Antonio Felix da Costa konnte im letzten Jahr im Buenos Aires ePrix gewinnen

Buenos-Aires-Rennvorschau: Willkommen in 2016!

Nach dem 24-Stunden-Rennen von Daytona am vergangenen Wochenende darf nun die Formel E das Einsitzer-Motorsportjahr 2016 eröffnen. Das letzte Rennen in Buenos Aires brannte sich im positiven Sinne als "Chaosrennen" in die Köpfe der Fans - und auch vom diesjährigen Rennen kann man nicht weniger erwarten.

Im vergangenen Jahr war es Antonio Felix da Costa, der sich als Überraschungssieger feiern lassen konnte. Der Aguri-Fahrer profitierte mit nur einer einzigen Führungsrunde von vielen langen Safety-Car-Phasen und einem förmlichen Favoritensterben durch Fahr- und Technikfehler der Konkurrenz, die sich auf der schnellen Piste in der argentinischen Hauptstadt reihenweise die Aufhängungen brachen (u.a. Buemi, di Grassi) oder wegen Fehlern beim Boxenstopp von der Rennleitung bestraft wurden (Heidfeld).

Stadt, Land, Fluss...

Buenos Aires ist wohl das argentinische Aushängeschild schlechthin. Die Metropole mit mehr als 13 Millionen Einwohnern liegt direkt am Rio de la Plata an der Ostküste Südamerikas und überzeugt Touristen mit Theatern, Museen, Parks und kulinarischen Spezialitäten.

Auch der Tango-Tanz hat in den Vororten von Buenos Aires seine Wurzeln, weshalb in der Stadt jährlich die Tango-Weltmeisterschaften abgehalten werden. Das bekannteste Wahrzeichen von Buenos Aires ist wohl der Obelisk auf der Plaza de la Republica, der 67 Meter in die Höhe ragt. Er wurde 1936 anlässlich des 400-jährigen Stadtgründungsjubiläums errichtet. Knappe zwanzig Jahre zuvor wurde die erste U-Bahn-Linie in Buenos Aires eröffnet, was sie zur ältesten in Südamerika macht.

Was seit dem letzten Saisonlauf passierte

Auch zu Beginn des neuen Jahres zögerte die Formel E nicht mit großen Meldungen. So ersetzt beispielsweise Mike Conway Jacques Villeneuve im Venturi, nachdem dieser sich vom Team trennte. Auch Salvador Duran ist zurück in der Formel E: Der Mexikaner übernimmt ab sofort das Aguri-Cockpit von Nathanael Berthon.

In London fand vor wenigen Wochen außerdem das erste "Race Off" statt, ein eSports-Event, bei dem Gamer im Rennspiel Forza Motorsport 6 gegen zwei Formel-E-Fahrer antreten. Bruno Senna schlug bei der Premierenveranstaltung seinen e.dams-Konkurrenten Nico Prost. Auf Seiten der Videospieler und somit auch in der Gesamtwertung konnte der Brite Zak Scholes den Sieg feiern.

Mit Blick auf den Deutschland ePrix im kommenden Mai gibt es Fortschritte zu verbuchen. So konnten sich die Veranstalter zwar nicht auf ein Rennen am Norisring in Nürnberg einigen, jedoch umso intensiver mit Berlin verhandeln. Formel-E-Geschäftsführer Agag ließ verlauten, dass man sich darauf konzentriere "in den Straßen von Berlin zu fahren".

Zeitplan 2015 (alle Angaben in MEZ):

1. Freies Training - 12:15 bis 13:00 Uhr
2. Freies Training - 14:30 bis 15:00 Uhr
Qualifikation - 16:00 Uhr
Rennen - 20:00 Uhr (33 Runden)

Strecke

Der Kurs in Buenos Aires ist der erste Kurs, auf dem Top-Speed-Werte wichtig werden. Die 2,479 Kilometer lange Strecke hat eine interessante Mischung aus langen Geraden, schnellen Kurven und harten Bremszonen, die die Piste so ansprechend machen. Besonders in den Kurven 1, 4 und 7 kann man auf der Bremse gut überholen.

Wie schon in Malaysia könnte die Hitze den Autos zu schaffen machen. "Es sind weniger die Fahrer als die Autos, die es hier schwer haben werden", erklärt Vorjahressieger Felix da Costa. "Wir müssen die Rekuperation der Energie anpassen. Das klingt aber einfacher, als es ist, weil man sehr leicht Fehler begehen kann. Es wird sehr eng, was sicherlich spannend für die Zuschauer sein wird."

Wetter

Dank der geographischen Lage auf der Südhalbkugel ist in Argentinien derzeit Hochsommer. Das spiegelt sich in Temperaturen von 23 bis 31 Grad bei leichter Bewölkung wider. Während der morgendlichen Trainingssessions wird ein leichter Wind von bis zu 11 km/h erwartet, während des Rennens soll es nahezu windstill sein.

Prognose

Für den Sieg in Buenos Aires gibt es viele Anwärter. So steckt e.dams zwar wieder in der Favoritenrolle, aber auch Virgin scheint bei den Testfahrten in Punta del Este gute Arbeit geleistet zu haben und wirkt, als wäre man in guter Form. Das deutsche Abt-Team mit Lucas di Grassi muss man wie immer ebenfalls auf der Rechnung haben. Unter normalen Umständen dürften diese drei Rennställe den Sieg untereinander ausfechten.

Mit der hohen Wahrscheinlichkeit eines Safety-Cars kann aber auch einer der Underdogs zum Gewinner gekrönt werden - wie schon 2015. So werden beispielsweise die Dragon- oder Mahindra-Fahrer nur auf Fehler der Führenden lauern, um selbst zu profitieren.

Wir freuen uns auf einen aufregenden Opener zum Motorsportjahr 2016. Der rasante Stadtkurs im Viertel Puerto Madero verspricht schon vorab, dass die Formel E dem Rennjahr einen würdigen Auftakt geben wird.

Die Highlights des Buenos Aires ePrix 2015

von Tobias Bluhm  

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