DHL verrät: Der Weg der Formel E nach Peking

Am 24. Oktober erfolgt in Peking der lang erwartete Saisonauftakt für die neue Saison der Formel E. Nach den Testfahrten in Donington im August wurde die Fracht aller zehn Teams in feuerfesten und aus Aluminium bestehenden Boxen verstaut, verpackt und auf den Weg in Richtung China geschickt. Es gilt, 40 Rennboliden, den Safety- und Medical-Car-Fuhrpark, Reifen, empfindliche Lithium-Ionen-Batterien, Aufladeeinheiten, neue Antriebsaggregate und das restliche Equipment der Teams sicher, zuverlässig und termingerecht zu transportieren.

DHL, Gründungspartner der Formel E, stellt sich dieser logistischen Herausforderung. Oberste Priorität in der zweiten Saison bleibt hierbei, die erfolgreiche Durchführung der Elektroserie weltweit zu ermöglichen. Nachhaltigkeit, eines der Grundprinzipien der Formel E, hat auch beim Konzernunternehmen der Deutschen Post mit Sitz in Bonn Einzug gehalten.

Das Logistikunternehmen stellt die Auslieferung in der ehemaligen Bundeshauptstadt und dem Umland inzwischen auf Elektrofahrzeuge um und macht die Stadt damit zum bundesweit ersten Standort mit einem CO2-freien Fahrzeugkonzept. Bis 2016 soll sich die Zahl auf 141 Elektrofahrzeuge erhöhen, pro Jahr spart DHL dadurch mehr als 500 Tonnen CO2 ein.

Als Eventsponsor trat der Logistikpartner der Formel E im Mai beim deutschen ePrix in Berlin auf. DHL erzielte mit seinem Titelsponsoring in der deutschen Hauptstadt durchaus die gewünschte Wirkung, eine Fortsetzung des Deals in 2016 ist allerdings noch ungewiss.

Die Versendung der Formel-E-Fracht erfolgt vorwiegend auf den Verkehrsträgern Straße, Bahn und Schiff, soweit es die Infrastruktur zulässt. Andernfalls kommen Transportflugzeuge zum Einsatz. Während das Formel-E-Gut beim Premierenauftakt in der Vorsaison per Flugzeug nach China transportiert wurde, beschreitet DHL für die zweite Saison neue Wege.

Die Hauptfracht wird per Bahn von Deutschland aus über die russische Hauptstadt Moskau auf den asiatischen Kontinent befördert. Auf den Spuren entlang der Transsibirischen Eisenbahn (9.288 Kilometer) soll das Formel-E-Inventar sicher und pünktlich in Peking ankommen. Auf dem Bild könnt Ihr die beeindruckende Route verfolgen.
Sobald die Fracht in der chinesischen Hauptstadt eingetroffen ist, lagert sie DHL für die Zeit bis zum Saisonauftakt in einer Cargo Rail Station bei Wuliadan. Erst in der Woche vor dem Rennsamstag liefert der Formel-E-Logistikpartner die wertvollen Güter an die Rennstrecke.

DHL stellt ein komplettes eigenes Motorsport-Team auf die Beine. Die gut 30 Mitarbeiter sitzen aber natürlich nicht selbst in den Formel-E-Cockpits, sondern kümmern sich rund um die Uhr um die zuverlässige Abwicklung der Fracht. Neben der Formel E zeichnet DHL unter anderem auch für die Rennserien Formel 1 und Moto GP verantwortlich.

DHLs Motorsport-Mannschaft besteht aus zehn britischen und 20 italienischen Mitarbeitern. Abhängig vom Zeitplan und den erforderlichen Gegebenheiten eines Formel-E-Events kommen so in der Regel zwischen zehn und 30 Einsatzkräfte vor Ort zum Einsatz. Höchste Flexibilität ist erforderlich. Verzögerungen bei der Zollabfertigung oder Verspätungen im Schienen- oder Schiffsverkehr führen manchmal zu Ablaufveränderungen. Die wertvollen Erfahrungen aus Saison eins machen sich für DHL in der neuen Saison bezahlt, zumal die Zeiträume zwischen einigen Rennen künftig kleiner werden.

Beispielsweise bleiben nach der Verschiebung des Auftaktrennens in Peking um eine Woche gerade einmal 14 Tage Zeit, das komplette Formel-E-Equipment zum nächsten ePrix ins malaysische Putrajaya zu lotsen. Diese globale Herausforderung gilt es zu meistern. Im Laufe der Saison wird DHL die Auswertung und Optimierung der Logistikbedarfe und Prozesse fortsetzen. Denn Ziel des “Pioniers grüner Transportlösungen” bleibt, die Effizienz und Nachhaltigkeit weiter zu verbessern. Mit dem Programm “GoGreen” will DHL weltweit den CO2-Ausstoß um 30 Prozent bis 2020 verringern.

von Erich Hirsch  

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