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Di Grassi lobt Formel-E-Teamkollege: Rene Rast hat "mindestens ein volles Jahr verdient"

Lucas di Grassi hat beim Sechsfach-Finale der Formel E in Berlin zum ersten Mal überhaupt einen anderen Teamkollegen als Daniel Abt gehabt. Dessen Nachfolger Rene Rast überzeugte mit guten Ergebnissen und einer steilen Lernkurve. Di Grassi findet deshalb, dass der Deutsche auch in der kommenden siebten Saison bei Audi am Steuer sitzen sollte.

"Ich wäre mehr als happy damit, ihn nächste Saison als Teamkollegen zu haben, wenn Audi das so will", erklärt di Grassi gegenüber 'Motorsport.com'. Er habe jedoch keinerlei Informationen, ob sein Arbeitgeber auch in der ersten WM-Saison 2021 mit Rast als Stammfahrer plant. "Es ist nur so: Wenn Rene an Bord sein sollte, wäre er eine großartige Ergänzung zum Team."

"Er ist ein herausragender Fahrer, sehr clever und erfahren. Ich denke, er hat mindestens ein volles Jahr (in der Formel E) verdient", sagt di Grassi und begründet seine Meinung wie folgt: "Er war in den ersten beiden Rennen noch am Kämpfen, aber in den letzten beiden, die etwas entspannter mit Blick auf die Energie waren, hat er einen sehr guten Job gemacht. Er hat in Berlin bewiesen, dass er sehr konkurrenzfähig sein kann."

Rast holte bei seinem Audi-Debüt in Tempelhof auf Anhieb als Zehnter einen Punkt. Die anschließenden Rennen beendete er weniger erfolgreich auf den Positionen 13, 20 und 16. Dann ging es steil bergauf: Rast hatte sich nach eigener Aussage das Fahrverhalten anderer Piloten im Rennen abgeschaut und fuhr deutlich härter als bis dato.

Di Grassi: "Wäre auch für mich ein großer Schritt nach vorn"

Mit einem starken Manöver (Kandidat auf das "Überholmanöver des Jahres" bei den e-Formel.de Season Awards >>> noch bis Freitag abstimmen!) erkämpfte er sich im Rennen 5 von 6 als Dritter sein erstes Formel-E-Podium und lieferte auch zum Saisonabschluss ein gutes Ergebnis ab: Platz 4. Im Qualifying zeigte Rast ebenso sein Potenzial und ließ seinen Teamkollegen di Grassi meist hinter sich (4:2).

"Er war immer schnell", gesteht di Grassi und sieht das Positive daran: "Deshalb ist es gut, seinen Input bezüglich des Autos zu haben. Sein Feedback war sehr ähnlich wie meins, deshalb kamen wir super zurecht. Er wollte vom Auto genau dasselbe, worum ich Audi schon sehr lange gebeten habe. Er hat also die Richtung bestätigt, ich die ich gedrängt habe."

"Ich denke, es wäre auch für mich in Sachen Lernkurve ein großer Schritt nach vorn, denn ich hätte verschiedene Perspektiven und unterschiedliche Möglichkeiten, um meine Daten zu vergleichen", erklärt di Grassi und erhofft sich einen Schub für das gesamte Team.

Tatsächlich ist es schwer vorstellbar, dass Audi einen anderen Fahrer als Rene Rast für Saison 7 verpflichten wird. Einerseits weil der Mindener durch seine Ergebnisse sein Potenzial, Audi nach vorn zu bringen, klar gezeigt hat. Andererseits weil sich derzeit kaum hochwertige Alternativen aufdrängen. "Ich denke, die Sterne stehen sehr günstig für Rene, und ich würde mich wirklich freuen, wenn er mein neuer Teamkollege wird", so di Grassi.

Foto: Audi Communications

von Timo Pape  

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Kommentar von EffEll |

"Er wollte vom Auto genau dasselbe, worum ich Audi schon sehr lange gebeten habe. Er hat also die Richtung bestätigt, ich (in) die ich gedrängt habe."
Eine sehr interessante Aussage seitens di Grassi, der ich hineininterpretieren würde, dass das bisher zwischen Abt und di Grassi vermutlich nicht so war, und beide unterschiedliche Abstimmungen und Auslegungen der Fahrwerkskomponenten forderten.
Auch wenn es für einige vermeintlich unfair erscheint, würde ich mutmaßen, dass Audi mit Rast für die Team-(Welt)-Meisterschaft (nach meinem empfinden) zukünftig besser gerüstet wäre. Ich würde eine weitere Zusammenarbeit daher sehr begrüßen, denn ähnlich wie mit da Costa bei DS-Techeetah, könnte dann vielleicht auch bei Audi der zweite Fahrer dem unangefochtenen Teamleader Paroli bieten. Wenn dann noch die Fahrzeugentwicklung einstimmig vonstatten geht, kann es eine sehr erfolgreiche Weltmeisterschaft für das gesamte Team werden.

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