-E-Adventskalender: Türchen 13

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Im heutigen Adventskalendertürchen verraten wir euch die Antwort auf eine der häufigsten Fragen zur Formel E: Warum nutzt die Elektroserie 18-Zoll-Reifen mit Rillen und keine Racing-Slicks?

"Grund für die Rillenreifen war der Wunsch, möglichst wenig Reifen an die Strecke transportieren zu müssen", erklärt Michelins Formel-E-Manager Serge Grisin. "Unsere Gummis funktionieren sowohl bei trockenen als auch bei nassen Bedingungen. Damit können wir uns mehrere dutzend Reifensätze pro Rennen sparen. Auch das hat mit dem Umweltschutz zu tun."

Bei einem Formel-E-Event werden 180 einzelne Reifen angeliefert und auf die Felgen gezogen. In der Formel 1 werden vergleichsweise über 1.300 Gummis an einem Rennwochenende verbraucht.

Damit der Reifen bei allen Streckenbedingungen gut funktioniert, musste Michelin ein spezielles Profil und eine eigene Formel-E-Reifenmischung konzipieren. Im Vergleich zur Formel 1 fällt der Michelin-Gummi wohl in den Bereich zwischen "Supersoft" und "Soft" - sowohl bei fünf als auch bei 54 Grad Streckentemperatur wurde der Reifen bereits erfolgreich getestet.

Warum aber 18-Zoll-Reifen? Die Antwort gibt Michelin-Motorsportchef Pascal Counasnon: "Schon seit 2010 wurde in der Formel 1 ein derartiges Rad diskutiert, jedoch wurde das Projekt [mit Ausnahme von einer Lotus-Testfahrt in 2014] nie umgesetzt. Wir wollen mit unseren Reifen so nah wie möglich an die Straßenfahrzeuge herankommen, um unsere Reifen zu erproben." Die Formel E ist aktuell die einzige Einsitzer-Rennklasse der Welt mit 18-Zoll-Reifen.

Auch für Michelin gilt es, möglichst viel Energie zu sparen. So verliert ein Formel-E-Bolide derzeit über 25 Prozent seiner Energie aufgrund des Rollwiderstands (dem Verformen des Rades bei der Fahrt). Es gilt, diesen Widerstand so gering wie möglich zu halten - sowohl auf der Lauffläche als auch an den Flanken. Michelin entwickelt daher ununterbrochen daran, die Reifenmischung zu optimieren: Der Rollwiderstand des Reifens aus Saison drei ist beispielsweise über 16 Prozent geringer als jene des Vorgängermodells.

Mehr zum Thema findet ihr in unserem Artikel zum Thema Reifenkonkurrenz in der Formel E.

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