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Angriff der "Raubkatze" - Panasonic Jaguar Racing

Teil 5 unserer großen Teamvorstellungsrunde auf 'e-Formel.de' dreht sich heute um die traditionsreiche britische "Raubkatze": Panasonic Jaguar Racing.

Das Team geht seit der dritten Saison in der Formel E an den Start. Es übernahm damals den Startplatz des Trulli-Teams, das wegen technischer Probleme mit dem Motomatica-Antriebsstrang die beiden ersten Rennen der zweiten Saison auslassen musste. Anschließend stieg man aus der Formel E aus. Nach einer ersten "Lernsaison", die das Team auf dem zehnten und letzten Platz der Teamwertung abschloss, gehörte es in der vergangenen Saison schon zu den regelmäßigen Punktekandidaten und konnte den ersten Podestplatz sowie die erste Pole-Position erzielen. Am Ende stand Platz 6 in der Teamwertung zu Buche. Außerdem stellt Jaguar die Fahrzeuge für die neue Formel-E-Rahmenserie I-Pace eTrophy zur Verfügung. Teamchef ist James Barclay.

Der 1978 geborene Südafrikaner kam 1999 als Trainee zu Lotus und wechselte nach seinem Abschluss in Marketing zu Bentley. Hier war er in verschiedenen Positionen tätig und verantwortete unter anderem die Marketingaktivitäten in Großbritannien, als Bentley nach Le Mans zurückkehrte. 2006 zog er nach Singapur, wo er den Bereich PR & Marketing in der Asia-Pazifik-Region verantwortete. 2010 folgte dann die Beförderung zum Marketingchef bei Bentley - und der Umzug nach Boston. Außerdem war er für die Kommunikation für das GT3-Programm der Marke verantwortlich.

Seit November 2015 leitet Barclay das Formel-E-Programm bei Jaguar. Außerdem ist er Generaldirektor für Markenpartnerschaften beim Konzern Jaguar Land Rover. Er wurde bei den Testfahrten in Valencia zum neuen Vorsitzenden der Formula E Team and Manufacturers Association (FETAMA), der Team- und Konstrukteursvereinigung der elektrischen Rennserie, gewählt.

Jaguar setzt in der fünften Formel-E-Saison den komplett selbstentwickelten Jaguar I-Type III ein. Das Fahrzeug ist in Schwarz lackiert, zusätzlich gibt es weiterhin türkisfarbene Elemente.

Panasonic Jaguar Racing behält seine Fahrerpaarung aus der Vorsaison bei: Mitch Evans und Nelson Piquet jr. starten erneut für die "Raubkatze". Evans steht vor seiner dritten Formel-E-Saison, Piquet bereits vor seiner fünften.

Nelson Piquet junior (#3, Brasilien)

Nelson Angelo Tamsma Piquet Souto Maior, so sein vollständiger Name, ist einer von nur fünf verbliebenen Piloten, die bei jedem E-Prix der Geschichte am Start waren. Er ist ein Sohn des Formel-1-Weltmeisters von 1981, 1983 und 1987, Nelson Piquet und dessen erster Frau, der Niederländerin Sylvia Tamsma. Geboren wurde er in Heidelberg - wenige Tage vor dem Großen Preis von Deutschland 1985. Seine hochschwangere Mutter begleitete ihren Mann damals bei den Europa-Rennen der Formel 1. Kurz nach der Geburt trennten sich die Eltern jedoch, sodass "Nelsinho" die ersten acht Jahre seines Lebens in Monaco bei seiner Mutter verbrachte und dann zu seinem Vater nach Brasilien zog.

Gleich nach seinem Umzug begann er, Kart zu fahren. 2001 folgte sein Debüt im Formelsport, wo er in seinem zweiten Jahr bereits den Meistertitel in der Brasilianischen Formel 3 errang. 2003 zog er nach Europa und gewann hier ein Jahr später den Titel in der Britischen Formel-3-Meisterschaft, außerdem saß er für Williams erstmals bei Testfahrten hinter dem Lenkrad eines Formel-1-Boliden. Es folgte der Wechsel in die Formel 2, wo er 2006 Vizemeister hinter Lewis Hamilton wurde.

Im folgenden Jahr wurde Piquet Testfahrer beim Formel-1-Team von Renault und stieg dann 2008 zum Stammfahrer auf. Beim Großen Preis von Singapur verursachte er auf Anweisung seines Teams absichtlich einen Unfall, der eine Safety-Car-Phase auslöste und so seinem Teamkollegen Fernando Alonso zum Sieg verhalf. Nach seiner Entlassung bei Renault ein Jahr später ging er mit dieser Geschichte an die Öffentlichkeit - "Crashgate" war einer der größten Skandale in der Formel 1 und sorgte unter anderem für eine Sperre der Verantwortlichen Flavio Briatore und Pat Symonds. Piquet erhielt Immunität, da er als Kronzeuge auftrat.

Nach seiner Zeit in der Formel 1 bestritt Piquet mehrere Rennen in verschiedenen NASCAR-Klassen, wo er als zweiter Nicht-US-Amerikaner überhaupt ein Rennen auf einem Ovalkurs gewann. Außerdem startete er mehrere Jahre im Rallyecross und in der Langstrecken-Weltmeisterschaft. Mit China Racing bestritt er die Debüt-Saison der Formel E und konnte sich am Saisonende zum ersten Meister der elektrischen Rennserie krönen. In den folgenden Jahren gelang es ihm nicht, an die Erfolge der ersten Saison anzuknüpfen, weshalb er vor der vierten Saison zu Jaguar wechselte.

Piquets Statistik in der Formel E:

  • 45 Rennen
  • 236 Punkte
  • 2 Siege
  • 5 Podien
  • 1 Pole
  • 4 Schnellste Rennrunden
  • 8 FANBOOSTS

Mitch Evans (#20, Neuseeland)

Mit 24 Jahren gehört Mitch Evans zu den jüngsten Fahrern in der Formel E, geht dennoch bereits in seine dritte Saison. Auch die ersten beiden Jahre bestritt er mit Jaguar.

2007 saß Evans zum ersten Mal in einem Formelrennwagen, ein Jahr später gewann er die Winterserie der Neuseeländischen Formel Ford. Im folgenden Jahr wurde er Vizemeister in gleich drei Formel-Ford-Serien: in Neuseeland, Australien und im australischen Bundesstaat Viktoria. Er erhielt ein Formel-3-Cockpit für das Saisonfinale der Australischen Formel 3, wo er eines der beiden Rennen gewann und somit im Alter von 15 Jahren zum jüngsten Gewinner in der Geschichte der Rennserie wurde. Er gewann 2010 und 2011 die Toyota Racing Series - die höchste Monoposto-Klasse Neuseelands - und wurde 2010 mit nur einem Punkt Rückstand Vizemeister in der Australischen Formel 3. Es folgte der Wechsel nach Europa, wo er in der GP3 antrat. 2012 wurde er hier Meister vor Daniel Abt und Antonio Felix da Costa. Er ging danach in der GP2 an den Start, die er 2014 als Vierter und 2015 als Fünfter abschloss.

Evans' Erfolgsstatistik in der Formel E:

  • 24 Rennen
  • 90 Punkte
  • 0 Siege
  • 1 Podium
  • 1 Pole
  • 1 Schnellste Rennrunde
  • 0 FANBOOSTS

Die große Teamvorstellungsreihe auf e-Formel.de geht schon morgen früh in die nächste Runde, wir berichten dann über Venturi.

von Tobias Wirtz 

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