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Daniel Abt trotz starker New-York-Pace enttäuscht: "Sims hat mich abgedrängt"

Das deutsche Formel-E-Team Audi Sport ABT Schaeffler hat sich beim Saisonfinale in New York am vergangenen Wochenende die Vizemeisterschaft in der Elektrorennserie gesichert. Audi-Pilot Lucas di Grassi beendete die Saison 2018/19 auf dem dritten Platz der Fahrermeisterschaft. Beeindrucken konnte am Wochenende aber vor allem sein Teamkollege Daniel Abt, dessen Vertragsverlängerung kurz vor dem Rennwochenende nach einer durchwachsenen Saison offensichtlich neue Energie in ihm freisetzte.

Der 26-jährige Kemptener rief am "Big Apple" seine vielleicht beste Saisonleistung ab, wenngleich er es nicht auf das Podium schaffte. Abt setzte sich sowohl am Samstag als auch am Sonntag in der Qualifying-Gruppenphase durch und erreichte die Super-Pole. Am Ende standen die Startplätze 4 und 5 zu Buche. Im Samstagsrennen war Abt klar auf Podiumskurs, musste nach einem missglückten Überholmanöver in Kurve 1 jedoch eine schlechtere Linie wählen und verlor in der umkämpften Spitzengruppe einige Plätze. Letztlich fuhr Abt nur als Sechster über die Linie - zu wenig für seine starke Pace.

"Natürlich bin ich etwas enttäuscht, denn heute war das Podium möglich", sagte Abt nach dem Samstagsrennen. "Bis zum Safety-Car lief es super. Der ganze Schlamassel begann, als mich Alexander Sims abgedrängt hat, und ich dann auch noch einen heftigen Schlag von Mitch Evans bekommen habe. Das war heute etwas wie Autoscooter da draußen."

Auch am Sonntag war Abt schnell unterwegs, auch wenn es diesmal nicht ganz für den Angriff auf die Spitze reichte. Am Ende fuhr der Audi-Pilot als Fünfter ins Ziel. Er holte zudem in beiden Läufen den Zusatzpunkt für die schnellste Runde. "Mehr war heute nicht möglich", erklärte Abt kurz nach Rennschluss. "Es war ein gutes Ende einer harten Saison. Natürlich wollten wir die Teamwertung gewinnen, aber in einer so stark umkämpften Meisterschaft Zweiter zu werden - darauf kann jeder im Team stolz sein."

Lucas di Grassi "stolz, im 5. Jahr in Folge in die Top 3 gekommen zu sein"

Teamkollege Lucas di Grassi hatte es mit Qualifying-Gruppe 1 abermals schwer - ähnlich wie seine Meisterschaftsrivalen Jean-Eric Vergne, Mitch Evans und Co. So erreichte der Brasilianer in den beiden Qualifikationen nur die Startplätze 14 und 11. Am Samstag kämpfte er sich bis auf Rang 5 vor und holte wichtige Punkte für den Titel, der zu diesem Zeitpunkt noch möglich war. Vor dem finalen Lauf am Sonntag betrug sein Rückstand auf Meister Vergne noch 22 Punkte.

Am Sonntag passierten jedoch keine Wunder. Di Grassi arbeitete sich vom elften Startplatz auf Rang 7 nach vorn, ehe er kurz vor dem Ziel von Jaguar-Pilot Mitch Evans in die Mauer gedrückt wurde und aufgeben musste. "Der Unfall hat zum Glück nichts am Ergebnis in der Meisterschaft geändert", sagte der zweifache Saisonsieger. "Ich bin stolz, im fünften Jahr in Folge in die Top 3 gekommen zu sein. Danke an Audi, ABT und Schaeffler für ein so tolles Team."

Beinahe wäre es Audi am Finalwochenende sogar noch gelungen, sich wie im Vorjahr die Teammeisterschaft zu sichern. 24 Punkte holten Abt und di Grassi in den beiden Rennen von New York auf DS Techeetah auf. Am Ende fehlten dennoch 19 Punkte zur erfolgreichen Titelverteidigung. Nichtsdestotrotz ist Audi Sport ABT Schaeffler bisher in jeder Saison unter die besten drei Teams der Gesamtwertung gekommen. Davon abgesehen war der Audi e-tron FE05 mit fünf Siegen - das Kundenteam Virgin Racing mit eingeschlossen - der erfolgreichste Formel-E-Rennwagen der Saison. Zehn Podien, eine Pole-Position und acht schnellste Rennrunden gehen ebenfalls auf sein Konto.

"Das ganze Team hat bis zuletzt gekämpft und alles gegeben", blickt Teamchef Allan McNish zurück. "Es war unheimlich knapp. Wir haben DS Techeetah wie im vergangenen Jahr im Finale viele Punkte abgenommen, aber dieses Mal hat es nicht ganz zum Teamtitel gereicht. Ich bin trotzdem stolz auf das Team, das so viel harte Arbeit, Energie und Entschlossenheit in diese Saison gesteckt hat. Diese Entschlossenheit nehmen wir mit in Saison 6. Wir freuen uns schon jetzt auf das erste Rennen im November."

Audi-Motorsportchef Dieter Gass resümiert das zweite Jahr als Werksteam wie folgt: "Es war eine aufregende Saison mit Höhen und Tiefen für jeden. Wir haben im letzten Rennen noch um beide Meisterschaften gekämpft, und es ging bis zur Ziellinie. Für das Werksteam ist das letzte Rennen nicht ganz nach Wunsch verlaufen. Aber unser Kundenteam Envision Virgin Racing hat es geschafft, das Rennen zu gewinnen. Damit sind sie hinter uns auf Platz drei der Teammeisterschaft. Das ist ein sehr gutes Ergebnis für Audi."

von Timo Pape 

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