Sebastien-Buemi-Spain

Buemi: Software-Konkurrenz in Formel E auf Niveau wie Aerodynamik-Krieg in F1

Trotz bereits homologierter Antriebsstränge ist die Entwicklung an den Motoren, Invertern und Getrieben der Formel E noch lange nicht beendet. Zwar können die Teams bis zum Saisonstart im Dezember keine "Hardware" mehr anpassen - doch der Kampf um die schnellsten, besten und zuverlässigsten Software-Updates hat gerade erst begonnen. Auch während der Saison arbeiten die Teams unermüdlich an neuen Codes für ihre Fahrzeuge.

Fragt man Ex-Formel-E-Champion Sebastien Buemi, ähnelt die Konkurrenz um die beste Software inzwischen schon fast dem Aerodynamik-Krieg in der Formel 1, der besonders in der laufenden Saison in der "Königsklasse" tobt.

"Die Entwicklung der Motoren ist zwar eingefroren, aber es gibt so viel, was man mit der Software machen kann", erklärt der Schweizer. Bei 'Autosport' führt er aus: "Die Software hilft beim Management der Energie im Rennen oder bei Performance-Runden. Sie kann das Auto viel schneller machen."

"Selbstverständlich macht das beste Setup am Ende des Tages noch immer den größten Unterschied. Aber unsere elektronischen Systeme und die Software sind heutzutage das größte Performance-Werkzeug, das wir zur Verfügung haben. Wir arbeiten während der Saison sehr viel an Verbesserungen auf diesem Gebiet. Das ist ganz ohne Frage ähnlich wie die Aerodynamik-Konkurrenz in der Formel 1."

Der Nissan-Pilot ist sich des Risikos von Fehltritten allerdings bewusst: "In der Software- und Coding-Welt kann man sehr schnell einen kleinen Fehler machen. Dann rollt das Auto auf der Strecke einfach aus. Wir müssen also aufpassen, dass Updates nicht nur zu jedem Rennen kommen, sondern vor allem zuverlässig sind."

Erst im Juli passierte Renault ein solcher Fauxpas, als der französische Hersteller dem Techeetah-Team in New York einen fehlerhaften Code zur Verfügung stellte. In der Folge wurden sowohl Jean-Eric Vergne als auch Andre Lotterer vom Qualifying-Ergebnis ausgeschlossen, da die Software aufgrund eines Glitches kurzzeitig zu einer Überschreitung der maximal erlaubten Motorenleistung von 200 kW führte. Ein Fehler, der Techeetah letztlich wohl die Teammeisterschaft raubte.

von Tobias Bluhm 

Zurück

Einen Kommentar schreiben

NEUESTE NACHRICHTEN

Bern_E-Prix_Mitch_Evans_Panasonic_Jaguar_Racing_dark

Performance-Analyse: Zahlen, Daten & Statistiken zur Formel E in Bern

Jean-Eric Vergne hat mit seinem dritten Formel-E-Saisonerfolg in Bern einen riesengroßen Schritt in Richtung Titelverteidigung gemacht. Zusätzlich nahm der DS-Pilot noch die drei Bonuspunkte für die Pole-Position mit. Der eigentlich ...
von Tobias Wirtz
Formel-E-Start-Unfall-in-Bern

Hitzige Fahrer-Meinungen über Neustart in Bern: "Einfach nur super unfair!"

Es war das Streitthema des Formel-E-Wochenendes in Bern: Nach einer Massen-Kollision in der ersten Schikane direkt nach dem Start unterbrach die Rennleitung den Swiss E-Prix für fast eine Dreiviertelstunde, um ...
von Timo Pape
Evans-Vergne-Buemi-Podium-Bern

Vergne nach epischem Duell mit Evans: "Ich war definitiv langsamer als Mitch"

Was für ein Duell um den Sieg: Beim Formel-E-Rennen in Bern am Samstag verteidigte sich DS-Techeetah-Fahrer Jean-Eric Vergne bis zum Ende gegen den heranstürmenden Mitch Evans. Der Jaguar-Pilot biss sich ...
von Timo Pape
Lotterer-Engineer-Techeetah-Trackwalk

Formel E in Bern: Lotterer verliert Platz 4 durch nachträgliche Zeitstrafe

Wenige Stunden nach dem Ende des Swiss E-Prix 2019 in Bern wurde DS-Techeetah-Fahrer Andre Lotterer nachträglich bestraft. Hintergrund ist eine unerlaubte Ausfahrt aus der Boxengasse bei roter Ampel. Gegen den ...
von Tobias Bluhm