Audi-e-tron-FE07-Formel-E-Auto

Audi präsentiert neues Formel-E-Auto mit erstem komplett selbstentwickelten Antrieb

Das deutsche Formel-E-Team Audi Sport ABT Schaeffler hat seinen neuen Elektro-Rennwagen für die kommende Saison 2021 vorgestellt. Der "Audi e-tron FE07" kann optisch kaum überraschen, soll aber eine Gesamteffizienz von über 95 Prozent erreichen. Die neue Motor-Generator-Unit "Audi MGU05" wurde erstmals vollständig im Hause Audi Sport entwickelt. Gründungsmitglied Schaeffler bleibt nichtsdestotrotz als Partner an Bord.

Schaeffler war seit der zweiten Formel-E-Saison 2015/16 vorrangig für die Entwicklung des Antriebsstranges zuständig, der zunächst beim Team ABT, dann beim Audi-Werksteam zum Einsatz kam. Nun haben die Ingolstädter einen neuen Weg eingeschlagen: "Der Audi e-tron FE07 besitzt einen völlig neuen E-Antrieb, der zum ersten Mal im Haus entwickelt wurde", sagt Stefan Aicher, Leiter Entwicklung E-Antrieb bei Audi Sport.

In den vergangenen Jahren setzte Audi auf Evolution und entwickelte den Antriebsstrang von Jahr zu Jahr weiter. Für die erste offizielle WM-Saison 2021 begann die Entwicklung der neuen MGU-Inverter-Einheit jedoch mit einem weißen Blatt Papier. "Dabei sind wir in allen Bereichen an unsere Grenzen gegangen", erklärt Aicher. Das Ergebnis: ein elektrischer 1-Gang-Antrieb mit Innenläufer-Rotorkonzept, außenliegenden Magneten, einem hocheffizienten Kühlsystem und sechs elektrischen Phasen.

Tristan Summerscale: "Gesamteffizienz von mehr als 95 Prozent erreicht"

Im Vergleich zum Vorgänger sei es den Ingenieuren gelungen, durch die Verwendung von Leichtbaumaterialien und eine intelligente Integration im Fahrzeug noch einmal deutlich Gewicht einzusparen, heißt es in einer Erklärung. "Diese Einsparung konnten wir direkt zugunsten einer verbesserten Effizienz in die neue MGU reinvestieren. Trotzdem wiegt die neue MGU-Inverter-Einheit unter 35 Kilogramm", sagt Aicher.

Um die Energieverluste innerhalb des Systems zu minimieren, testete Audi bereits umfangreich auf den eigenen Prüfständen. Dabei wurde der gesamte Antrieb bis an die Grenzen belastet. "Wir haben bei unserem Antriebsstrang eine Gesamteffizienz von mehr als 95 Prozent erreicht", erklärt Tristan Summerscale, Projektleiter Formel E bei Audi Sport. "Die neue MGU-Inverter-Einheit hat sogar mehr als 97 Prozent in allen relevanten Fahrzuständen."

Stolz ist Summerscale auch auf das kompakte Design der Antriebseinheit: "Wenn man unsere MGU einem Verbrennungsmotor mit einer vergleichbaren Leistung von 250 kW gegenüberstellt, ist unsere Effizienz nicht nur doppelt so hoch, sondern unser Gewicht von unter 35 Kilogramm auch um ein Vielfaches leichter." Dies zeige abermals, wie effizient Elektroantriebe sind, so der Brite.

Weiße Nase & zwei neue Partner

Beim Aussehen des Audi e-tron FE07 hat sich hingegen nicht allzu viel verändert. Die auffälligste Änderung betrifft die Fahrzeugnase, die ab sofort nicht mehr in dunkler Carbon-Optik gehalten ist, sondern eine weiße Grundierung erfahren hat. Das grüne Heck, das auch weiterhin Technologiepartner Schaeffler repräsentiert, blieb ebenso erhalten wie die markanten orangefarbenen e-tron-Elemente aus der Vorsaison.

Zwei neue Partner haben indes ihren Weg auf das Auto gefunden. So kleben ab sofort die Logos von Schmierstoffhersteller Castrol sowie vom Mode- und Lifestyle-Unternehmen Casamoda auf dem e-tron FE07.

Sein öffentliches Debüt auf der Rennstrecke gibt der neue Formel-E-Audi am Samstag in Valencia: Auf dem Circuit Ricardo Tormo finden vom 28. November bis zum 1. Dezember die traditionellen Vorsaison-Testfahrten der Formel E statt (zur Vorschau). Am Steuer werden für Audi die beiden bestätigten Stammfahrer Lucas di Grassi und Rene Rast Platz nehmen. Einen offiziellen Ersatz-Piloten für Saison 7 hat Audi bislang nicht unter Vertrag genommen.

Fotos: Audi Communications

von Timo Pape  

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