Kurzmeldungen

Portland E-Prix: Alle Formel-E-Strafen im Überblick

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Auch beim Debüt der Formel E auf dem Portland International Raceway haben die Rennkommissar:innen des Automobil-Weltverbandes FIA die Aufgabe, auf die Einhaltung des Technischen und Sportlichen Reglements zu achten. Falls dabei ein Regelverstoß festgestellt werden sollte, obliegt es ihnen, Strafen festzulegen. In diesem Artikel findest du wie gewohnt eine Auflistung aller Entscheidungen der Rennkommissar:innen.

Beim Portland E-Prix übernehmen Loic Bacquelaine, Sydney Davis-Yagel und Achim Loth diese Aufgabe. Mit Davis-Yagel gehört dieses Mal somit auch eine Frau zu den Regelhüter:innen. Unterstützt werden sie dabei von Ex-Rennfahrer Pedro Lamy, der über viel Erfahrung im GT- und Langstreckensport verfügt. Unten findest du wie gewohnt eine Auflistung aller Entscheidungen der Stewards.

Strafen im Shakedown

  • Robin Frijns erhielt eine Geldstrafe von 1.000 Euro, da er im Shakedown auf seiner 350-kW-Runde mehr als 350 kW Leistung aus der Batterie abrief. Die Formel E hatte den Fahrern ausnahmsweise erlaubt, die maximale Leistung für eine Runde aus der Batterie abzurufen.
  • Roberto Merhi erhielt ebenfalls eine Geldstrafe von 1.000 Euro, da er im Shakedown auf seiner 350-kW-Runde mehr als 350 kW Leistung aus der Batterie abrief. Da der Spanier genau wie Frijns einen Boliden mit Mahindra-Antrieb fährt, liegt der Schluss nahe, dass es sich um ein Software-Problem der Fahrzeuge des indischen Herstellers handelt.
  • Daniel Ticktum erhielt eine Geldstrafe von 1.000 Euro, weil ein Mechaniker an seinem Fahrzeug gearbeitet hatte, als die Leuchten am Überrollbügel anzeigten, dass der Nio 333 in fahrbereitem Zustand war. Das ist aus Sicherheitsgründen verboten.
  • Auch Jake Hughes erhielt eine Geldstrafe von 1.000 Euro, da ein Mechaniker am McLaren gearbeitet hatte, als der Wagen fahrbereitem Zustand war.
  • Das Gleiche passierte seinem Teamkollegen Rene Rast: Auch hier wurde eine Geldstrafe von 1.000 Euro ausgesprochen, weil ein Mechaniker am fahrbereiten Fahrzeug gearbeitet hatte.

Strafen im Freien Training

  • Jake Hughes erhielt eine Verwarnung, da an seinem Fahrzeug der von Reifenlieferant Hankook vorgeschriebene Mindestreifendruck von 1,20 Bar unterschritten worden war.
  • Nico Müller erhielt eine Geldstrafe von 1.500 Euro, da die Batterie an seinem Fahrzeug zu stark aufgeladen war. Mit 92,2 Prozent Ladestand wurde der von Batteriehersteller WAE vorgegebene Höchstwert im Training überschritten.
  • Stoffel Vandoorne erhielt eine Geldstrafe von 1.000 Euro, da ein Mechaniker am Fahrzeug gearbeitet hatte, als der DS Penske bereits in fahrbereitem Zustand war.
  • Und auch hier traf es den Teamkollegen: Jean-Eric Vergne muss ebenfalls eine Geldstrafe von 1.000 Euro bezahlen, weil ein Mechaniker am fahrbereiten Auto gearbeitet hatte.
  • DS Penske erhielt eine Geldstrafe von 25.000 Euro, außerdem müssen Jean-Eric Vergne und Stoffel Vandoorne das Rennen aus der Boxengasse aufnehmen. Das Team hatte in der Boxengasse Equipment installiert, das die Barcodes an den Reifen aller Fahrzeuge scannen und so Daten sammeln konnte. Die Begründung der Rennkommissar:innen: Es sei zum einen grundsätzlich verboten, Equipment in der Boxengasse zu installieren. Andererseits verschaffe das Sammeln von Daten auf diese Weise dem Team eine Menge an Informationen, was einen unfairen Vorteil darstelle. Das Dokument wurde später korrigiert: Es habe sich nicht um einen Barcode-Scanner gehandelt, sondern um einen RFID-Scanner. Der Tatbestand und die Strafe blieben davon unberührt. Wir haben dieser Entscheidung einen eigenen Artikel gewidmet, in dem wir die Thematik umfangreich beleuchten.

Strafen im Qualifying

  • Jaguar erhielt eine Geldstrafe über 2.000 Euro, da vier Mechaniker des Teams nicht die vorgeschriebenen Helme trugen, als sie das Auto von Mitch Evans durch die Boxengasse schoben. Das Team gab an, dass man aufgrund einer Reparatur am Fahrzeug spät dran gewesen sei und die Mechaniker daher vergessen haben, die Helme aufzusetzen.

Strafen im und nach dem Rennen

  • Nico Müller erhielt eine 5-Sekunden-Zeitstrafe, da er in der Schikane am Ende der Start-Ziel-Geraden abgekürzt hatte, ohne wie vorgeschrieben in der Auslaufzone anzuhalten. Dies blieb jedoch ohne Auswirkung, da Müller wegen eines Unfalls ausschied.
  • Sam Bird erhielt ebenfalls eine 5-Sekunden-Zeitstrafe, weil er Max Günther im Zweikampf von der Strecke gedrängt hatte. Der Jaguar-Pilot fiel somit von Platz 7 auf Position 17 zurück. Lucas di Grassi, Pascal Wehrlein, Norman Nato und Robin Frijns rückten in die Punkteränge auf. Außerdem bekam Bird zwei Strafpunkte auf seine Rennlizenz. Er steht somit nun bereits bei neun Zählern (zur Übersicht). Sollte er weitere drei Punkte sammeln, wird er für ein Rennen gesperrt.

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