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Als Kundenteam mit Vollgas in den Titelkampf - Envision Virgin Racing

Heute steht bereits der neunte Teil unserer großen Teamvorstellungsrunde auf e-Formel.de an, und es geht um das Team von Richard Branson, das im Sommer von chinesischen Eigentümern übernommen wurde: Envision Virgin Racing.

Die Truppe aus London ist eines der erfolgreichsten Teams in der bisherigen Formel-E-Geschichte. Nachdem Virgin die Debütsaison auf dem fünften Platz abschloss, steigerte man sich in den beiden folgenden Saisons um jeweils einen Rang, fiel in der vierten Saison dann aber wieder auf Platz 4 zurück. In den Saisons 2 bis 4 trat das Team als Werksteam der zu Citroen gehörenden Marke DS Automobiles unter dem Namen "DS Virgin Formula E Team" an, DS fungierte hierbei jedoch vor allem als Sponsor, da Virgin Inhaber der Konstrukteurslizenz war.

Als einziges Team neben ABT/Audi hat Virgin Racing dabei in jeder der bisherigen vier Saisons mindestens ein Rennen gewonnen - alle Siege des Teams fuhr Sam Bird ein. Seine Teamkollegen Jean-Eric Vergne (Saison 2) und Jose Maria Lopez (Saison 3) schafften es als bestes Resultat jeweils auf Platz 2. Vergne und Alex Lynn erzielten zudem jeweils eine Pole-Position. Teamchef ist Silvain Filippi.

Der 38-Jährige gehört seit Januar 2014 zum Team. Er war zunächst mehr als vier Jahre lang Technikchef, bevor er nach dem Rücktritt des bisherigen Teamchefs Alex Tai dessen Aufgaben als Managing Director mit übernahm. Filippi schloss sein Wirtschaftsstudium 2003 an der Ecole Superieure des Sciences Commerciales d’Angers (ESSCA), einer der angesehensten Lehranstalten für Wirtschaft in Frankreich, ab. Seine Leidenschaft für Autos führte ihn in die Automobilindustrie, wo er zunächst als Marketing-Assistent bei BMW arbeitete. Nach einem halben Jahr wechselte er zu DaimlerChrysler, wo er vom regionalen Verkaufsmanager zum Produktmanager aufstieg.

2007 wechselte er als Account Manager zur Management-Beratungsfirma Frost & Sullivan mit Sitz in Kalifornien, wo er erstmals mit Elektroautos in Berührung kam. Er wurde anschließend zum Mitbegründer des EV-Cup, der ersten rein elektrischen Rennserie der Welt. Der für 2011 anvisierte erste Rennlauf fand jedoch nie statt. Wegen Problemen bei der Produktion der Rennwagen wurde er zunächst verschoben, dann wurde es ruhig um das Projekt. Filippi blieb noch zwei Jahre beim Unternehmen, heuerte dann aber bei Virgin an, nachdem das Team die Zusage zur Teilnahme an der Formel E erhalten hatte.

Virgin startet nach der Trennung vom Hersteller DS, der in diesem Zuge auch die Konstrukteurslizenz von Virgin erwarb, erstmals als Kundenteam und setzt den Audi e-tron FE05 ein. Das Fahrzeug ist in Lila und Rot lackiert.

Envision Virgin Racing setzt auf eine der am stärksten eingeschätzten Fahrerpaarungen im gesamten Starterfeld: Sam Bird bestreitet bereits seine fünfte Saison für das Team, und Robin Frijns kehrt nach einem Jahr Abstinenz in die Formel E zurück.

Sam Bird (#2, Großbritannien)

Der Brite ist seit 2004 im Formelsport aktiv. Er bestritt zunächst die Britische Formel BMW, wo er 2005 Vizemeister wurde. Über die Britische Formel Renault kam er in die Britische Formel 3, beide Saisons schloss er auf dem vierten Gesamtrang ab. Bird wechselte anschließend in die Formel-3-Euroserie und danach in die GP2, wo er in seiner Debütsaison das Rennen in Monza gewann und am Saisonende Fünfter wurde. Außerdem pilotierte er bei den Young-Driver-Days - das waren offizielle Testfahrten der Formel-1-Teams für Nachwuchspiloten - den Rennwagen des Mercedes-Teams, mit dem Michael Schumacher und Nico Rosberg die Saison bestritten. Es war jedoch nicht seine erste Fahrt hinter dem Lenkrad eines Formel-1-Boliden: Bereits 2007 hatte er Aerodynamiktests für Williams absolviert.

Im folgenden Jahr blieb Bird in der GP2 und wurde am Saisonende Sechster. Er wechselte daraufhin in die Formel Renault 3.5, wo er mit zwei Siegen Dritter in der Gesamtwertung wurde. Außerdem testete er erneut für Mercedes in der Formel 1. 2013 wechselte er zurück in die GP2, wo er mit fünf Saisonsiegen Vizemeister hinter Fabio Leimer wurde. 2014 ging er in den Langstreckensport und bestritt zwei Rennen der WEC in einem Ferrari des Teams AF Corse. Außerdem wurde er bei Virgin Racing Stammfahrer für die neugegründete Formel E. Dies war jedoch kein Vollzeitengagement für Bird, der parallel weiterhin die WEC bestritt - 2015 in einem Ginetta LMP2, danach wieder in einem GT-Ferrari. Sein größter Erfolg hier war der zweite Platz in der Gesamtwertung der Saison 2016.

Birds Statistik in der Formel E:

  • 45 Rennen
  • 456 Punkte
  • 7 Siege
  • 15 Podien
  • 4 Poles
  • 5 Schnellste Rennrunden
  • 4 FANBOOSTs

Robin Frijns (#4, Niederlande)

Frijns ist in der Formel E kein Unbekannter. Er startete bereits in Saison 2 und Saison 3 für Andretti, verlor seinen Platz aber im Zuge der Andretti-Kooperation mit BMW, da er neben seinem Formel-E-Engagement im GT-Sport für Audi fuhr. Unvergessen ist sein dritter Platz in Putrajaya 2015, wo er sein Fahrzeug nach einem Kontakt mit der Betonmauer drei Runden vor Rennende mit beschädigter Hinterradaufhängung ins Ziel rettete.

2009 debütierte Frijns im Formelsport und wurde Dritter in der Europäischen Formel BMW, im Folgejahr gewann er hier den Meistertitel. Er wechselte in den Formel Renault 2.0 Eurocup und wurde auch hier Champion. Es folgte der Aufstieg in die Formel Renault 3.5, wo er erneut direkt den Titel gewann - vor Jules Bianchi und Sam Bird. Damit zog er die Aufmerksamkeit der Formel-1-Teams Red Bull und Sauber auf sich, testete für beide Teams und wurde von Sauber als offizieller Testfahrer verpflichtet. Frijns trat 2013 in der GP2-Serie an, bestritt wegen Budgetmangels jedoch nur einzelne Rennen. So wurde er trotz eines Sieges in Barcelona nur 15. in der Gesamtwertung. Ein Jahr später wurde er als Testfahrer beim Formel-1-Team Caterham unter Vertrag genommen.

Im folgenden Jahr wechselte Frijns in den GT-Sport, wo er mit Audi Vizemeister der Blancpain Sprint Series wurde. Er bestritt anschließend GT-Rennen in verschiedenen Serien, trat parallel aber auch in der Formel E für Andretti an. Nach seinem Ausscheiden bei Andretti bestritt er 2018 die DTM für Audi und belegte mit zwei zweiten Plätzen als bestes Resultat Platz 13 in der Fahrerwertung.

Frijns' Statistik in der Formel E:

  • 22 Rennen
  • 69 Punkte
  • 0 Siege
  • 1 Podium
  • 0 Poles
  • 0 Schnellste Rennrunden
  • 0 FANBOOSTs

Erfahre morgen früh in der zehnten Folge der großen Teamvorstellungsreihe auf e-Formel.de alles über DS Techeetah!

von Tobias Wirtz 

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