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Die E-Säule: Zahlen, Daten & Statistiken der Formel E aus Punta del Este

Nach seinem zweiten Saisonsieg etabliert sich Jean-Eric Vergne langsam aber sicher als erster Favorit im Kampf um die Fahrer-Meisterschaft in der aktuellen Formel-E-Saison. In einem packenden Duell blieb der Franzose am vergangenen Wochenende in seinem Techeetah-Renner bis zur Zielflagge vor Lucas di Grassi, der im Audi mit Platz 2 sein bestes Saisonergebnis feiern konnte und offenbar zurück auf Kurs ist.

Doch während das Duell der beiden Formel-1-Veteranen die Schlagzeilen nach dem Punta del Este E-Prix bestimmte, nahmen die Teams noch viele weitere Erkenntnisse aus Uruguay mit. In unserer neuen Analyse-Serie "Die E-Säule" präsentieren wir dir eine tiefgründige, aber leicht verständliche Analyse der wichtigsten Zahlen, Fakten und Statistiken der Formel E. Und die hat es auch dieses Mal in sich.

Jose Maria Lopez in überragender Form

Die größte Überraschung des Wochenendes: Jose Maria Lopez. Obwohl der 34-Jährige erst zum dritten Saisonlauf den eigentlich unterlegenen Dragon von Neel Jani übernahm, hält "Pechito" - sehr zur Freude von Teamboss Jay Penske - schon jetzt mit der Spitze mit. Zumindest in Sachen Rundenzeiten.

Nach dem desaströsen Start in das Jahr präsentierte sich Lopez in Uruguay von seiner besten Seite: Vergleicht man die durchschnittlichen Rundenzeiten der besten 30 Runden im Rennen aller Fahrer, so war Lopez gar der schnellste Pilot auf der Strecke. Die Pace des Argentiniers war damit noch schneller als jene von Mitch Evans (Jaguar), Lucas di Grassi oder Felix Rosenqvist (Mahindra).

Ferner drehte Lopez mit einer Bestzeit von 1:16.811 Minuten die einzige Zeit unter der magischen 1:17er-Marke im Rennen. Die zweitschnellste Zeit gehörte im Übrigen Jerome d'Ambrosio im zweiten Dragon: 1:17.030 Minuten. Nicht vernachlässigen dürfen wir an dieser Stelle aber auch Mitch Evans und - überraschenderweise - Nico Prost (e.dams), die nur unwesentlich langsamer als Lopez fuhren.

Di Grassi & Vergne auf Augenhöhe

Das Duell der Titanen Lucas di Grassi und Jean-Eric Vergne spiegelt sich indes auch in den Zahlen wider. Besonders im ersten Stint waren beide Fahrer auf Augenhöhe. Im Schnitt setzten di Grassi und Vergne in den ersten 19 Runden nämlich eine auf die Tausendstelsekunde identische Rundenzeit - 1:18.260 Minuten. Erst im zweiten Auto holte di Grassi ein wenig auf Vergne auf.

Außerdem war Vergnes schnellste Runde (1:17.910 Minuten) in der ersten Rennhälfte gerade einmal 0,002 Sekunden schneller als die von di Grassi - enger geht es nicht.

Schon zuvor deutete sich ein enger Kampf zwischen dem Duo an. Schließlich teilen sich Vergne und di Grassi seit dem vergangenen Samstag auch den Rundenrekord in Punta del Este. Lucas di Grassi gelang im 2. Freien Training eine Runde von 1:13.672 Minuten - Vergne wiederholte dieses Kunststück knapp eineinhalb Stunden später in der Qualifikation. Punta del Este ist damit der einzige Austragungsort der Formel E, an dem sich zwei Fahrer den Rundenrekord teilen.

Jaguar zwischen Himmel und Hölle

Der größte Gewinner des Rennens ist zweifelsohne Mitch Evans. Der Neuseeländer kämpfte sich durch konstante Fahrweise, einen überragenden Boxenstopp (39.671 Sekunden, nur Bird und Rosenqvist waren schneller) und ein wenig Glück im Verlauf des Rennens von Position 16 auf Rang 4 nach vorn. Der Pokal für den "Fahrer des Tages" ging verdienterweise an den Jaguar-Piloten.

Ganz anders sieht es auf der anderen Seite der Garage aus. Aufgrund eines Schadens an der Antriebswelle musste das britische Team den Boxenstopp von Nelson Piquet jr. um acht Runden vorziehen. Nach einer anfänglichen Aufholjagd verlor Piquet aber kurz nach Rennhalbzeit nochmals jede Menge Geschwindigkeit und beendete das Rennen sang- und klanglos nach 25 von 37 Runden auf dem vorletzten Platz. Ein Wochenende zum Vergessen für den Brasilianer - und bereits der zweite Ausfall für ihn in dieser Saison.

Ob sich das Duell zwischen di Grassi und Vergne beim nächsten Rennen wiederholen kann, und ob e.dams, Jaguar und Mahindra den Anschluss finden können, erfahren wir in nur drei Wochen in Rom. Dort feiert die Formel E am 14. April nicht nur ihre Italien-Premiere, sondern auch den Auftakt in den Europa-Abschnitt der Saison.

Matt Griffin hat zu diesem Bericht beigetragen.

von Tobias Bluhm  

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