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Coronavirus: Formel E sagt Sanya E-Prix vorübergehend ab, Alternativ-Termin möglich

Die Planungen für den Sanya E-Prix 2020 liegen vorübergehend auf Eis. Wie die Formel E am Sonntagvormittag in einem Statement mitteilte, hat man sich mit Blick auf die potenzielle Verbreitung des Coronavirus dazu entschieden, den geplanten Meisterschaftslauf in China nicht am 21. März 2020 auszutragen. Ein alternativer Termin bleibt somit möglich, sollte sich die Situation verbessern.

Über eine Verlegung oder Absage des Formel-E-Rennens wurde bereits in den vergangenen Tagen spekuliert. Erst am Donnerstag kündigte die FIA in einem eigenen Statement an, dass man dazu bereit sei, "die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die globale Motorsport-Gemeinschaft und die breite Bevölkerung zu schützen." Auch auf der Insel Hainan, wo der Sanya E-Prix stattfinden sollte, sind Fälle von mit 2019-nCoV-Coronaviren infizierten Patienten bekannt geworden.

"Mit Blick auf die fortschreitende Verbreitung des Coronavirus und nach enger Konsultation mit den relevanten Regierungsstellen in Hainan und Sanya hat sich die Formel E - gemeinsam mit der FIA, dem Motorsport-Verband Chinas (CAMF) und dem regionalen Veranstalter Enova Holdings - dazu entschieden, nicht wie geplant am 21. März 2020 in Sanya zu fahren", heißt es im Communique der Elektroserie.

WHO-Notstandserklärung war Schlüsselfaktor

"Durch die wachsenden Gesundheitsrisiken und die Einstufung der Ausbreitung des Coronavirus als internationale Notlage durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) war es für uns nötig, diese Schritte zu unternehmen. Die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter, der Teilnehmer und der Fans stehen für uns an erster Stelle."

Weiterhin behalte sich die Formel E allerdings die Möglichkeit offen, den E-Prix an einem alternativen Termin auszutragen. "Wir beobachten die Situation in enger Abstimmung mit den regionalen Regierungen und der Provinz. Alle Parteien werden sich die angemessene Zeit nehmen, um die potenzielle Durchführbarkeit des Rennens an einem anderen Datum zu prüfen, sollte sich die Situation verbessern."

WEC-Terminkollision behoben, Alternativ-Rennen in Berlin oder New York möglich

Die vorübergehende Absage des Rennens hat weitreichende Auswirkungen für viele Beteiligte in der Formel E. So können beispielsweise einige Fahrer, darunter Sam Bird (Virgin), Sebastien Buemi (Nissan) oder James Calado (Jaguar), am 1.000-Meilen-Rennen der WEC in Sebring teilnehmen. Aufgrund einer Terminkollision hätten sie sich bislang für eine der beiden Serien entscheiden müssen. Eher ungelegen dürfte die Absage den (zum Teil) chinesischen Teams in der Formel E kommen: Das "Heimrennen" zählte für DS Techeetah, Nio 333 und Envision Virgin Racing (chinesischer Hauptinvestor) zu den größten und wichtigsten Events der Saison.

Medienberichten zufolge sei neben der vollständigen Absage und der Verschiebung des Rennens auch die Austragung eines Ersatz-Rennens möglich. Dies könnte beispielsweise in Berlin oder New York stattfinden, wo man das Event kurzfristig zu einem "Double-Header" mit zwei Rennen an einem Wochenende aufstocken könnte. In Berlin geschah dies schon 2017 nach der Absage des geplanten Brüssel E-Prix. New York City, wo bislang immer "Double-Header" stattfanden, gilt als Favorit.

Das nächste planmäßige Formel-E-Rennen startet am 15. Februar in Mexiko-Stadt. Es ist der vierte Lauf der Meisterschaftssaison 2019/20.

von Tobias Bluhm  

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