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Mexiko: De Vries beklagt technisches Bremsproblem, Vandoorne "super enttäuscht"

Das Formel-E-Werksteam von Mercedes erlebte in Mexiko-Stadt einen gebrauchten Tag. Nach vielversprechenden Leistungen in der Qualifikation erreichten nach Unfällen weder Stoffel Vandoorne noch Nyck de Vries das Ziel - die Enttäuschung ist groß. Teamchef James spricht nach dem Rennen von einer "charakterbildenden Erfahrung".

Vor ausverkauften Tribünen im Autodromo Hermanos Rodriguez schlugen sich die Mercedes-Werksfahrer in der ersten Hälfte des Rennens gut. Ausgehend von den Startplätzen 3 und 10 konnten sich beide Piloten über weite Phasen in den Top 5 halten, ehe sie an Kollisionen beteiligt waren, die letztlich zum ersten Doppelausfall in Mercedes' noch junger Formel-E-Geschichte führten.

"Leider endete mein Rennen heute in der Wand", resümiert de Vries seinen Mexico City E-Prix. Der 25-Jährige nahm das Rennen von Startplatz 3 auf und fuhr nach einer frühen Safety-Car-Phase innerhalb der Top 5. Kurz nach Rennhalbzeit geriet er jedoch auf der Start- und Zielgeraden mit dem herannahenden Antonio Felix da Costa aneinander. Beide hatten für den Positionskampf ihren FANBOOST aktiviert.

De Vries rutschte mit qualmenden Reifen anschließend in das Fahrzeug von Robin Frijns (Virgin). Letzterer konnte das Rennen noch außerhalb der Top 10 beenden, de Vries musste seinen Wagen jedoch am Streckenrand abstellen. "Für mich ist klar, dass ich aufgrund eines technischen Problems nur noch ein Passagier in meinem Auto war. Ich möchte mich natürlich trotzdem dafür entschuldigen, aber ich konnte das Auto einfach nicht mehr abbremsen."

Vandoorne rutscht selbstverschuldet in die Mauer

Teamkollege Stoffel Vandoorne erlebte ein kaum besseres Rennen. Er lag nach einer anfänglichen Aufholjagd auf Platz 5, verlor kurz vor Schluss auf dem rutschigen Teil der Strecke in Kurve 3 jedoch die Kontrolle über sein Fahrzeug. "Ich bin nach diesem Rennen super enttäuscht", erklärt er. "Wir haben heute viele Punkte liegen gelassen."

Vandoorne weiter: "Ich bin in Kurve 3 ein bisschen von der Linie abgekommen. Danach hatte ich keine Chance mehr, der Mauer auszuweichen. Das tut mir für das Team unheimlich leid, da wir an einem Tag wie diesem in die Punkte hätten fahren müssen. Wir geben aber nicht auf und werden in Marrakesch gestärkt zurückkommen."

Teamchef James enttäuscht: "Eine charakterbildende Erfahrung"

"Die Emotionen sind nach diesem Rennen natürlich aufgewühlt", fügt Teamchef Ian James an. "Leider verlassen wir Mexiko mit leeren Händen. Wir verbuchen das als charakterbildende Erfahrung für das gesamte Team, das an diesem Wochenende eine starke Leistung abgeliefert hat. Jetzt müssen wir uns neu sortieren und sicherstellen, dass wir bis zum nächsten Rennen die Ärmel hochkrempeln."

Der nächste Lauf der Elektroserie findet bereits in knapp zwei Wochen statt. Am 29. Februar 2020 steigt in Marokko der Marrakesch E-Prix, bei dem Mercedes die verpassten Chancen wiedergutmachen will. Der Rennstall ist in der Teamwertung auf Platz 3 abgerutscht. Stoffel Vandoorne ist im Gesamtstand der Fahrer nur noch Vierter, Nyck de Vries belegt Rang 11.

Foto: Peter Minnig / Spacesuit Media

von Tobias Bluhm  

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