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D'Ambrosio: "Herausfordernder Tag, aber tut gut, wieder in Führung zu sein"

Der Nächste, bitte! Doch der siebte Sieger im siebten Rennen beim Rom E-Prix hieß nicht etwa Pascal Wehrlein, sondern Mitch Evans, der seinen Premierensieg feierte. Wehrlein hingegen kam beim Auftakt der Europa-Tournee der Formel E auf Platz 10 und verpasste damit die Chance, sich näher an die Tabellenspitze heranzupirschen. Teamkollege Jerome d’Ambrosio schaffte in einem turbulenten Rennen Platz 8 und angelte sich wieder die Tabellenführung. In der Teamwertung verlor der indische Rennstall dagegen die Gesamtführung und rutschte auf Rang 3 ab - punktgleich mit Audi hinter DS Techeetah und Virgin.

Die Leichtigkeit des Gewinnens bei Mahindra ist zur Saisonhalbzeit dahin. Die Anfangseuphorie, nachdem als d'Ambrosio beim Saisonauftakt in Riad Platz 3 erzielte und den anschließenden Marrakesch E-Prix gewann, scheint verflogen. Auch die frühen Sternstunden von Wehrlein, der in seinem erst zweiten Formel-E-Rennen Platz 2 in Chile errang und in Mexiko bis zur Schlussrunde souverän das Rennen anführte, sind Schnee von gestern.

Die Achillesferse bei Mahindra bleibt vor allem das Qualifying. In Rom konnten sich Wehrlein und d'Ambrosio nur für die Startplätze 14 und 19 qualifizieren. Der Deutsche vergab mit Platz 9 im Qualifying eine noch bessere Ausgangsposition, nachdem er im 2. Freien Training wegen Geschwindigkeitsüberschreitung unter roter Flagge erwischt wurde und nachträglich um fünf Startplätze nach hinten versetzt wurde.

"Ich bin mir nicht ganz sicher, warum das Qualifying für mich nicht so gut gelaufen ist", grübelt der 24-Jährige aus Worndorf. "Ich war mit der Balance der Autos nicht wirklich glücklich, und dazu kam die Strafe für die Startaufstellung, die nicht sonderlich hilfreich war."

Teamkollege d'Ambrosio, der abermals mit dem Nachteil leben musste, in der ersten Quali-Gruppe anzutreten, erging es mit Platz 19 noch schlechter. "Für die Fans ist es unterhaltsam, aber für mich ist es diese Saison manchmal frustrierend", macht der Belgier seinem Unmut Luft, der unter den Top 5 (Vergne, Felix da Costa, di Grassi und Bird) im Qualifying der mit Abstand langsamste Fahrer war.

"Die Meisterschaft ist super eng und hart umkämpft. Wir müssen im Qualifying immer in Gruppe 1 fahren, da haben wir einen Nachteil. Das bedeutet, wir sollten um Podiumsplätze kämpfen, da wir die Rennpace haben - und nicht nur um ein paar Punkte", ärgert sich der neue Tabellenführer über das Quali-Format der Formel E.

Deutlich bessere Pace im Rennen

Im Rennen erwischten beide Mahindra-Piloten einen sauberen Start, lagen auf den Plätzen 15 (Wehrlein) und 18 (d'Ambrosio), ehe es in Runde 1 zum Rennabbruch kam. Nach dem Re-Start arbeiteten sie sich sukzessive nach vorn, ohne groß aufzufallen. D'Ambrosio schaffte zehn Minuten vor Rennende den Sprung in die Top 10, Wehrlein befand sich noch auf Platz 12. Kurz vor der karierten Zielflagge kletterte Wehrlein auf Platz 11, also in Reichweite der Punkteränge. Der Schwabe hatte Glück, dass Jean-Eric Vergne im DS noch eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt bekam, die dem Deutschen zu Platz 10 und damit zu einem Meisterschaftspunkt verhalf. Teamkollege d'Ambrosio belegte am Ende Platz 8.

"Für mich war es ein neutrales Rennen", sagt Wehrlein. "Wir haben unser Setup für heute etwas verändert, was im Rennen half. Mein Tempo war dann viel besser als im Qualifying. Wir wissen, dass wir an der Spitze kämpfen und Rennen gewinnen können."

D'Ambrosio nahm vier wichtige Zähler aus Rom mit und erbte dadurch wieder die Führung in der Meisterschaft. Einen Punkt Vorsprung hat der 33-jährige Belgier nun auf BMW-Pilot Antonio Felix da Costa. Dahinter lauern mindestens neun weitere Fahrer bis zum elftplatzierten Wehrlein, die sich reelle Chancen auf die Meisterschaftskrone machen dürfen. Das Titelrennen bleibt also weiterhin hochspannend.

"Es war ein herausfordernder Tag, aber es tut gut, wieder in Führung zu sein", freut sich d'Ambrosio mit Blick auf den Meisterschaftsstand. "Das Positive ist, dass wir ein sauberes Rennen gefahren sind und Punkte erzielt haben. Wir müssen jedes Wochenende das Maximum herausholen", so der Belgier.

Mahindra-Teamchef Dilbagh Gill sagt: "Insgesamt war es ein anständiger Tag. Leider sind wir wegen des Formats der Qualifikationsgruppen nur von hinten gestartet. Als Team haben wir heute die maximale Anzahl an Überholmanövern hingelegt, und beide Autos kamen in die Punkte. Ich bin froh, dass wir wieder die Fahrerwertung anführen und weiter um die Spitze in der Teamwertung kämpfen", zeigt sich der Inder zufrieden mit seinen beiden Schützlingen.

von Erich Hirsch  

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