Sam-Bird-Virgin-Buenos-Aires

Bird siegt und verhindert Buemi-Triumph vom letzten Platz

Sam Bird hat den Buenos Aires ePrix gewonnen. In einem extrem spannenden Finale verteidigte der Virgin-Pilot seine Führung gegen Sebastien Buemi, dem beinahe die perfekte Aufholjagd gelungen wäre. Buemi war nach einem Fehler im Qualifying als Letzter gestartet und machte im Rennen 16 Plätze in seinem Renault e.dams gut. Den Rekord in der Formel E hält jedoch weiterhin Lucas di Grassi. Der Brasilianer hatte beim Putrajaya ePrix 2014 insgesamt 17 Plätze gutgemacht (bei 20 statt aktuell 18 Rennteilnehmern). Di Grassi komplettierte das Podium von Buenos Aires als Dritter.

Beim Rennstart ging zunächst alles gut - keine Unfälle und kaum Positionsveränderungen. Lediglich Buemi machte am Ende des Feldes drei Plätze durch ein tollkühnes Bremsmanöver gut, während Mike Conway als vormals Fünfter einige Positionen verlor. Dann folgte jedoch eine turbulente Anfangsphase mit sehr vielen Überholmanövern.

Probleme ereilten gleich in der ersten Runde Jerome d'Ambrosio. Vom rechten Hinterrad des Dragon-Fahrers stieg Rauch auf, woraufhin er an die Box kommen und das Rad wechseln lassen musste. Dadurch dass er zu schnell wieder anfuhr, hätte er beinahe den Schlagschrauber seines Mechanikers mitgerissen. Das Team konnte ihn aber durch Winken und Rufen rechtzeitig stoppen. Am Ende wurde d'Ambrosio 16., holte sich aber die schnellste Rennrunde und damit zwei Punkte. Sein Teamkollege Loic Duval wurde indes Sechster.

Buemi hatte sich bereits nach sieben Runden in die Top 10 vorgekämpft. Weiter vorn ging di Grassi an Stephane Sarrazin vorbei und übernahm Platz vier. Wenig später überholte Antonio Felix da Costa im eigentlich unterlegenen Aguri den Zweitplatzierten Nicolas Prost. In der Folge ereilte den Portugiesen jedoch ein technischer Defekt - das bittere Aus für Felix da Costa. "Ein Ausfall, der wirklich wehtut", sagte der Aguri-Fahrer nach dem Rennen. Es folgte die einzige Safety-Car-Phase des Rennens, um den havarierten Elektrorenner zu bergen.

Heidfeld profitiert beim Boxenstopp

Diese Gelegenheit nutzten alle Fahrer außer Meister Nelson Piquet jr. zum Boxenstopp. Während Nick Heidfeld einige Plätze gutmachte, fiel Prost nach einem Dreher auf Rang sechs zurück. Formel-E-Debütant Conway hatte sich derweil wieder vorgekämpft, leistete sich allerdings ebenfalls einen Dreher, der ihn letztlich auf Rang 15 ins Ziel kommen ließ. Schade für den Briten nach einer beeindruckenden Formel-E-Premiere.

Wenig später überholte Buemi Sarrazin und machte fortan Jagd auf seinen Hauptrivalen Lucas di Grassi. Zunächst konnte sich der Abt-Fahrer noch verteidigen, dann ging Buemi aber beherzt vorbei. Jetzt trennte den e.dams-Fahrer nur noch Pole-Sitter Bird von der perfekten Aufholjagd, doch der Brite holte alles aus seinem Virgin heraus. In der vorletzten Runde startete Buemi den entscheidenden Angriff. Bird machte die Tür entschlossen zu und erwischte die folgende Kurve gerade so - der Schlüssel zum Sieg.

Für Nick Heidfeld endete der Tag doch noch versöhnlich, denn der Deutsche kam schließlich als Siebter über die Linie. Daniel Abt hingegen wird den Buenos Aires ePrix nicht in guter Erinnerung behalten, denn der Youngster wurde nur 13. und geht somit abermals ohne Punkte nach Hause. Der FanBoost war beim Buenos Aires ePrix übirgens an di Grassi, Vergne und Bird gegangen.

In der Gesamtwertung hat Sebastien Buemi (80 Punkte) seine Führung verteidigt. Zweiter ist mit vier Punkten Rückstand Lucas di Grassi (76) vor Sam Bird (52), der durch seinen Sieg die Verfolgung des Führungsduos aufgenommen hat. In der Teamwertung konnte sich Renault e.dams weiter absetzen und hat nun 101 Punkte auf dem Konto. Dahinter folgen das deutsche Team Abt Schaeffler Audi Sport (86) und Dragon Racing (62).

Das nächste Rennen der Formel E steigt am 12. März in Mexiko-Stadt.

Das provisorische Ergebnis des Buenos Aires ePrix

von Timo Pape  

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