Sebastien-Buemi-jubelt-in-Buenos-Aires

Beängstigende Form von e.dams-Renault in Buenos Aires

Dritte Podestplatzierung beim vierten Saisonlauf der Formel E für e.dams-Renault. Der Titelverteidiger in der Teammeisterschaft und Sebastien Buemi haben ihre Tabellenführung in der Fahrer- und Teamwertung beim ePrix von Argentinien nach einer fantastischen Aufholjagd des Schweizers weiter ausgebaut. Selbst der zweimalige DTM-Champion Timo Scheider, der auf Eurosport als Co-Kommentator fungierte, war von der beängstigenden Form der Franzosen tief beeindruckt.

Zwei Siege und Platz zwei in der Hitze von Buenos Aires gingen am Ende auf das Konto von Buemi. Dazu fuhr der 27-Jährige in dieser Saison zweimal Pole-Position und dreimal die schnellste Runde des Rennens - wertvolle Punkte auf dem Weg zum Titel. Allerdings bleibt der Titelfavorit nicht frei von Fehlern.

In Argentinien endete das Qualifying für Buemi ernüchternd, da er sich mit seinem Renault Z.E.15 nach einem Fahrfehler in Kurve 7 drehte. In der Folge musste er das 35-Runden-Rennen als Letzter in Angriff nehmen. Sein Teamkollege Nicolas Prost, der Sohn des vierfachen Formel-1-Weltmeisters Alain Prost, machte es wesentlich besser und ging von Startplatz drei ins Rennen.

Beide e.dams-Piloten legten einen hervorragenden Start hin. Buemi verbesserte sich gleich in den ersten beiden Runden um drei Positionen und setzte diese eindrucksvolle Aufholjagd konsequent fort. Bis zur Zielflagge hatte sich der Schweizer um 16 Plätze verbessert und fuhr im Windschatten des Spitzenreiters Sam Bird. Mit Rang zwei sicherte sich Buemi seine dritte Podiumsplatzierung der laufenden Saison.

"Ich freue mich sehr über dieses Ergebnis. Vom letzten Startplatz aus noch das Podium zu erklimmen – das Rennen gehört vermutlich zu den besten, die ich bislang gefahren bin. Nach dem Qualifying war ich etwas frustriert. Dort habe ich vielleicht einen möglichen Sieg weggeworfen. Am Ende des Tages aber sprang noch ein Topresultat für uns heraus und wir haben die Führung in beiden Wertungen verteidigt", sagt Buemi.

Teamkollege Prost konnte seine Position in der ersten Hälfte des Rennens behaupten. Ein Dreher kurz nach dem obligatorischen Fahrzeugwechsel kostete ihn jedoch alle Chancen auf einen Podestplatz. Auch dank des Safety-Cars, das wegen des liegengebliebenen Fahrzeugs von Antonio Felix da Costa (Aguri) ab Runde 20 das Fahrerfeld zusammenführte, konnte sich der Franzose wieder auf Rang fünf verbessern.

"Eigentlich war ich mit meinem Speed hier in Argentinien sehr zufrieden. In den Freien Trainings und auch im Qualifying lief es für mich sehr gut – deswegen ärgere ich mich über das Rennergebnis auch. Beim Fahrzeugwechsel in der Box hatten wir ein kleines Problem, dort büßte ich bereits etwas Zeit ein. Dann unterlief mir ein Fahrfehler, der mich die Podiumsplatzierung gekostet hat. Erneut Platz fünf ist mit Blick auf die Tabelle noch in Ordnung, aber beim nächsten Lauf in Mexiko will ich definitiv besser abschneiden", resümiert Prost.

Mit den Plätzen zwei und fünf hat Renault e.dams seine Führung in der Teamwertung weiter ausgebaut, während Buemi weiterhin die Spitzenposition der Fahrertabelle behauptet. Prost liegt auf dem neunten Platz.

Jean-Paul Driot, Leitender Teammanager, zieht eine positive Bilanz: "Sicherlich ist das Qualifying für uns nicht nach Wunsch verlaufen. Da Sebastien Buemi das Rennen vom Ende des Feldes aufnehmen musste, standen wir vor einer großen Herausforderung. Doch das Ergebnis hat gezeigt, wie stark unser Team, die Fahrer und der Renault Z.E.15 sind. Mit dem Ausgang des ePrix dürfen wir zufrieden sein. Schade, dass Nicolas Prost während des Rennens einige Positionen verloren hat. Dennoch hat er uns mit den eingefahrenen Punkten sehr geholfen."

Zufrieden und stolz zeigt sich auch Teammanager Alain Prost: "Obwohl er vom letzten Startplatz ins Rennen gehen musste, haben wir immer daran geglaubt, dass Sebastien Buemi noch Punkte erringen kann. Aber mit dieser Podiumsplatzierung hat er sich selbst übertroffen. Fast hätte er sogar noch gewonnen. Einmal mehr haben wir einen ePrix mit beiden Renault Z.E.15 unter den ersten Fünf beendet, das ist fantastisch für uns. Der ePrix von Argentinien war eine gute Werbung für die Formel E und eine gute Show für die Fans."

Vincent Gaillardot, Projektleiter Formel E bei Renault Sport, bilanziert: "Auch wegen des hochsommerlichen Klimas war der ePrix von Argentinien ein hartes Rennen. Batterie- und Motortemperaturen blieben jedoch im grünen Bereich. Die Änderungen, die wir nach dem ePrix von Putrajaya vorgenommen haben, zahlten sich aus. Vielleicht richten wir unser Augenmerk für die kommenden Rennen etwas mehr auf Konstanz im Qualifying. Alles in allem sind wir mit dem Ergebnis von Sebastien Buemi und Nicolas Prost aber sehr zufrieden."

von Erich Hirsch  

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von TimA. |

Das ist keine beängstigende Form von e.dams, sondern von Sebastien Buemi in seinem e.dams. Für Prost war Buenos Aires nichts weiter als eine riesige Blamage. Er kann froh sein, daß der Teammanager gleichzeitig sein Vater ist. Ansonsten Hut ab für Buemi – an seinen Aussichten auf die Meisterschaft gibt es kaum etwas zu rütteln.

NEUESTE NACHRICHTEN

Pipo-Derani-Mahindra-Marrakech-Rookie-Test

Nachhaltigkeit: Virgin & Mahindra erhalten Exzellenz-Auszeichnung der FIA

Im Kampf gegen den Klimawandel hat die FIA zwei Formel-E-Teams mit der höchsten Umweltzertifizierung für Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Für ihre Bemühungen wurden Mahindra und Virgin kürzlich in das Portfolio der im ...
von Tobias Bluhm
Formel-E-Autos-Mexiko

Gespräche mit Herstellern: Formel E plant neue Support-Rennserie

Das vorzeitige Ende der Rahmenserie Jaguar I-Pace eTrophy war eine schlechte Nachricht für alle Besucher eines E-Prix - zumindest wenn in Zukunft wieder Publikum an den Rennstrecken zugelassen werden sollte. Die ...
von Tobias Wirtz
Rosberg-Xtreme-Racing-Car

Nico Rosberg startet mit eigenem Team in neuer Elektro-Rennserie Extreme E

Nico Rosberg kehrt an die Rennstrecke zurück: Etwas mehr als vier Jahre nach seinem WM-Titelgewinn und dem anschließenden Rückzug aus der Formel 1 steigt der 35-Jährige in den elektrischen Motorsport ...
von Timo Pape
SuperCharge-Fahrzeug

"SuperCharge": Neue Elektro-Rennserie für Crossover-Fahrzeuge vorgestellt

Am Mittwochnachmittag wurde eine weitere neue E-Rennserie vorgestellt: Die sogenannte SuperCharge setzt auf vollelektrische Crossover-Rennwagen und will ab 2022 auf Innenstadt-Rennstrecken rund um den Globus an den Start gehen. Auf ...
von Timo Pape