Kurzmeldungen

Hankook Rom E-Prix: Alle Formel-E-Strafen im Überblick

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Auch beim vorletzten Formel-E-Event der Saison 2023 haben die Rennkommissar:innen des Automobil-Weltverbandes FIA die Aufgabe, auf die Einhaltung des Technischen und Sportlichen Reglements zu achten. Falls dabei ein Regelverstoß festgestellt werden sollte, obliegt es ihnen, Strafen festzulegen. In diesem Artikel findest du wie gewohnt eine Auflistung aller Entscheidungen der Rennkommissar:innen.

Beim Hankook Rom E-Prix übernehmen Xavier Bone, Achim Loth und Alice Scutella diese Aufgabe. Mit Scutella gehört nach Portland somit erneut eine Frau zu den Regelhüter:innen. Unterstützt werden sie dabei erneut von Ex-Rennfahrer Paul Belmondo. Der 60-jährige Franzose war in seiner Karriere nach fünf Jahren in der Formel 3000 auch mehrere Jahre in der Formel 1 aktiv.

Strafen vor dem Rom E-Prix

  • Jean-Eric Vergne erhielt wegen "Fehlverhaltens gegenüber Offiziellen und der FIA" eine Geldstrafe von 3.000 Euro, die bis zum Saisonende auf Bewährung ausgesprochen wurde. Auslöser war ein Bericht des Medien-Delegierten der FIA, der jedoch nach der Pressekonferenz in Portland einging und daher an die Rennkommissare in Rom weitergegeben wurde. Vergne hatte im Anschluss an die Strafe gegen sein Team wegen der Verwendung eines RFID-Scanners in der Boxengasse in den Sozialen Medien die Aussagen der Rennkommissare im offiziellen Dokument negativ kommentiert ("Das ist komplett falsch"). In verschiedenen Medienberichten waren auch andere Äußerungen des Franzosen zu lesen. In einer Anhörung erklärte Vergne, dass einige der in der Presse veröffentlichten Worte nicht von ihm stammen. Er stimmte jedoch zu, dass einige seiner Kommentare, die er wirklich gesagt habe, nicht respektvoll gegenüber gegenüber den Stewards und auch gegenüber der FIA gewesen seien.

Strafen im Freien Training am Samstag

  • Zane Maloney erhielt eine Geldstrafe von 2.500 Euro, da im Rookie-Training der Mindestreifendruck an seinem Andretti-Boliden unterschritten wurde. Reifenlieferant Hankook schreibt in Rom einen Mindestdruck von 1,20 Bar für seine erneut mit Farbakzenten versehenen Allwetterreifen vor.
  • Jake Dennis erhielt eine Verwarnung, weil er während der Full-Course-Yellow zu Beginn des 1. Freien Trainings 60 km/h schnell gefahren war. Maximal erlaubt sind bei FCY-Bedingungen 50 km/h.
  • Mitch Evans erhielt eine Geldstrafe von 2.500 Euro, da bei seinem Fahrzeug im 1. Freien Training der Mindestreifendruck unterschritten wurde.
  • Bei Norman Nato wurde nach seinem Unfall im 1. Freien Training das Monocoque gewechselt. Dies ist nur im Falle einer Beschädigung erlaubt. Mit den technischen Möglichkeiten vor Ort konnte jedoch nicht zweifelsfrei festgestellt werden, ob das Monocoque beschädigt war. Daher wird eine Bestrafung davon abhängig gemacht, ob Chassis-Hersteller Spark bei der Untersuchung der Überlebenszelle eine Beschädigung feststellen wird.
  • Dan Ticktum erhielt eine Geldstrafe von 1.000 Euro, da er im 2. Freien Training auf einer 350-kW-Runde zu viel Energie aus der Batterie abgerufen hatte.

Strafen im Qualifying am Samstag

  • Die beste Rundenzeit von Jake Hughes im Qualifying wurde annulliert, da der Brite eine rote Flagge verursacht hatte.
  • Da Jake Hughes zudem nicht wie vorgeschrieben eine Rundenzeit in den ersten sechs Minuten fuhr, wurden auch sämtliche übrigen Rundenzeiten des Briten gestrichen. Er muss das Rennen somit vom letzten Startplatz aufnehmen.

Strafen zum Rennen am Samstag

  • Pascal Wehrlein erhielt eine Zeitstrafe von fünf Sekunden, weil er das Tempolimit bei der roten Flagge überschritten hatte. Diese Strafe warf ihn von Platz 7 auf Position 9 zurück. Wehrlein gab bei der Anhörung durch die Rennkommissare an, dass sein Fahrzeug infolge des Unfalls beschädigt gewesen sei und das Lenkrad schief gestanden habe, sodass er den Geschwindigkeitsbegrenzer nicht aktivieren konnte. Zudem sei es ihm wegen des Winkels, in dem das Lenkrad stand, sowie der Vibrationen nicht möglich gewesen, seine aktuelle Geschwindigkeit zu erkennen. Die Rennkommissare sprachen dennoch eine Strafe aus. Außerdem erhielt Wehrlein zwei Strafpunkte auf seine Rennlizenz.
  • Maximilian Günther erlitt beim Rennen einen Schaden an einem Hinterreifen, mutmaßlich beim Überfahren von Trümmerteilen des Massencrashs. Ihm wurde nach der Bestätigung des Reifenschadens ein "Joker-Reifen" für das restliche Rennwochenende zur Verfügung gestellt. Jeder Fahrer hat während der Saison jeweils einen Joker für Vorder- und Hinterreifen, sollte es einen Reifenschaden geben.
  • Auch Sergio Sette Camara nutzte seinen Joker für einen neuen Hinterreifen.
  • Bei Sam Bird, Sebastien Buemi, Antonio Felix da Costa und Edoardo Mortara wurde nach dem Massencrash jeweils das Monocoque gewechselt. Dies ist nur im Falle einer Beschädigung erlaubt. Auch hier wurde eine Bestrafung davon abhängig gemacht, ob Chassis-Hersteller Spark bei der Untersuchung eine Beschädigung finden wird - was in diesen Fällen jedoch eine reine Formalität sein dürfte.
  • Bei Jake Hughes musste nach seinem Crash im Qualifying ebenfalls das Monocoque getauscht werden. Auch hier wurde eine Strafe davon abhängig gemacht, ob Chassis-Hersteller Spark bei der Untersuchung der Überlebenszelle einen Schaden feststellt. Auch das sollte nur eine Formsache sein.

Strafen zum Rennen am Sonntag

  • Mitch Evans erhielt eine Strafversetzung um fünf Plätze für das nächste Rennen, da er eine Kollision mit Nick Cassidy verursacht hatte. Außerdem bekam der Jaguar-Pilot einen Strafpunkt auf seine Rennlizenz.
  • Antonio Felix da Costa erhielt eine Zeitstrafe von fünf Sekunden, da er eine Kollision mit Lucas di Grassi verursacht hatte. Auch der Portugiese bekam einen Strafpunkt für diese Aktion.
  • Antonio Felix da Costa erhielt eine Verwarnung, da er Andre Lotterer in Kurve 10 von der Strecke gedrängt hatte.
  • Nick Cassidy erhielt ebenfalls ein Zeitstrafe von fünf Sekunden für das Verursachen einer Kollision mit Andre Lotterer in der letzten Runde. Zudem gab es einen Strafpunkt für den Envision-Piloten.

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