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Bringt der japanische Antrieb die Franzosen wieder an die Spitze? - Nissan e.dams

Teil 7 unserer großen Teamvorstellungsrunde auf e-Formel.de dreht sich um die Mannschaft aus dem französischen Motorsport-Mekka Le Mans, das nach vier Jahren Zusammenarbeit mit Renault nun als Werksteam des ersten japanischen Herstellers in der Formel E fungiert: Nissan e.dams.

In den ersten drei Formel-E-Saisons war Renault e.dams das Team, das es zu schlagen galt. Die Mannschaft sicherte sich mit Nicolas Prost und Sebastien Buemi dreimal in Folge den Titel in der Teamwertung. In der Saison 2017/18 folgte dann der Absturz der erfolgsverwöhnten Truppe auf Platz 5, das Team blieb erstmals sieglos. Nico Prost erzielte gar nur 8 Punkte und schloss die Saison auf Platz 19 der Fahrerwertung ab. Die Konsequenz: Trotz gültigem Vertrag für Saison 5 wurde der Sohn des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Alain Prost vor die Tür gesetzt. Dennoch stehen 903 Punkte, 15 Siege und 65 Platzierungen unter den ersten Zehn für Renault e.dams zu Buche - allesamt Rekorde in der Formel E. Teamchef von Nissan e.dams ist Jean-Paul Driot.

Der französische Ölhändler und Unternehmer tat sich 1988 mit dem ehemaligen Formel-1-Fahrer Rene Arnoux zusammen und gründete den Rennstall DAMS - der Teamname stand als Abkürzung für Driot-Arnoux Motorsport. Das Team ging in der Formel 3000, dem Vorgänger der heutigen Formel 2, an den Start. Vollkommen überraschend wurde Erik Comas bereits in der Debütsaison des Teams Gesamtzweiter. Ein Jahr später war Comas der erste Formel-3000-Champion in DAMS-Diensten. Mit Olivier Panis und Jean-Christophe Boullion folgten wenige Jahre später zwei weitere Titelträger.

Driot war nach dem Ausscheiden von Arnoux mittlerweile alleiniger Besitzer des Teams, das weiterhin mit derselben Abkürzung gemeldet war. Diese stand nun jedoch für Driot Associes Motor Sport (Associes = Partner). Das Team setzte Fahrzeuge in der Formel-3000-Nachfolgeserie GP2, der Formel Renault und der A1 GP ein, aktuell geht es in der Formel 2 an den Start. Eine wichtige Rolle spielte Driot auch für die Entstehung der Formel E, als er seinen Freund Alejandro Agag auf die Firma Formulec aufmerksam machte, die einen Monoposto mit Elektroantrieb entwickelte.

Nissan setzt in der fünften Formel-E-Saison den selbstentwickelten Nissan IM01 ein. Das Fahrzeug ist in Silber und Schwarz lackiert, zusätzlich gibt es rote Elemente am Frontflügel und der vorderen Radhausverkleidung.

Nissan setzt in der kommenden Saison 2018/19 auf Sebastien Buemi, Formel-E-Champion von Saison 2, und Oliver Rowland. Ursprünglich hätte Alex Albon für das Team ins Lenkrad greifen sollen, dieser löste jedoch seinen bestehenden Vertrag mit dem Team auf und wechselte zu Toro Rosso in die Formel 1.

Oliver Rowland (#22, Großbritannien)

Rowland begann seine Karriere im Kartsport, wo er mehrere nationale und internationale Meisterschaften gewann, unter anderem 2007 den CIK-FIA-KF2-Weltcup und 2010 den CIK-FIA-Super-KF-Weltcup. 2011 folgten dann die ersten Erfolge im Formelsport: Er wurde Vizemeister in der Britischen Formel Renault, übrigens hinter Alex Lynn. Die folgende Formel-Renault-Winterserie gewann er, außerdem wurde Rowland mit dem McLaren Autosport BRDC Award ausgezeichnet.

Er wechselte in den Formel Renault 2.0 Eurocup, wo er 2013 Vizemeister hinter Pierre Gasly wurde. Es folgte als nächste Karrierestation die Formel Renault 3.5. Hier gewann Rowland 2015 den Meistertitel. Außerdem startete er für Mahindra beim Punta del Este E-Prix als Ersatz 2015 für den verletzten Nick Heidfeld. Anschließend wechselte er in die GP2, wo er 2017 Dritter der Meisterschaft wurde. Außerdem stellte ihn Renault als Entwicklungsfahrer beim Formel-1-Team ein. 2018 wechselte Rowland als Young Driver zu Williams und trat bei den 24 Stunden von Le Mans in der LMP1-Klasse auf einem Ginetta G60-LT-P31 an, ein Vollzeitcockpit für dieses Jahr erhielt er jedoch nicht.

Rowlands Statistik in der Formel E:

  • 1 Rennen
  • 0 Punkte
  • 0 Siege
  • 0 Podien
  • 0 Poles
  • 0 Schnellste Rennrunden
  • 0 FANBOOSTs

Sebastien Buemi (#23, Schweiz)

Sebastien Buemi ist einer der großen Namen in der Formel E, hält er doch aktuell unter anderem die Rekorde für die meisten Siege, die meisten Pole-Positions und die meisten FANBOOSTs. In Saison 2 gewann er den Fahrertitel, in den Saisons davor und danach wurde er jeweils mit knappem Rückstand Vizemeister. In allen drei Saisons gelang es ihm gemeinsam mit Nicolas Prost, den ersten Platz in der Teamwertung für sein Team Renault e.dams zu erzielen.

Auch seine Karriere begann im Kartsport, wo er 2002 Vizeeuropameister in der ICA-Klasse wurde. 2004 wechselte er dann in den Formelsport, wo er auf Anhieb Dritter in der Deutschen Formel BMW wurde. Im folgenden Jahr kämpfte er mit Nico Hülkenberg um den Titel. Dies verleitete ihn dazu, in Führung liegend beim Saisonfinale während einer Safety-Car-Phase plötzlich stark abzubremsen, sodass ihn Hülkenberg überholte und das Rennen gewann, nachträglich jedoch eine 30-Sekunden-Strafe für das Überholen hinter dem Safety-Car erhielt. Die Freude über den Meistertitel währte bei Buemi jedoch nur kurz: Ihm wurde für sein gefährliches Manöver vom DMSB-Sportgericht nachträglich eine 60-Sekunden-Strafe auferlegt, womit er auf Platz 3 zurückfiel und somit Hülkenberg Meister wurde. Am Ende des Jahres wurde er in den Förderkader von Red Bull aufgenommen.

Es folgte der Wechsel in die Formel 3, wo Buemi 2007 knapp hinter Romain Grosjean Vizemeister wurde. Die gleiche Reihenfolge gab es im Endklassement der GP2-Asia-Serie 2008, außerdem trat Buemi in der GP2-Serie an. 2009 folgte dann der Aufstieg in die Formel 1 zu Toro Rosso. Hier fuhr er drei Jahre, in denen er in 55 Rennen 29 Punkte erzielen konnte. 2012 erhielt er kein Formel-1-Cockpit mehr und wechselte zu Toyota in die Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC. Hier gewann er 2014 die Weltmeisterschaft und 2018 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Außerdem ist Buemi Test- und Reservefahrer bei Red Bull und Toro Rosso in der Formel 1.

Buemis Statistik in der Formel E:

  • 43 Rennen
  • 580 Punkte
  • 1 Fahrertitel
  • 12 Siege
  • 21 Podien
  • 11 Poles
  • 7 Schnellste Rennrunden
  • 27 FANBOOSTs

Lese morgen früh den nächsten Teil der großen Teamvorstellungsreihe von e-Formel.de, wenn wir dir Mahindra Racing vorstellen!

von Tobias Wirtz 

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