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Audi will perfektes Tempelhof-Rennen 2018 wiederholen: "Wissen, wie man in Berlin Pokale holt"

Die Formel E kommt nach Deutschland: Am Samstag (25. Mai) startet die Elektrorennserie zum insgesamt sechsten Rennen in fünf Jahren in Berlin - abermals auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof. Mit Unterstützung der heimischen Fans will das deutsche Team Audi Sport ABT Schaeffler mit seinen Fahrern Daniel Abt und Lucas di Grassi wie schon 2018 auf dem Podium feiern und sich damit in eine gute Position für den Endspurt des Titelkampfs bringen.

Im Vorjahr erlebte Audi ein echtes Traumwochenende in Tempelhof: Abt holte zuerst die Pole-Position, gewann dann das Rennen vor Lucas di Grassi und holte dabei auch noch die schnellste Rennrunde. Diese maximale Ausbeute einer Fahrerpaarung ist bisher einzigartig in der Formel-E-Geschichte. Seit Gründung der Serie 2014 fuhr die Formel E bis jetzt viermal in Tempelhof - einmal davon bei einem "Double-Header" mit zwei Läufen - und einmal am Alexanderplatz. Dabei holten Abt und di Grassi insgesamt fünf Podiumsplätze.

"Berlin ist für mich wie ein Pokalspiel während der Bundesligasaison: Das Rennen hat eine ganz besondere Bedeutung und seine ganz eigenen Gesetze", sagt Vorjahressieger Abt. "Ich fühle mich einfach wohl in der Stadt und in Tempelhof. Die Unterstützung der vielen Fans gibt mir schon einen Boost, bevor wir das erste Mal auf die Strecke gehen. Die ganzen positiven Gedanken aus der vergangenen Saison sind noch immer präsent. Natürlich fangen wir am Freitag wieder alle bei null an, aber trotzdem: Wir wissen, wie man in Berlin Pokale holt und gewinnt."

Formel E mal anders

Eine besondere Herausforderung in Berlin ist in diesem Jahr der ungewöhnliche Zeitplan: Weil das Rennen schon am Samstag um 13 Uhr startet, werden die beiden Freien Trainings bereits am Freitag ausgetragen, und der Rennsamstag beginnt am frühen Morgen direkt mit dem Qualifying. Wegen der noch schmutzigen Strecke ohne vorherige Trainings oder Rahmenprogramm könnte das einen zusätzlichen Nachteil für die ersten Qualifying-Gruppen bedeuten, in denen auch di Grassi (Gruppe 1) und Abt (Gruppe 2) starten.

"Dass die Top 5 der Meisterschaft im Qualifying immer zuerst auf die Strecke müssen, ist natürlich hart, sorgt aber für eine durchgemischte Startaufstellung und damit für spannende Rennen", sagt di Grassi. In den bisherigen neun Saisonrennen gab es acht verschiedene Sieger. "Berlin ist für uns alle einer der Höhepunkte im Jahr: Wir haben tolle Erinnerungen an den Doppelsieg im letzten Jahr und freuen uns auf die Unterstützung von vielen Freunden und Partnern. Sportlich bin ich zuversichtlich: Wir haben die Performance, um Rennen zu gewinnen. Ein gutes Qualifying, ein sauberes Rennen - und wir sind vorn dabei."

Teamchef Allan McNish ergänzt: "Berlin kommt aus meiner Sicht genau zur richtigen Zeit. Nach dem Rückschlag in Monaco, wo wir trotz eines guten Rennens von Daniel und Lucas keine Punkte mitgenommen haben, ist das Heimspiel des Teams der perfekte Ort für eine Wiedergutmachung." Ein Blick auf die Statistik untermauert die Aussage von McNish: Erst an fünf Rennwochenenden in der bisherigen Formel-E-Geschichte ging das Team Audi Sport ABT Schaeffler komplett leer aus - und stets stand im folgenden Rennen mindestens einer der beiden Piloten auf dem Podium.

"Die gute Nachricht ist: Noch immer ist in der Meisterschaft alles offen. Mit einem starken Ergebnis in Berlin wollen wir den Titelkampf vor den dann verbleibenden drei Rennen wie im vergangenen Jahr so richtig spannend machen", so der Teamchef.

Noch alles drin im Titelkampf

Schauplatz des zehnten Saisonlaufs ist der 2,377 Kilometer lange Kurs auf dem 2008 stillgelegten Flughafen Tempelhof im Süden der Hauptstadt. Tempelhof war 1948 und 1949 Start- und Landepunkt der internationalen "Luftbrücke", über die die Alliierten die eingeschlossenen West-Berliner mit Lebensmitteln und Gütern versorgten. Der Kurs hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder leicht verändert. In diesem Jahr wird es nicht mehr durch den Tunnel des Emotion Clubs gehen, ansonsten ist aber alles beim Alten.

Vor dem zehnten von insgesamt 13 Rennen liegt Lucas di Grassi mit 17 Punkten Rückstand auf dem fünften Tabellenplatz, Teamkollege Daniel Abt folgt elf Zähler dahinter auf Platz 9. Das Werksteam Audi Sport ABT Schaeffler liegt seinerseits auf dem dritten Gesamtrang der Teamwertung. In beiden Meisterschaften sind noch alle Chancen auf den Titel da. In Berlin sollte nach der Nullnummer von Monaco aber dringend wieder ein starkes Ergebnis her, um die Konkurrenz nicht entwischen zu lassen.

Der zehnte Saisonlauf der Formel E startet in Berlin am Samstag ausnahmsweise schon um 13 Uhr Ortszeit und führt wie gewohnt über 45 Minuten plus eine Runde. Wie schon in Monaco, wo eine knappe Million Fans vor dem Fernseher dabei waren, zeigt die ARD auch das Heimspiel von vier deutschen Fahrern und drei deutschen Team live im TV: Die Übertragung aus der Hauptstadt im Ersten beginnt zehn Minuten vor dem Rennstart um 12:50 Uhr. Wie fast immer zeigt auch Eurosport das Rennen live im Free-TV - ebenso wie die Qualifikation ab 9 Uhr morgens.

Foto: Audi

von Timo Pape 

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